Klette, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Klette · Nominativ Plural: Kletten
Aussprache
WorttrennungKlet-te
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
zu den Korbblütlern gehörende, an Wegrändern stehende krautige Pflanze, die violette Blüten und stachlige, mit Widerhaken versehene Hüllblätter hat
2.
kugeliger, hakiger, sich anhängender Blütenstand oder Fruchtstand von 1
Beispiele:
die Kinder bewarfen sich mit Kletten
sie hängte sich an ihn wie eine Klette
wie die Kletten zusammenhalten, zusammenhängen, zusammenkleben (= unzertrennlich sein)
umgangssprachlich, abwertend, übertragen übermäßig anhänglicher, lästiger Mensch
Beispiel:
du bist die reinste Klette (= bist nicht abzuschütteln)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klette f. mit Widerhaken versehene und daher leicht anhaftende Samenkapsel eines purpurfarben blühenden Korbblütlers sowie diese Pflanze selbst, ahd. kletta, kledda f., kletto, kleddo m. (9. Jh.), mhd. klette f., asächs. kledda f., kleddo m., mnd. klette; verwandt sind mit Doppelspirans mnl. clisse, nl. klis, mit einfacher Spirans aengl. cliþe sowie mit einfachem Dental und ablautend aengl. clāte, engl. (mundartlich) clote ‘Klette’. Ausgehend von einer Bedeutung ‘die Anhaftende’ ist anzuknüpfen an die Dentalerweiterung ie. *gleit- bzw. *glit- (s. ↗klettern und ↗Kleid) der unter ↗kleben (s. d.) genannten erweiterten Form ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ zur Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anhängliche Person  ●  Klette  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Distel Killer Staub aneinanderhängen haften hangen heften hängen kleben lästig zusammenhalten zusammenhängen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klette‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie eine Klette hängte sie sich an das führende Trio.
Bild, 11.08.1997
Und die Kletten, die an seiner Hose saßen, flogen in weiten Bögen ab.
Heym, Georg: Der Dieb. In: Deutsche Literatur, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1911], S. 9628
Die stachligen, verblühten Kletten, die ich nicht pflücken wollte, hingen an meinem Mantel.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 90
Wir mußten einmal nach jahrelanger Pause zu den alten Kaufmanns; sie hängen sich wie die Kletten an uns, rührend und gräßlich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1935. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1935], S. 32
Ich wußte, daß dieser Largent eine Klette war, nicht abzuschütteln.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 909
Zitationshilfe
„Klette“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klette>, abgerufen am 18.02.2019.

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