Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Klavichord, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Klavichord(e)s · Nominativ Plural: Klavichorde
Aussprache 
Worttrennung Kla-vi-chord
Herkunft aus clavicordiumnlat < clāvislat ‘Schlüssel’, clāvismlat ‘Taste’ + chordalat ‘Darmsaite’ (Kordel)
eWDG

Bedeutung

als Frühform des Klaviers geltendes Tasteninstrument, dessen Saiten waagerecht und rechtwinklig zu den Tasten angeordnet sind und durch Metallplättchen, die sich an den Enden der Tasten befinden, angeschlagen werden
Beispiel:
Das Klavichord ist gar zu zart … für unsere einfache Choralmusik [ KlepperSchatten726]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klavier · Klaviatur · Klavichord
Klavier n. Musikinstrument, bei dem die Saiten durch mit Tasten verbundene Filzhämmerchen angeschlagen werden. Anfang des 16. Jhs. wird frz. clavier ‘Tastenreihe, Tastenbrett’ (zunächst der Orgel) übernommen und bezeichnet die ‘Gesamtheit der Tasten’, die ‘Klaviatur’. In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wird die Bezeichnung auf das ganze Instrument übertragen, die Bedeutung ‘Tastatur’ übernimmt Klaviatur f. (18. Jh.). In der allgemeinen Bedeutung ‘Saiteninstrument mit Tastatur’ kann Klavier bis Ende des 18. Jhs. sowohl für Klavichord (s. unten) wie für Klavizimbel (s. Cembalo) stehen; seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. gilt es auch für Pianoforte bzw. Fortepiano (s. Piano2) und wird indieser Verwendung (also zur Bezeichnung des Hammerklaviers) im 19. Jh. alleinherrschend. Mfrz. frz. clavier stellt sich zu frz. clef ‘Schlüssel, Taste’, aus lat. clāvis ‘Schlüssel, Riegel’, mlat. ‘Schlüssel zum Ventil der Orgelpfeife’ und ‘Taste’; wie andere Ableitungen bewahrt es das a der lat. Stammsilbe in vortoniger Stellung. Klavichord n. Vorform des Klaviers (Saitenanschlag durch Metallplättchen). Nlat. clavicordium, eine Bildung zu lat. clāvis (s. oben) und lat. chorda ‘Darmsaite’ (s. Kordel), erscheint im 15. Jh. in dt. Texten, wird aber erst im 18. Jh. eingedeutscht.

Thesaurus

Geschichte, Musik
Synonymgruppe
Clavichord · Klavichord
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Klavichord‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei zittern die alten Gemälde an der Wand und das Klavichord in der Ecke. [Die Zeit, 22.04.1977, Nr. 17]
Sie war auch eine Meisterin des Cembalos und des Klavichords. [Die Welt, 21.07.2003]
Zu Beginn wurden Klavichord und Spinett ohne eigenen Unterbau von Tisch zu Tisch getragen oder im Stehen gespielt. [o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 12502]
Überraschend sind aber jene Tracks, auf denen man Jarrett ausgiebigst am vorsintflutlichen Klavichord, an der Kirchenorgel, Flöte und Sopransaxofon herumfantasieren hören kann. [Die Welt, 21.06.2002]
Viola da Gamba und Laute begleiteten das Klavichord und Cembalo, die Laute erscheint oft in der Form der Theorbe. [o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 12502]
Zitationshilfe
„Klavichord“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klavichord>.

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