Klepper, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kleppers · Nominativ Plural: Klepper
Aussprache
WorttrennungKlep-per
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend minderwertiges Pferd, Gaul
Beispiele:
ein abgetriebener, alter Klepper
ein paar armselige Klepper, die sich nicht aus dem Stall rührten [KusenbergNicht zu glauben76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klepper · Buschklepper
Klepper m. ‘minderwertiges, verbrauchtes, dürres Pferd’, mnd. klepper, klöpper, klapper ‘Reitpferd’, wohl (nach den klappernden Hufen) gebildet zu mnd. kleppen ‘kurze helle Geräusche durch Schlagen hervorbringen’ (vgl. frühnhd. klepfen ‘knallen’, 15. Jh.), einer Variante neben lautmalendem mnd. klappen, klapperen (s. ↗klappern). Der nd. Ausdruck dringt rasch südwärts, begegnet im 15. Jh. im Md. und im 16. Jh. auch im Obd. Die heutige pejorative Bedeutung entwickelt sich (über Fügungen wie mnd. ōlder klapper) in der Mitte des 18. Jhs. Buschklepper m. ‘berittener Wegelagerer, Strauchdieb’ (17. Jh.), der sich samt Pferd im Buschwerk (s. ↗Busch) verbirgt; auch sonst steht Klepper in älterer Sprache gelegentlich für ‘Reiter’.

Thesaurus

Synonymgruppe
schlechtes Pferd  Hauptform · Brauereigaul  derb, abwertend · ↗Gaul  ugs., abwertend · Klepper  derb, abwertend · ↗Kracke  ugs., abwertend · ↗Mähre  derb, abwertend · ↗Schabracke  ugs., abwertend · ↗Schindmähre  ugs., abwertend
Oberbegriffe
  • Einhufer · ↗Gaul · ↗Ross  ●  ↗Pferd  Hauptform · ↗Rössel  regional · Rössli  schweiz. · (der) Zosse(n)  ugs. · ↗Hottehü  ugs., Kindersprache · Hottemax  ugs., Kindersprache

Typische Verbindungen
computergeneriert

dürr mager

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klepper‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Dramaturgie guckt durch den Film wie die Knochen durch das Fell eines Kleppers.
Die Zeit, 01.04.1966, Nr. 14
Der Klepper ist 18 Jahre alt, kommt "Wuschel" regelmäßig auf ihrer Weide besuchen.
Bild, 12.10.2002
Urban verkleidete Weinausrufer in buntem Gewand, und zwar auf einem dürren Klepper!
Völkischer Beobachter (Bayernausgabe), 02.03.1930
Da sind auch die Pferde, erbarmenswerte Klepper, mit verbundenen Augen, geritten von Lanzenträgern in gigantischen Steigbügeln.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 283
Der Ausritt auf dem Klepper, mit unzulänglicher Person, grotesken Wahnbildern, vergangener Ideologie, ist und bleibt komisch.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 133
Zitationshilfe
„Klepper“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klepper#1>, abgerufen am 12.12.2019.

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Klepper

GrammatikEigenname
WorttrennungKlep-per
Wortbildung mit ›Klepper‹ als Erstglied: ↗Klepperboot · ↗Kleppermantel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klepper · Buschklepper
Klepper m. ‘minderwertiges, verbrauchtes, dürres Pferd’, mnd. klepper, klöpper, klapper ‘Reitpferd’, wohl (nach den klappernden Hufen) gebildet zu mnd. kleppen ‘kurze helle Geräusche durch Schlagen hervorbringen’ (vgl. frühnhd. klepfen ‘knallen’, 15. Jh.), einer Variante neben lautmalendem mnd. klappen, klapperen (s. ↗klappern). Der nd. Ausdruck dringt rasch südwärts, begegnet im 15. Jh. im Md. und im 16. Jh. auch im Obd. Die heutige pejorative Bedeutung entwickelt sich (über Fügungen wie mnd. ōlder klapper) in der Mitte des 18. Jhs. Buschklepper m. ‘berittener Wegelagerer, Strauchdieb’ (17. Jh.), der sich samt Pferd im Buschwerk (s. ↗Busch) verbirgt; auch sonst steht Klepper in älterer Sprache gelegentlich für ‘Reiter’.
Zitationshilfe
„Klepper“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klepper#2>, abgerufen am 12.12.2019.

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