Kleptomane, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kleptomanen · Nominativ Plural: Kleptomanen
Aussprache
WorttrennungKlep-to-ma-ne (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Kleptomane‹ als Erstglied: ↗Kleptomanin · ↗kleptomanisch
eWDG, 1969

Bedeutung

jmd., der an Kleptomanie leidet
Beispiel:
er ist ein Kleptomane und stiehlt alles, was ihm unter die Finger kommt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Manie · manisch · Nymphomanie · nymphoman · Kleptomanie · Kleptomane · kleptomanisch · Pyromanie · Anglomanie · Anglomane · angloman · Bibliomanie · Bibliomane
Manie f. ‘Besessenheit, Sucht, krankhafte Leidenschaft’. Lat. mania, griech. manía (μανία) ‘Wut, Raserei, Wahnsinn’, abgeleitet von griech. má͞inesthai (μαίνεσθαι) ‘rasen, wüten, von Sinnen, verzückt sein’ (s. ↗mahnen), führt zu medizin.-lat. Mania ‘Tollwut, Tobsucht’. Daraus eingedeutschtes Manie (16. Jh.) wird dann in dem abgeschwächten Sinne ‘Verlangen, Sucht’ allgemein (2. Hälfte 18. Jh., geläufig 19. Jh.). Im medizinischen Bereich gilt es heute für eine Phase des manisch-depressiven Irreseins. Dazu manisch Adj. ‘tobsüchtig, krankhaft erregt’ (Ende 19. Jh.); vgl. griech. manikós (μανικός) ‘rasend, wütend’. Nach antikem Vorbild, vgl. griech. hydromanía (ύδραμανία) ‘Wassersucht’, bildet Manie auch im Dt. verschiedene Komposita und bezeichnet dabei eine krankhafte oder übersteigerte Sucht bzw. eine übertriebene Schwärmerei. Nymphomanie f. ‘Mannstollheit’ (19. Jh.), medizin.-lat. nymphomania (um 1700), vgl. auch frz. nymphomanie (1. Hälfte 18. Jh.); nymphoman Adj. ‘mannstoll’ (20. Jh.), älter nymphomanisch (19. Jh.); s. ↗Nymphe. Kleptomanie f. ‘zwanghafter Trieb zum Diebstahl ohne Bereicherungsabsicht, Stehlsucht’ (Mitte 19. Jh.), gelehrte Bildung der Psychiatrie zu griech. kléptein (κλέπτειν) ‘stehlen’; Kleptomane m. kleptomanisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.). Pyromanie f. ‘krankhafter Trieb zur Brandstiftung’, gelehrte Bildung (19. Jh.) zu griech. pȳr (πῦρ) ‘Feuer’. Außerhalb der Medizin Anglomanie f. ‘übertriebene Liebe zu allem, was englisch ist, kritiklose Nachahmung alles Englischen’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. voraufgehendes frz. anglomanie (Mitte 18. Jh.); Anglomane m. (Mitte 19. Jh.); angloman Adj. (Ende 19. Jh.). Bibliomanie f. ‘übertriebene Bücherliebe, Büchersammelwut’ (18. Jh.); Bibliomane m. ‘leidenschaftlicher Büchersammler, Büchernarr’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kleptomane · an Kleptomanie leiden(d)
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einzelnen Ländern feiern die Kleptomanen sogar noch größere Erfolge.
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2000
Papa Vic trinkt gerne und wird dann aggressiv, ist impotent, leicht homoerotisch und ein Kleptomane.
Süddeutsche Zeitung, 29.04.2002
Wer so verklemmt auf Etatismus setzt, degeneriert eben zum fiskalischen Kleptomanen.
Die Welt, 19.06.1999
Wie viele davon auf das Konto von Kleptomanen gehen, weiß niemand.
Die Zeit, 02.03.1990, Nr. 10
Die Folgen der entwürdigenden Arbeit unter Tage, die Verrohung und Lethargie der Grubenarbeiter verdichtet Turek in gestochen scharfen Bildern von Kleptomanen, Alkoholikern und Neurotikern.
konkret, 1986
Zitationshilfe
„Kleptomane“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kleptomane>, abgerufen am 24.03.2019.

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