Klaps, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klapses · Nominativ Plural: Klapse
Aussprache
Wortbildung mit ›Klaps‹ als Erstglied: ↗Klapsmann · ↗Klapsmühle  ·  mit ›Klaps‹ als Letztglied: ↗Abschiedsklaps · ↗Herzklaps · ↗Nervenklaps · ↗Schulterklaps
 ·  mit ›Klaps‹ als Grundform: ↗klapsig · ↗verklapsen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich leichter Schlag
Beispiele:
jmdm. einen Klaps geben, versetzen
ein freundschaftlicher, wohlgemeinter, ermunternder, leichter, kleiner, tüchtiger Klaps
es waren nur zwei, drei Klapse
sie gab ihm einen Klaps mit dem Fächer
das Kind bekam dafür einen Klaps auf den Mund
2.
salopp leichte Verrücktheit
Beispiele:
einen Klaps kriegen, bekommen
ich habe keinen Klaps
das ist so ein Klaps von ihm
sie hat einen Klaps damit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klaps · klapsen · verklapsen
Klaps m. ‘leichter Schlag mit der Hand’, zunächst wohl eine durch -s verstärkte Bildung (18. Jh.) zum Schallwort klapp und danach substantiviert (vgl. klack, Klacks und schnapp, Schnaps); eine unmittelbare Ableitung von ↗klappen (s. d.) ist unwahrscheinlich. In scherzhaft-abschätzigem Sinne steht Klaps für ‘leichte Verrücktheit’ (19. Jh.), offenbar nach der Vorstellung, daß ein Schlag auf den Kopf Ursache der Verwirrtheit sei; vgl. einen Klaps haben ‘nicht ganz bei Verstande sein’. Dazu Klapsmann m. ‘Dummkopf, alberner Mensch’, Klapskiste f., Klapsmühle f. ‘Nervenheilanstalt’ (um 1900). klapsen Vb. ‘einen leichten Schlag geben’, im 18. Jh. zum Substantiv gebildet. verklapsen Vb. ‘zum besten halten, veralbern’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(leichter) Schlag mir der flachen Hand · Klaps · ↗Streich  ●  ↗Patsch  ugs. · Patscher  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allerwerteste Erziehung Finger Hinter Hinterkopf Hintern Hinterteil Kuß Nacken Oberarm Ohrfeige Po Popo Rücken Schlag Schulter Wange anerkennend aufmunternd austeilen entlassen freundlich freundschaftlich kriegen kräftig leicht schaden verpassen versetzen väterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klaps‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schiebt mir noch einige Zigarren in die Tasche und entläßt mich mit einem freundschaftlichen Klaps.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 162
Er schob das Tier wieder zurück, brachte ihm noch Wasser, ein paar Büschel Heu, gab ihm einen leichten Klaps und ging zurück ins Haus.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 352
Da muss man mal ein Auge zudrücken, mal einen Klaps auf den Kopf geben.
Die Welt, 08.02.2003
Künftig sollen sie ohne den berühmten Klaps auf den Po auskommen.
Der Tagesspiegel, 23.03.2000
Warum auch ein Klaps auf den Po nicht in Ordnung ist.
Bild, 04.02.1999
Zitationshilfe
„Klaps“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klaps>, abgerufen am 09.12.2019.

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