Kleber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klebers · Nominativ Plural: Kleber
Aussprache
WorttrennungKle-ber
Wortzerlegungkleben-er
Wortbildung mit ›Kleber‹ als Erstglied: ↗Klebereiweiß · ↗klebrig  ·  mit ›Kleber‹ als Letztglied: ↗Alleskleber · ↗Heißkleber · ↗Tütenkleber
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, fachsprachlich Klebstoff
2.
fachsprachlich die Backfähigkeit des Mehls bedingende, klebrige, zähe Eiweißmasse im Getreidekorn; Gluten
3.
Jugendsprache sitzen gebliebener Schüler
4.
Sport, Jargon Reitpferd, das sich im Rennen an ein anderes drängt u. nicht an diesem vorbeizubringen ist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kleben · kleiben · Kleiber · Kleber · klebrig · Klebstoff
kleben Vb. ‘mit Klebstoff befestigen, haften machen, haften, festhängen, klebrig sein’. Das schwache Verb ahd. klebēn (9. Jh.; anaklebēn, 8. Jh.), mhd. kleben ‘kleben, heften, festsitzen’ ist wie anders gebildetes asächs. kliƀon, aengl. cleofian, clifian, engl. to cleave, mnl. clēven, nl. kleven eine Durativbildung zum starken Verb ahd. klīban (8. Jh.), mhd. klīben ‘festsitzen, anhängen’, asächs. klīнan ‘Wurzel fassen, haften’, aengl. clīfan ‘anhaften, kleben’, anord. klīfa ‘klettern’. Sie führen mit den slaw. Verwandten aslaw. uglьběti ‘steckenbleiben, versinken’, serbokr. glȋb ‘Kot’ auf ie. *gleibh-, *gleip-, eine Labialerweiterung von ie. *glei- ‘kleben, schmieren’, wozu auch unter ↗Kleid (s. d.) dargestelltes Klei und griech. glía (γλία) ‘Leim’, gloiós (γλοιός) ‘dickes Öl, Harz, klebrige Feuchtigkeit’, lat. glūten ‘Leim’, lit. gliẽti ‘bestreichen, beschmieren, verkleben’, russ. (landschaftlich) glej (глей) ‘Ton, Lehm’ sowie das alte Nasalpräsens ahd. klenan ‘kleben, schmieren’ (9./10. Jh.), mhd. klenen gehören. Ie. *glei- ist seinerseits eine der zahlreichen Erweiterungen der verbreiteten Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. ↗Klafter, ↗Kleie, ↗klamm, ↗Klammer, ↗klettern, ↗klimmen, ↗Kloß, ↗Knäuel, ↗Kolben). Eine Kausativbildung zu ahd. klīban, mhd. klīben (s. oben) ist das heute nur noch im Obd. gebrauchte kleiben Vb. ‘kleben, kleistern, mit Lehm ausfüllen’, ahd. mhd. kleiben ‘anhaften, befestigen’, eigentlich ‘anhaften, kleben machen’, wozu Kleiber m. zu den Spechtmeisen gehörender kleiner Klettervogel (16. Jh.); der Name läßt sich daraus erklären, daß der Vogel die Öffnung seines Nestes bis auf ein kleines Flugloch mit Lehm und Speichel verklebt; doch ist auch eine Anknüpfung an die intransitive Bedeutung ‘festkleben, sich anklammern’ (vgl. anord. klīfa ‘klettern’) denkbar, so daß Kleiber als ‘Kletterer’ gedeutet werden kann; vgl. obd. (mundartlich) Kleiber ‘Lehmarbeiter, Maurer’, mhd. kleiber ‘wer eine Lehmwand macht, mit Lehm verstreicht’. Kleber m. ‘Klebstoff’ (19. Jh.), speziell ‘der bei der Stärkeherstellung aus Weizenmehl zurückbleibende klebrige Stoff’, mhd. kleber ‘Gummi, Baumharz, Schleim’. klebrig Adj. ‘klebend, zäh haftend, mit Klebstoff, Zähflüssigem, Feuchtem behaftet’, mhd. kleberic, zu mhd. kleber, ahd. klebar ‘klebrig, klebend’. Klebstoff m. ‘Paste oder zähe Flüssigkeit zum Kleben’, auch Kleb(e)mittel (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Klebstoff  ●  Adhesiv  fachspr. · Kleber  ugs.
Synonymgruppe
Gluten · Kleber · ↗Klebereiweiß
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bodenbelag Farbe Kunststoff Lack Leim Lösungsmittel Nachfolger Papier Pinsel Schere Stift Tapete abbinden auftragen befestigen biologisch entfernen enthalten haften herstellen kleben lösemittelhaltig riechen speziell verwenden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kleber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er fällt nicht, sondern segelt; er flieht einerseits vor uns, andererseits springt er Dinge an und haftet fester an ihnen als mit einem Kleber befestigt.
Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 06
Der Kleber ist jedoch sehr teuer, weswegen er nicht täglich benutzt wird.
Süddeutsche Zeitung, 29.01.1999
Man setzt nur soviel Kleber an, wie unmittelbar verbraucht werden kann.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 102
Sie gehörte auch nicht zur Gruppe der »Kleber«, die einen Besuch endlos ausdehnen und sich gar nicht trennen können.
Schütte, Carl: Willst du erfahren was sich ziemt? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1934], S. 6715
Man wird die Wohnung in der Avenue Kleber beziehen und das alte Leben beginnen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 438
Zitationshilfe
„Kleber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kleber>, abgerufen am 23.04.2019.

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