Kloake, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kloake · Nominativ Plural: Kloaken
Aussprache
WorttrennungKlo-ake · Kloa-ke (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Kloake‹ als Erstglied: ↗Kloakentier
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Kanal für Abwässer, Senkgrube
Beispiel:
die Kloake reinigen, entleeren
bildlich
Beispiel:
Es reizte mich, in die letzte Kloake des Lebens hinabzusteigen [St. ZweigAmok267]
2.
Zoologie gemeinsame Mündung von Darm, Harnblase und Geschlechtsorganen bei Lurchen, Kriechtieren, Vögeln und Kloakentieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kloake · Kloakentiere
Kloake f. ‘Abzugskanal für Abwässer, Jauchengrube’, im 16. Jh. (Cloacke f., daneben Cloa(c)k f. sowie bis ins 19. Jh. auch m. und n.), meist im Sinne von ‘Abtritt’, entlehnt aus lat. cloāca, cluāca (älter clovāca) ‘unterirdischer Abzugskanal’, abgeleitet von alat. cluere ‘reinigen, spülen’ (verwandt mit ↗lauter, s. d.). In der Zoologie ‘gemeinsame Körperöffnung von Darm, Harnblase und Geschlechtsorgan’ bei Lurchen, Kriechtieren, Vögeln und Kloakentieren (19. Jh.); dazu Kloakentiere Plur. Ordnung niederer, eierlegender Säugetiere der australischen Region (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Jauchegrube · ↗Jauchengrube · Kloake · ↗Latrine · ↗Senkgrube  ●  ↗Sickergrube  veraltend · Aalskuhle  ugs., ruhrdt., veraltet · Odelgrube (Odlgruam)  ugs., bair. · Puddelgrube  ugs., regional · Sudelgrube  ugs., sächsisch
Assoziationen
  • Güllebehälter · Güllegrube · Güllekeller · ↗Jauchegrube

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwasser Fluß Gestank Keller Meer Weib braun fließen fließend giftig gleichen mißbrauchen münden offen riechen riechend riesig schmutzig stinken stinkend verkommen verwandeln weiblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kloake‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In vielen Orten sind die Brunnen schon zu Kloaken geworden.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2004
Sogar die geschwollenen Bäche in den romantischen Tälern stinken wie Kloaken.
Der Spiegel, 08.12.1980
Sie reinigen die Kloaken und geleiten die einzelnen Termiten, die erscheinen, zu den "unbesetzten" Stellen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 332
Die Vorstellungen versanken in einer wehen, ermattenden Schlaflosigkeit wie in einer Kloake.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 93
Dieser Radek versuchte, über die Leichen seiner Freunde aus jener blutigen Kloake herauszukriechen.
Schädlich, Hans Joachim: Tallhover, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 181
Zitationshilfe
„Kloake“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kloake>, abgerufen am 11.12.2019.

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