Kladde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kladde · Nominativ Plural: Kladden
Aussprache
WorttrennungKlad-de
Wortbildung mit ›Kladde‹ als Letztglied: ↗Kassenkladde · ↗Kaufmannskladde · ↗Schulkladde
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich (umfangreiches) Heft für erste, flüchtige Niederschriften
Beispiele:
einen Aufsatz, eine Rechenaufgabe in die Kladde schreiben
etw. in Kladde (= ins Unreine) schreiben
Jedenfalls kritzelte er emsig in seine Kladde, was da vorn Hetzerisches diktiert wurde [SchallückReineke191]
Kaufmannssprache vorläufiges Kassenbuch
Beispiel:
eine Kladde führen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kladde · Klater · klat(e)rig · klat(t)eren
Kladde f. ‘Buch für vorläufige Eintragungen, (Schmier)heft’, wohl gekürzt aus Kladdebuch und wie dieses seit dem 17. Jh. in der Literatursprache. Neben nd. (mundartlich) Kladde ‘Schmutzfleck, Klebendes’, mnl. kladde, nl. klad ‘Fleck, Schmutz’ und dem Verb mnd. kladderen ‘herumschmieren, beschmieren, nachlässig, unvollkommen arbeiten’ stehen als Verwandte nd. Klater m. ‘an-, festhaftender Schmutz, Mist-, Kotklunker, Fetzen’, klat(e)rig Adj. ‘schmutzig, übel, erbärmlich’ (18. Jh.) und klat(t)eren Vb. ‘kleben, klettern (und sich dabei festhalten)’, die in der nordd. Umgangssprache allgemein üblich sind. Alles wohl lautmalende Bildungen, die freilich auch als Expressivformen zur Dentalerweiterung ie. *gelt- der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’, wozu auch ↗kleben, ↗klimmen, ↗Klette, ↗klettern und wohl auch ↗klittern (s. d.) gestellt werden können.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kladde · ↗Notizbuch · Stratze  ●  ↗Brouillon  geh., franz. · ↗Hypomnema  fachspr., historisch, griechisch · ↗Schmierheft  ugs. · Strazze  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Aufschrift Blatt Notiz Papier Zettel abgegriffen blau blättern dick eintragen füllen gebunden grau grün kritzeln notieren rot schwarz verzeichnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kladde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alles muß weg, und er begann, die Kladde zu zerreißen.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 340
Unterm Arm trägt er eine dunkelblaue Kladde mit goldenem Bundesadler.
Bild, 02.07.2005
Das waren dicke Kladden, wir sollten uns selbst einschätzen, den Gegner, die Mannschaftsleistung.
Der Tagesspiegel, 11.08.2002
In mehr als 50 Kladden hielt er die Behandlungsergebnisse fest.
o. A.: Geschlagen - nicht gerührt! In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]
Besucher im Schloß, das neben der Gedenkstätte noch ein Hotel und einen verschämt versteckten Intershop beherbergt, erhalten eine Kladde mit Erläuterungen in die Hand gedrückt.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 250
Zitationshilfe
„Kladde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kladde>, abgerufen am 15.11.2019.

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