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Klaviatur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Klaviatur · Nominativ Plural: Klaviaturen
Aussprache  [klavi̯aˈtuːɐ̯]
Worttrennung Kla-vi-atur · Kla-via-tur
Herkunft latinisierende Bildung zu Klavier
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
Die Klaviatur eines Akkordeons
Die Klaviatur eines Akkordeons
(Håkan Dahlström, CC BY 2.0)
Die Klaviatur eines Klaviers
Die Klaviatur eines Klaviers
(Jared, CC BY-SA 3.0)
von Tasteninstrumenten   Gesamtheit der Tasten
Synonym zu Manual¹ (1), Tastatur (2)DWDS
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: auf der Klaviatur klimpern
als Genitivattribut: die Tasten einer Klaviatur
Beispiele:
Heute bringt er [der Pianist], wo immer er auftritt, immer noch seine eigenhändig angepaßten [sic!] Klaviaturen zum Einbau mit, historisch dem jeweiligen Werk adäquat, akustisch dem jeweiligen Saal angemessen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2006]
[…] Ein Tasteninstrument ist ein Musikinstrument, bei welchem der Ton durch Niederdrücken einer oder mehrerer Tasten auf einer Klaviatur indirekt erzeugt wird. Die Tonerzeugung kann bei akustischen Tasteninstrumenten sehr verschieden sein. Man unterscheidet dabei zwischen Anschlagen (Klavier, Celesta), Zupfen (Cembalo) oder Blasen (Orgel, Akkordeon). [Das richtige Instrument finden, 14.03.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Umso mehr blitzte sein [Brad Mehldaus] Können im empathischen Mitspielen auf – […] wenn er Cluster und Akkorde sanft aus der Klaviatur presste, […]. [Neue Zürcher Zeitung, 29.01.2016]
[…] der Mann mit dem Hut greift voll in die Tasten auf der großen Klaviatur. [Bild, 31.05.2002]
Er kann mit fünf Jahren Klavier spielen und sucht sich mit seinen kleinen Fingern auf der Klaviatur Melodien zusammen, die noch nie jemand gehört hat, und Großvater Josef setzt sie in Noten. [Strittmatter, Erwin: Der Laden. Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 113]
Klaviatur (vom lat. clavis, Schlüssel) oder Tastatur, die Tastenreihen der Tasteninstrumente, bes. des Klaviers. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 35856]
2.
Vielfalt, breite Skala der Möglichkeiten, Spielarten, Formen von etw.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die ganze, gesamte Klaviatur [der Möglichkeiten, Gefühle usw.]
als Akkusativobjekt: die Klaviatur [von etw.] bedienen, beherrschen, spielen
in Präpositionalgruppe/-objekt: auf der Klaviatur [von etw.] spielen
mit Genitivattribut: die Klaviatur der Gefühle, Emotionen
Beispiele:
Er spielte […] auf der ganzen Klaviatur des Kunstbetriebs, als Künstler, Hochschullehrer, Kunstkritiker und nicht zuletzt als Experte für das Werk des […] Friedrich Vordemberge‑Gildewart (1899–1962), eines der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst. [Neue Osnabrücker Zeitung, 16.08.2022]
Vier Jahre nach dem Beitritt zur Welthandelsorganisation beherrscht China die Klaviatur von Annäherung und Abschottung, von Zugeständnis und Drohung nahezu perfekt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2006]
Im zeitgemäßen Fußball ist die Beherrschung der gesamten Klaviatur [von Spielzügen] gefordert. [Bild am Sonntag, 19.09.2004]
[…] [die US-Filmschauspielerin] Shirley MacLaine beherrscht die Klaviatur der feinsten Gefühlsnuancen, der Stimmungsschwankungen mit atemberaubender Sicherheit. [Süddeutsche Zeitung, 31.12.1994]
Der erzwungene Klinikaufenthalt ist die letzte Stufe einer »ganzen Klaviatur von Ausstiegshilfen« […], mit denen städtische Sozialarbeiter und Gesundheitsbeamte seit Jahren Aids‑Infizierte vom Frankfurter Straßenstrich holen wollen. [Der Spiegel, 07.12.1987]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klavier · Klaviatur · Klavichord
Klavier n. Musikinstrument, bei dem die Saiten durch mit Tasten verbundene Filzhämmerchen angeschlagen werden. Anfang des 16. Jhs. wird frz. clavier ‘Tastenreihe, Tastenbrett’ (zunächst der Orgel) übernommen und bezeichnet die ‘Gesamtheit der Tasten’, die ‘Klaviatur’. In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wird die Bezeichnung auf das ganze Instrument übertragen, die Bedeutung ‘Tastatur’ übernimmt Klaviatur f. (18. Jh.). In der allgemeinen Bedeutung ‘Saiteninstrument mit Tastatur’ kann Klavier bis Ende des 18. Jhs. sowohl für Klavichord (s. unten) wie für Klavizimbel (s. Cembalo) stehen; seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. gilt es auch für Pianoforte bzw. Fortepiano (s. Piano2) und wird indieser Verwendung (also zur Bezeichnung des Hammerklaviers) im 19. Jh. alleinherrschend. Mfrz. frz. clavier stellt sich zu frz. clef ‘Schlüssel, Taste’, aus lat. clāvis ‘Schlüssel, Riegel’, mlat. ‘Schlüssel zum Ventil der Orgelpfeife’ und ‘Taste’; wie andere Ableitungen bewahrt es das a der lat. Stammsilbe in vortoniger Stellung. – Klavichord n. Vorform des Klaviers (Saitenanschlag durch Metallplättchen). Nlat. clavicordium, eine Bildung zu lat. clāvis (s. oben) und lat. chorda ‘Darmsaite’ (s. Kordel), erscheint im 15. Jh. in dt. Texten, wird aber erst im 18. Jh. eingedeutscht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Klaviatur · Manual · Tastatur · Tastenfeld

Typische Verbindungen zu ›Klaviatur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klaviatur‹.

Zitationshilfe
„Klaviatur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klaviatur>.

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