Klatschmohn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKlatsch-mohn
WortzerlegungKlatschMohn
eWDG, 1969

Bedeutung

Unkraut der Getreidefelder, das im Juni und Juli scharlachrot blüht und dessen Blätter und lange, dünne Stängel mit abstehenden rauen Haaren besetzt sind
Beispiel:
leuchtend roter Klatschmohn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klatschen · Klatsch · Klatsche · Fliegenklatsche · Klatschmohn · Abklatsch
klatschen Vb. schallnachahmend für Geräusche, besonders beim Zusammenschlagen der flachen Hände oder beim Aufprall eines (flachen, feuchten) Körpers, ‘einen schallenden Laut von sich geben, durch Zusammenschlagen der Hände Beifall bekunden’. Dem seit dem 17. Jh. bezeugten Verb geht frühnhd. klatzen, später klatzschen, glatschen ‘schallen, schallend schlagen’ vorauf; ihm vergleichen sich nd. klats(k)en und nl. kletsen. Ebenfalls schallnachahmend steht klatschen im Sinne von ‘schwatzen, über Abwesende reden’ (17. Jh.), in der Schülersprache ‘ausplaudern, hinterbringen, petzen’. Klatsch m. ‘schallendes Geräusch, Schlag’, auch ‘Geschwätz, Gerede über Abwesende, üble Nachrede’ (18. Jh.); dazu Kaffeeklatsch m. (2. Hälfte 19. Jh.), klatschhaft Adj. (17. Jh.), Klatschmaul n. (18. Jh.). Klatsche f. ‘flaches Gerät zum Schlagen, klatschhafte Person, Schwätzerin’ (17. Jh.), Fliegenklatsche f. (17. Jh.). Klatschmohn m. scharlachrot blühendes Unkraut in Getreidefeldern (19. Jh.), nach dem Geräusch, das entsteht, wenn die in einem gefalteten Blütenblatt befindliche Luft dieses beim Zerdrücken sprengt, älter Glaczen (15. Jh.), Klatsche (17. Jh.), Klatschrose (17. Jh.), Klapperrose (16. Jh.). Abklatsch m. ‘(unvollkommene) Nachbildung, Nachahmung’, in der Druckersprache ‘Rohabzug, Probeabdruck’ (18. Jh.), weil dieser ohne Presse nur durch Klatschen und Klopfen mit der Bürste hergestellt wird, auch Bürstenabzug.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kornblume Margerite blühen leuchten rot

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klatschmohn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ist es die Vase mit dem Klatschmohn auf dem Altar?
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2003
In der Vase lässt der Klatschmohn ganz schnell seine Köpfchen hängen.
Bild, 02.06.2000
Die winzigen Samen des Klatschmohns und die als Streubüchse eingerichtete Fruchtkapsel haben wir schon kennengelernt.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 85
Zwei Vasen mit Binsen und Klatschmohn fielen zerschellend hoch vom Büfett.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 5023
Rosmarin, Petersilie und Schnittlauch wuchsen neben knallrotem Klatschmohn und wilden Rosen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 210
Zitationshilfe
„Klatschmohn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klatschmohn>, abgerufen am 14.11.2019.

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