Klacks, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klackses · Nominativ Plural: Klackse
Aussprache 
eWDG, 1969

Bedeutung

norddeutsch, berlinisch, umgangssprachlich geringe Menge von einer weichen Masse, Klecks
Beispiele:
ein Klacks Butter, Marmelade, Schlagsahne
die Speise mit einem kleinen Klacks Senf würzen
ein Klacks Lehm
Jedoch nahm er ... einen Klacks von den Stampfkartoffeln [ GrassBlechtrommel250]
übertragen leicht zu erledigende Arbeit, Kleinigkeit
Beispiele:
dieses Fußballspiel war nur ein Klacks gegen den Ausscheidungswettkampf
für ihn ist das nur ein Klacks
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kleckern · klecken · Klack · klack · klacks · Klacks · klacken · erklecklich · Klecks · klecksen
kleckern Vb. ‘tropfenweise fallen, Kleckse, Flecke machen’, übertragen ‘langsam, mühsam vorwärtsgehen, vorankommen’, Iterativbildung (17. Jh.) zu heute nur noch mundartlichem klecken Vb. ‘(von Flüssigkeiten) geräuschvoll fallen, Flecke machen, schmieren’, übertragen ‘gut vonstatten gehen, gut ausgehen, ausreichen’, ahd. (9. Jh.), mhd. klecken ‘platzen, krachen, bersten, (sich) spalten, klecksen, klatschen, schallend schlagen’, übertragen ‘ausreichen, genügen, wirksam sein’. Verwandt sind Klack m. ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’, ahd. (11. Jh.), mhd. klac (Genitiv klackes) ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’. Entsprechend klack Interjektion schallnachahmend für einen knackenden, klatschenden Ton (beim Brechen, beim Reißen, beim Aufprall einer breiigen, tropfenden Masse), auch (zumal in der Doppelung klack klack) für einen kurzen, harten Ton. Expressiv erweitert klacks Interjektion Dazu Klacks m. ‘kleiner Fleck, eine kleine Menge dickflüssiger Substanz (wie Marmelade, Senf), Geringfügigkeit’ (18. Jh., doch wohl älter) sowie klacken Vb. ‘platzen, klatschen, schlagen, Flecke machen’ (17. Jh.), iterativ klackern (18. Jh.), engl. to clack ‘klappern, rasseln’, anord. klaka ‘zwitschern, gackern’, vielleicht auch griech. glázein (γλάζειν) ‘einen Gesang erklingen lassen’. Diese offensichtlich schallnachahmenden Bildungen führen auf ie. *glag-, eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’, die sich auch in anord. kalla ‘nennen, sagen, rufen’ (woraus wohl engl. to call ‘rufen’), aslaw. glagolъ ‘Wort’, glagolati ‘reden, sprechen’, russ. (älter) gologólit’ (гологолить) ‘schwatzen, plappern’, mir. gall ‘Ruhm’ sowie (über andere Erweiterungen) in ↗Klage, ↗klingen (s. d.) fortsetzt. erklecklich Adj. ‘ausreichend, beträchtlich, erheblich’ (17. Jh.), zu dem im 19. Jh. untergegangenen Präfixverb erklecken ‘genügen, helfen, nützen’ (16. Jh.), vielleicht schon (zweifelhaft belegtes) mhd. erklecken. Klecks m. ‘(Farb-, Tinten)fleck, Klümpchen’ (18. Jh.), älter Kleck (16. Jh.), aus klecken rückgebildet. klecksen Vb. ‘Kleckse machen, schlecht malen, schreiben, Zähflüssiges worauf fallen lassen’ (18. Jh.), zu Klecks bzw. Iterativbildung zu klecken.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leichtigkeit · ↗Spielerei · einfache Sache  ●  ↗(das) (reinste) Kinderspiel  fig. · (ein) Leichtes (für jemanden)  Hauptform · einfachste Sache der Welt  sprichwörtlich · (a) gmahde Wiesn  ugs., bair., fig. · ↗(ein) Kinderspiel  ugs., fig. · (jemanden nur) ein Lächeln kosten  ugs., fig. · (nur ein) Klacks mit der Wichsbürste  ugs. · ↗(nur) (eine) Fingerübung  ugs. · Klacks  ugs. · ↗Kleinigkeit  ugs. · ↗Pappenstiel  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Sonntagsspaziergang  ugs., fig. · ↗Spaziergang  ugs., fig. · ein Leichtes  ugs. · eine meiner leichtesten Übungen  ugs., Redensart · kein Hexenwerk  ugs. · kein Kunststück  ugs. · keine Hexerei  ugs. · ↗kleine Fische  ugs., fig. · wenn's weiter nichts ist ...  ugs., Spruch
Assoziationen
Antonyme
  • Klacks  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Klacks‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klacks‹.

Verwendungsbeispiele für ›Klacks‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verglichen mit den Zahlen der Wirtschaft ist das ein Klacks.
Die Zeit, 20.07.2012, Nr. 22
Und mit Auto ist es ja zum Einkaufen ein Klacks.
Bild, 13.03.1999
Für seinen Sohn war ein Auftrag wie dieser ein Klacks, eine halbstündige Fingerübung bei Kaffee und Kuchen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 66
Selbst 150 Millionen Mark bei einem Börsengang, Entschuldigung, das ist ein Klacks.
Der Spiegel, 12.06.2000
Der Smutje in der schmierigen Kombüse macht einem auch einen Klacks industrieller Waldbeerensauce neben das Eis.
Goldt, Max: Im Schwarzwald werden die Kerzen von Metallfedern nach oben gedrückt. In: ders., Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Kluncker, Zürich: Haffmans 1994, S. 55
Zitationshilfe
„Klacks“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klacks>, abgerufen am 27.11.2020.

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