Klientel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Klientel · Nominativ Plural: Klientelen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungKli-en-tel (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Klientel‹ als Erstglied: ↗Klientelpolitik  ·  mit ›Klientel‹ als Letztglied: ↗Kernklientel
eWDG, 1969

Bedeutung

Gesamtheit der Klienten
Beispiel:
eine große Klientel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klient · Klientel
Klient m. ‘der von einem Rechtsanwalt Beratene, Vertretene’, Mitte des 16. Jhs. aus lat. cliēns (Genitiv clientis) ‘der sich schutzeshalber an einen Patron Anlehnende, Schützling, Schutzbefohlener einer Gens’ (auch ‘Lehnsmann, Vasall’ in Gallien und Germanien) entlehnt. Das alte Rechtswort ist verwandt mit dem dt. Verb ↗lehnen (s. d.) und den dort aufgeführten außergerm., auch lat. Formen. Klientel f. ‘Gesamtheit der Klienten’ (18. Jh.), aus lat. clientēla ‘das zwischen einem Klienten und seinem Patron bestehende Verhältnis der Schutzgenossenschaft, Gesamtheit der Schützlinge’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abnehmerkreis · Klientel · ↗Kundenkreis · ↗Kundenstamm · ↗Kundschaft · ↗Zielgruppe  ●  ↗Kunde  österr.
Assoziationen
  • Interessenpartei  ●  Klientelpartei  abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

angepeilt angesprochen angestammt ansprechen anspruchsvoll bedienen betucht buhlen eigen exklusiv finanzkräftig gehoben jeweilig kaufkräftig klassisch konservativ mittelständisch mobilisieren traditionell treu umwerben umworben ureigen vermögend verprellen verschrecken verwöhnt wohlhabend zahlungskräftig zufriedenstellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klientel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihr vorrangiges Ziel ist die Sicherung der Anliegen ihrer Klientel.
Die Welt, 09.01.2003
Die hochqualifizierte Klientel reagiert mittlerweile gerne auf die Fülle der Angebote.
Der Tagesspiegel, 10.08.2001
Dies ist in Rom wohl die Quelle der späteren freieren Formen der Klientel gewesen.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 965
Die sozial-liberale Öffnung hatten sie mit einem Einbruch in ihre Klientel bezahlt.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 227
So trat an die Stelle der alten persönlichen Treueverhältnisse der Klientel eine neue Gliederung der Gesellschaft.
Pflaum, Hans-Georg: Das römische Kaiserreich. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 15539
Zitationshilfe
„Klientel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klientel>, abgerufen am 22.09.2019.

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