Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kleie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kleie · Nominativ Plural: Kleien · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kleie‹ als Erstglied: Kleienflechte · kleiehaltig  ·  mit ›Kleie‹ als Letztglied: Gerstenkleie · Weizenkleie
eWDG

Bedeutung

beim Mahlen des Getreides zurückbleibendes Abfallprodukt aus Schalen und Hülsen, das, mit Mehl vermischt, vorwiegend als Futtermittel verwendet wird
Beispiele:
das Vieh mit Kleie füttern
ein Futtergemisch aus Hafer und Kleie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kleie f. beim Mahlen des Getreides anfallende Rückstände, ahd. klī(w)a (9. Jh.), mhd. klī(w)e, mnd. klīe, kleye stellen sich im Sinne von ‘klebrige Masse’ wie lit. gleĩvės Plur. ‘Schleim’, lett. glīve ‘grüner Schleim auf dem Wasser, Schlick’, russ. (mundartlich) glev (глев) ‘Schleim der Fische’ als Bildungen mit u̯-Formans zu der unter kleben (s. d.) angeführten Erweiterung ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’.

Typische Verbindungen zu ›Kleie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kleie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kleie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Besonders aber macht sich der Mangel an Kleie sehr störend bemerkbar. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 06.03.1925]
Man nehme Kleie unter das Mehl und schaue nicht auf die Farbe, sondern auf den Nährwert! [Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 120]
Auch Kleien sind, falls unverfälscht, ein gutes Futter, namentlich für ältere Pferde. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 611]
In den ersten vier Tagen gibt man neben süßem Heu angefeuchtete Kleie oder Gerstenschrot. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 608]
Während die Schaumstoffe praktisch nicht verrotten, ist Kleie leicht und biologisch abbaubar. [o. A.: Kühlschrank im Kleiekleid. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Zitationshilfe
„Kleie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kleie>.

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