Klemmer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klemmers · Nominativ Plural: Klemmer
Aussprache
WorttrennungKlem-mer (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

Brille ohne Bügel, meist auch ohne Fassung der Gläser, die mit ihrem elastischen, die Gläser verbindenden Metallteil auf die Nase geklemmt wird, Kneifer, Zwicker
Beispiel:
Frau Permaneder, den Klemmer gänzlich schief und zweckwidrig auf der Nase [Th. MannBuddenbrooks1,634]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klemmen · Klemme · Klemmer
klemmen Vb. ‘festdrücken, einzwängen’, reflexiv ‘sich quetschen’, mhd. klemmen ‘mit den Klauen packen, einzwängen, kneipen’, früher bezeugt in ahd. biklemmen (s. ↗beklommen), ist Kausativum zum starken Verb mhd. klimmen (intransitiv) ‘steigen, klettern’, (transitiv) ‘erklimmen, zwicken, kneifen, packen’ (s. ↗klimmen); dazu vgl. die ablautenden Bildungen ↗klamm, ↗Klamm, ↗Klammer (s. d.). Die Studenten- und Schülersprache hat klemmen zu ‘ausspannen, stehlen’ (um 1900) entwickelt. Klemme f. ‘Gerät zum Zusammendrücken, Festklemmen’, übertragen ‘Notlage, Verlegenheit’, mhd. klemme, klemde ‘Klemmung, Einengung’. Klemmer m. ‘bügelloses, auf die Nase geklemmtes Zweiglas’ (auch Kneifer, Zwicker), gekürzt (2. Hälfte 19. Jh.) aus Nasenklemmer, einer Übersetzung von frz. pince-nez.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sah mich mit kleinen grauen Augen durch seinen schiefsitzenden Klemmer an.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 952
Die Politik forderte Klemmer auf, für Ruhe an der Steuerfront zu sorgen, damit die Investoren wieder sicher kalkulieren könnten.
Die Welt, 26.03.2004
Das Foto ist symmetrisch und sollte als Vorlage für ein Ölbild Klemmers dienen.
Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42
Ein Zahnarzt im weißen Mantel lehnt sich aus einem Fenster im ersten Stock des gegenüberliegenden Hauses und schaut durch einen altmodischen Klemmer interessiert auf Wera.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 163
Er trug einen spärlichen, sehr geraden Scheitel in der Mitte und einen Klemmer darunter.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 308
Zitationshilfe
„Klemmer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klemmer>, abgerufen am 18.10.2019.

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