Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Klamotte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Klamotte · Nominativ Plural: Klamotten
Aussprache  [klaˈmɔtə]
Worttrennung Kla-mot-te
Wortbildung  mit ›Klamotte‹ als Erstglied: Klamottenkiste  ·  mit ›Klamotte‹ als Letztglied: Filmklamotte · Zivilklamotte
Herkunft Herkunft unsicher

Bedeutungsübersicht+

  1. [salopp] ...
    1. 1. Kleidungsstück
    2. 2. [landschaftlich, besonders berlinisch, abwertend] zerbrochener Mauerstein
    3. 3. [abwertend] derbes, schwankhaftes Unterhaltungsstück, das nur alberne Späße aneinanderreiht
eWDG

Bedeutung

salopp
1.
Kleidungsstück
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
Tag und Nacht nicht aus den Klamotten kommen
du hast immer noch die nassen Klamotten am Leibe
Man schläft länger, verdient mehr, trägt bessere Klamotten [ KirstNull-Acht Fünfzehn236]
Nicht in dem großen Hotel mit Kurbetrieb … Dazu hätte ich ja auch die Klamotten gar nicht gehabt [ NellFischer156]
abwertend altes, abgetragenes Kleidungsstück
Beispiele:
alte, zerlumpte, schäbige, verdreckte, speckige Klamotten
Hast du eine anständige Kluft? In den Klamotten kannst du doch nicht heiraten [ RemarqueZeit zu leben256]
wertloser Gegenstand, Kram
Beispiele:
was bringst du da für Klamotten?
was soll ich mit den Klamotten?
diese alten Klamotten kannst du wegwerfen
pack, nimm deine Klamotten (= deine Sachen) und hau ab!
such deine Klamotten zusammen und verschwinde!
2.
landschaftlich, besonders berlinisch, abwertend zerbrochener Mauerstein
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
die wertlosen Klamotten auf dem Bauplatz beiseiteräumen
die Kinder bewarfen sich mit Klamotten (= Dreck)
3.
abwertend derbes, schwankhaftes Unterhaltungsstück, das nur alberne Späße aneinanderreiht
Beispiele:
eine alte, urkomische, pantomimische Klamotte
Das bedeutet nicht, daß billige Klamotte gespielt wird [ Tageszeitung1953]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klamotte · Klamotten
Klamotte f. ‘zerbrochener Ziegelstein, alter Kram, veraltetes bzw. auf grober Komik beruhendes Theaterstück’ breitet sich in der 1. Hälfte des 20. Jhs. von Berlin her aus; häufig ist der Plur. Klamotten ‘alte Kleider, ärmliche Möbel’. Die Herkunft des Wortes, das der Berliner Gaunersprache (um 1900) entstammt, ist nicht bekannt. Verbindungen zu tschech. (älter) klamol ‘Bruchstück’, zu Schamott (s. d.), zu rotw. Klabot ‘Kleidung’ oder zu jidd. k’le umonos ‘Handwerksgerät’ sind ungesichert.

Thesaurus

Kunst
Synonymgruppe
Blödelei · Kintopp (im Film) · Klamauk · Klamotte · Situationskomik · grotesker Gag · platte Komik  ●  Slapstick  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Kleidungsstück  ●  Anziehsache(n)  ugs. · Klamotte(n) (leicht salopp)  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt., rheinisch · Plünnen  ugs., rheinisch · Rapaiken  ugs., veraltet, schlesisch
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Burleske · Klamotte · Posse (Theater) · Schwank
Synonymgruppe
(eine) Klamotte · Klamaukfilm · Slapstick-Film  ●  Anarcho-Komödie  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Klamotte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klamotte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Klamotte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die haben ja eigentlich gar keine Klamotte im klassischen Sinne gemacht, sondern tragische Geschichten erzählt. [Der Tagesspiegel, 13.06.2003]
In diesem Buch endet die Aufklärung immer wieder in der Klamotte. [Die Zeit, 11.10.1985, Nr. 42]
Es blieb ihnen nichts, als Klamotte zum bösen Spiel zu machen. [Die Zeit, 30.05.1957, Nr. 22]
Sein Herz ist aus Stein, aber es schlägt noch immer für die Klamotte. [Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003]
Daß es da bei uns eine Überbesetzung gibt, ist eine Klamotte. [Süddeutsche Zeitung, 26.03.1999]
Zitationshilfe
„Klamotte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klamotte>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Klammeräffchen
Klammertasche
Klammerschürze
Klammersack
Klammergriff
Klamottenkiste
Klampe
Klampfe
Klampfenchor
Klampferer