Kleinod, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kleinod(e)s · Nominativ Plural: Kleinode/Kleinodien
Aussprache
WorttrennungKlein-od
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben kostbares Schmuckstück
Beispiele:
ein Kleinod aus Perlen
ein köstliches Kleinod
seltene, teure, unschätzbare Kleinodien
er hütet sie wie ein Kleinod
übertragen Kostbarkeit
Beispiele:
sie ist sein Kleinod
dieses Werk ist ein Kleinod der Novellistik
die neue Gaststätte wird ein Kleinod unserer Wälder werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kleinod n. ‘kostbares Schmuckstück, Juwel’, übertragen ‘Kostbarkeit’. Mhd. kleinōt, kleinœte, kleinœde, mnd. klēnȫde, klēnōde bedeutet ursprünglich ‘kleines Ding, Kleinigkeit’, dann ‘kleine (fein, zierlich, kunstreich) gearbeitete Sache’, woraus ‘kostbares Schmuckstück’. Es ist mit dem Suffix westgerm. -ōðja-, ahd. -ōti (s. auch ↗Armut, ↗Einöde, ↗Heimat) zu dem unter ↗klein (s. d.) dargestellten Adjektiv im Sinne von ‘fein, zierlich’ gebildet. Der Plural Kleinodien kommt im 16. Jh. auf, vermutlich unter Einfluß von kanzleisprachlichem mlat. clenodium (aus mhd. kleinōt, unter formaler Anlehnung an mlat. allodium?). An die frühe Bedeutung ‘Kleinigkeit’ anschließend (vornehmlich obsächs.) in kollektivem Sinne kleinot (16. Jh.), kleinod (17. Jh.) ‘Flügel, Hals und Inneres vom Geflügel, Vorderläufe, Hals und Inneres vom Hasen’, im Plural Kleinote, Kleinodien (18. Jh., auch vom Rind); vgl. obsächs. Gänsekleind, -kleint (18. Jh.). Dann allgemein Gänse-, Hasenklein (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hort · ↗Juwel · ↗Kostbarkeit · ↗Schatz · ↗Schmuckstück · ↗Vermögen · wertvoll(st)er Besitz  ●  ↗Kronjuwel(en)  fig. · Kleinod  geh. · ↗Tafelsilber  ugs., fig.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Edelstein · ↗Juwel · ↗Klunker · ↗Schmuckstein · ↗Schmuckwerk · ↗Stein
  • (das angesparte) Kapital aufzehren · (sein) Vermögen aufzehren · die (letzten) Reserven angreifen  ●  (das) Tafelsilber verkaufen  variabel, fig. · (sein) letztes Hemd verkaufen (müssen)  fig. · ans Eingemachte gehen (müssen)  fig. · von der Substanz leben  Hauptform
Antonyme
  • Kleinod  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baukunst Nationalstolz architektonisch barock bauhistorisch baulich denkmalgeschützt funkelnd gastronomisch gärtnerisch hüten klassizistisch kolonial kostbar kulinarisch kulturhistorisch kunsthistorisch köstlich landschaftlich mittelalterlich museal märkisch rar restauriert schützenswert städtebaulich touristisch urban verborgen versteckt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kleinod‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Derweil scheint sich allerdings niemand für das denkmalgeschützte Kleinod verantwortlich zu fühlen.
Der Tagesspiegel, 05.10.2001
Es sei in wenigen Jahren gelungen, das einmalige barocke Kleinod in großen Teilen wiederherzustellen.
Die Welt, 29.05.2000
Das habe ich gehütet wie ein Kleinod mein Leben lang.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8158
Das Licht der Sterne glitzerte ein letztes Mal in den Kleinodien.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 972
Daher das Schicksal des Kleinods mit dem Augenblick seines Erscheinens in der Welt auch besiegelt war.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 278
Zitationshilfe
„Kleinod“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kleinod>, abgerufen am 23.01.2019.

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