Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Klarheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Klarheit · Nominativ Plural: Klarheiten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Klar-heit
Wortbildung  mit ›Klarheit‹ als Letztglied: Rechtsklarheit
eWDG

Bedeutungen

1.
Ungetrübtheit
a)
Helligkeit, Durchsichtigkeit, Reinheit
Beispiele:
die Klarheit des Sternenhimmels
Ich kannte solche Gebilde [Kristalle] … doch keine von vergleichbarer Klarheit und Schärfe [ GaiserNascondo27]
bildlich das Leuchtende, Strahlende, die Offenheit
Beispiel:
die Klarheit ihrer Augen, ihres Blickes
b)
übertragen das vernünftige, nüchterne Denken, die Verstandesschärfe, Geistesschärfe
Beispiel:
die Klarheit seines Denkens, Geistes, seiner Gedanken
2.
Deutlichkeit
a)
Verständlichkeit, Übersichtlichkeit
Beispiele:
seinen Ausführungen fehlte die Klarheit
darüber besteht wohl jetzt Klarheit (= das ist wohl jetzt verstanden)
darüber muss ich mir Klarheit verschaffen (= das muß ich ergründen)
umgangssprachlich, scherzhaftjetzt ist alle Klarheit restlos beseitigt (= jetzt ist alles verworren, gar nichts mehr zu verstehen)
b)
Eindeutigkeit
Beispiele:
Klarheit suchen, haben
über etw. Klarheit gewinnen
die Nachricht brachte Klarheit über ihr Schicksal
mit unbeirrbarer Klarheit sah er sein Ziel vor Augen
c)
Ordnung
Beispiel:
daß er keine Zeit fand, Klarheit in die Gedanken und Empfindungen zu bringen, die ihn beschäftigten [ UhsePatrioten1,244]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klar · Klarheit · klären · Klärung · erklären · Erklärung · verklären · verklärt · Kläranlage · Klartext
klar Adj. ‘durchsichtig, ungetrübt, hell, rein, deutlich, verständlich, nüchtern denkend, klug, selbstverständlich, natürlich’, in der Seemanns- und Fliegersprache ‘bereit, fertig’ (klar zum Gefecht, klar zur Landung). Mhd. klār ‘hell, lauter, rein, glänzend, schön, deutlich’ breitet sich im 12. Jh. vom Niederrhein her aus und wird (unter Einfluß von gleichbed. afrz. cler) zum höfischen Modewort. Es ist aus lat. clārus ‘laut, weithin schallend, hell, leuchtend, klar, deutlich, hervorstechend, berühmt, berüchtigt’ entlehnt, das wie lat. clāmāre ‘laut rufen, schreien, ausrufen, verkünden’ zu lat. calāre ‘ausrufen, zusammenrufen’ gehört; die Ausgangsbedeutung ‘laut, weithin schallend’ entspricht der des verwandten Adjektivs hell (s. d.). – Klarheit f. ‘Durchsichtigkeit, Helligkeit, Reinheit, Deutlichkeit, Verständlichkeit, Scharfsinn’, mhd. klārheit ‘Helligkeit, Reinheit, Heiterkeit, Glanz, Herrlichkeit, Deutlichkeit’. klären Vb. ‘klar, durchsichtig machen, Mißverständnisse, Zweifel beseitigen’, (reflexiv) ‘von Mißverständnissen, Zweifeln frei werden’, mhd. klæren ‘klar machen, verklären, erklären, verkünden’; Klärung f. ‘das Durchsichtigmachen, Beseitigung von Mißverständnissen, Zweifeln’, mhd. klærunge ‘Aufklärung, Schlichtung einer Sache’. erklären Vb. ‘deutlich, verständlich machen, äußern, verbindlich aussprechen, bezeichnen’, mhd. erklæren ‘klar, hell, lauter, deutlich machen, klar werden’; Erklärung f. ‘Erläuterung, Auslegung, verbindliche Aussage’ (15. Jh.). verklären Vb. ‘eine Sache schöner, besser, leuchtender erscheinen lassen, als sie wirklich ist’, (reflexiv) ‘einen beseligten, glücklichen Ausdruck bekommen’, oft im Part. Prät. verklärt ‘selig entrückt, beseligt’, mhd. verklæren ‘erhellen, erklären, erläutern’. Kläranlage f. ‘Anlage zur Reinigung der Abwässer’ (20. Jh.). Klartext m. ‘nicht chiffrierter bzw. dechiffrierter Text’ (20. Jh.). S. auch aufklären, Aufklärung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gewissheit · Klarheit · Sicherheit · Unzweifelhaftigkeit · Zuverlässigkeit
Assoziationen
Synonymgruppe
Durchsichtigkeit · Klarheit · Lichtdurchlässigkeit · Luzidität · Transparenz
Assoziationen
Psychologie
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Klarheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klarheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Klarheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Farben treten mit der Klarheit der Luft kräftiger als sonst hervor. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 288]
Wenn nicht, wird mir darüber auch das Schreiben des Buches Klarheit bringen. [Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 217]
Selten begegnet man allerdings der gleichen Klarheit wie bei ihm. [Reaney, Gilbert: Color. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 18925]
Werke: Über die Zahl der Werke, die ihm zuzuschreiben ist, herrscht keine restlose Klarheit. [Abert, Anna Amalie: Cicognini. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 6539]
Das ist zwar schizophren, aber ich glaube, in der Zerstörung von Klarheit liegt die wahre Klarheit. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Klarheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klarheit>.

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