Klemme, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Klemme · Nominativ Plural: Klemmen
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Klemme‹ als Erstglied: ↗Klemmenspannung · ↗Klemmspannung  ·  mit ›Klemme‹ als Letztglied: ↗Abzweigklemme · ↗Drahtklemme · ↗Federklemme · ↗Geldklemme · ↗Haarklemme · ↗Kieferklemme · ↗Krokodilklemme · ↗Krokodilsklemme · ↗Lüsterklemme · ↗Tischklemme
eWDG

Bedeutungen

1.
kleiner Gegenstand mit zwei beweglichen oder federnden Armen zum Zusammendrücken, Befestigen, Festklemmen
Beispiele:
sie steckt die Haare mit Klemmen fest
die Briefe werden mit einer Klemme zusammengeheftet
er befestigte die Luftpumpe an zwei Klemmen des Fahrrades
Medizin Klammer
Beispiel:
der Arzt nahm bei der Operation mehrere Klemmen
2.
umgangssprachlich Notlage, Verlegenheit
Beispiele:
in der Klemme sein, sitzen
in die Klemme kommen, geraten
jmdn., sich aus der Klemme ziehen (= jmdn., sich aus einer unangenehmen Lage befreien)
du musst mir aus der Klemme helfen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klemmen · Klemme · Klemmer
klemmen Vb. ‘festdrücken, einzwängen’, reflexiv ‘sich quetschen’, mhd. klemmen ‘mit den Klauen packen, einzwängen, kneipen’, früher bezeugt in ahd. biklemmen (s. ↗beklommen), ist Kausativum zum starken Verb mhd. klimmen (intransitiv) ‘steigen, klettern’, (transitiv) ‘erklimmen, zwicken, kneifen, packen’ (s. ↗klimmen); dazu vgl. die ablautenden Bildungen ↗klamm, ↗Klamm, ↗Klammer (s. d.). Die Studenten- und Schülersprache hat klemmen zu ‘ausspannen, stehlen’ (um 1900) entwickelt. Klemme f. ‘Gerät zum Zusammendrücken, Festklemmen’, übertragen ‘Notlage, Verlegenheit’, mhd. klemme, klemde ‘Klemmung, Einengung’. Klemmer m. ‘bügelloses, auf die Nase geklemmtes Zweiglas’ (auch Kneifer, Zwicker), gekürzt (2. Hälfte 19. Jh.) aus Nasenklemmer, einer Übersetzung von frz. pince-nez.

Thesaurus

Synonymgruppe
Clipschelle · Klemme · ↗Schelle · Taschenklemme
Synonymgruppe
Klampe · Klemme
Synonymgruppe
(in der) Patsche · (in der) Tinte (sitzen) · ↗Misslichkeit · ↗Not · ↗Notlage · ↗Schwierigkeit · ↗Schwulität (meist Plur.: in Schwulitäten) · ↗Verlegenheit · missliche Situation · schwierige Situation · verzwickte Situation  ●  ↗Bedrängnis  geh. · ↗Bredouille  ugs., franz. · Klemme  ugs. · Schwulibus  ugs., selten · ↗Verdrückung  ugs., regional
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Klemme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klemme‹.

Verwendungsbeispiele für ›Klemme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sitzt in der Klemme, da er in zehn Jahren 240 Stellen einsparen muss.
Süddeutsche Zeitung, 09.04.2002
Eines Tages gerät er ohne eigene Schuld in die Klemme.
Die Zeit, 16.02.1987, Nr. 07
Die Klemme umfaßt den Stiel des Sackes, ich presse sie zu, sie sitzt fest.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 181
Wegen dieses schwer lösbaren Problems befinden sich oft viele Frauen in der Klemme.
Eichler, Lillian: So oder so? In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 20594
Die Juden sind in böser Klemme, es ist viel Geld zu verdienen; möglich sei, daß er eine ähnliche Äußerung getan habe.
Friedländer, Hugo: Der Königliche Hof- und Domprediger Adolf Stöcker in dem Beleidigungsprozeß wider den Redakteur Heinrich Bäcker als Zeuge. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 7885
Zitationshilfe
„Klemme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klemme>, abgerufen am 21.06.2021.

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