Klon, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klons · Nominativ Plural: Klone
Aussprache  [kloːn]
Wortbildung  mit ›Klon‹ als Erstglied: klonieren  ·  mit ›Klon‹ als Grundform: klonen
Herkunft aus cloneengl zu klṓngriech (κλών) ‘Zweig, Sprössling’
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Biologie aus ungeschlechtlicher Vermehrung hervorgegangener, genetisch identischer Nachkomme eines Lebewesens
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: echte, [genetisch] identische, genetische Klone; ein embryonaler, erwachsener, menschlicher Klon
als Akkusativobjekt: einen Klon erschaffen, schaffen, erzeugen; einen Klon austragen, gebären
in Präpositionalgruppe/-objekt: Stammzellen aus Klonen
mit Genitivattribut: der Klon eines Tieres
als Aktivsubjekt: ein Klon entsteht, lebt, überlebt, stirbt
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Klon aus einer Körperzelle
als Genitivattribut: die Herstellung eines Klons
a)
durch künstlich herbeigeführte Teilung, meist von embryonalen Stammzellen, geschaffen
Beispiele:
Das Schaf Dolly ist der erste Klon eines erwachsenen Tieres. [Die Welt, 09.08.2001]
Der Klon: Die genetische Kopie einer Englischen Bulldogge heißt Marlon, wie das verstorbene Original. [Bild, 26.09.2018]
Die Forscher […] hatten […] Stammzellen aus einem menschlichen Klon gewonnen. [Die Welt, 14.02.2004]
Das Gesetz verbietet es, einen menschlichen Klon durch die Verschmelzung einer Körperzelle mit einer entkernten Eizelle zu erschaffen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2000]
Klone gibt es nicht nur von Schafen – inzwischen sind auch Mäuse, Ziegen und Kühe geklont worden. [Neue Zürcher Zeitung, 09.06.1999]
Die ungeschlechtliche Nachkommenschaft einer einzelnen Zelle, welche man isoliert in einer Nährlösung zur Vermehrung gebracht hat, wird als Klon bezeichnet. [Grell, Karl G.: Protozoologie. Berlin [u. a.]: Springer 1956, S. 100]
b)
durch natürliche Teilung hervorgegangen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein natürlicher Klon
Beispiele:
Höhere Pflanzen klonen sich regelmäßig selbst, indem sie Knospen und Sprossen bilden, die […] sich zu einem eigenständigen Individuum, dem Klon, entwickeln. [Berliner Zeitung, 08.08.2001]
Im amerikanischen Bundesstaat Utah wächst eine riesige Zitterpappel‑Kolonie, die aus etwa 47.000 einzelnen Bäumen besteht. Weil es allesamt genetisch nahezu identische Klone sind und sie durch die Wurzeln unter der Erde miteinander in Verbindung stehen, wird dieser Wald als ein Organismus betrachtet […]. [Süddeutsche Zeitung, 22.10.2018]
Kartoffeln auf einem Acker sind […] natürliche Klone. [Berliner Zeitung, 08.08.2001]
Ein Klon […] besteht aus der Nachkommenschaft, die durch wiederholte […] Zellteilungen aus einer Elternzelle hervorgeht. [Die Zeit, 10.01.1986]
2.
übertragen identische Kopie eines Gegenstandes, einer Software, einer Webseite o. Ä.
Beispiele:
Wo eine [Web-]Seite gesperrt wird, entsteht sofort ein neuer Klon. [Der Standard, 28.04.2014]
Er [der Hacker] kann aus der Ferne die [SIM-]Karte [eines Handys] klonen und mit dem Klon auf Kosten des Nutzers telefonieren. [Die Zeit, 21.07.2013]
Seit 1979 hat die sowjetische Drehbank Differenzialgehäuse für den rumänischen […] Dacia 1300, einen Klon des Uralt‑Renault 12, ausgespuckt. Im August wird die Maschine, gemeinsam mit einigen anderen Museumsstücken aus der DDR[,] ausgemustert. [Der Standard, 09.07.2008]
Über […] Computer‑Netzwerke werden digitale Klone von Musiktiteln, Hörbüchern, Filmen, Software […] verbreitet. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2006]
3.
seltener, übertragen, meist abwertend Person, Firma, Sache o. Ä., die einem anderen, meist berühmteren, Vorbild in einer gewissen Hinsicht zum Verwechseln ähnelt
Beispiele:
[…] grosse Tänzerinnen und Tänzer sind keine Klone, sondern weisen in puncto Technik und Temperament sehr individuelle Profile auf. [Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2013]
Zehn Milliarden Dollar stecken in dem kurz vor dem Börsengang stehenden amerikanischen Fahrdienstleister Uber, sogar 14 Milliarden Dollar in dem chinesischen Klon Didi. [Die Welt, 25.04.2019]
Annegret Kramp‑Karrenbauer ist kein Klon von Angela Merkel. [Die Welt, 10.12.2018]
Urheberrechtsverletzungen in Games können vor allem geltend gemacht werden, wenn die Klone den Original‑Titel, Grafiken oder Sounds kopieren. Bei Spielmechaniken wird es schon schwieriger, um nicht zu sagen: unmöglich. [Die Zeit, 27.03.2014]
Als einen Klon seiner selbst hatte Thaksin [der frühere thailändische Premierminister] die […] jüngere Schwester bezeichnet, als er sie ins politische Rennen schickte. [Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2013]
Wir [ein Konzern] wollen […] kein Klon von [dem Online-Kaufhaus] Amazon werden, sondern gehen unseren eigenen Weg. [Die Zeit, 20.06.2012 (online)]
Patrick B[…] ist ein Klon aller Ehrgeizlinge im Börsenviertel, die die gleichen Kreditkarten besitzen […]. [Der Tagesspiegel, 05.09.2000]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klon · klonen
Klon m. durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandene erbgleiche Nachkommenschaft, Entlehnung (20. Jh.) von gleichbed. engl. clone, zuvor ‘Pflanze aus ungeschlechtlicher Vermehrung’ (um 1900), einer gelehrten Übernahme von griech. klōn (κλών) ‘Schößling, Zweig, Sproß’. klonen Vb. ‘genetisch identische Kopien von Lebewesen künstlich herstellen’ (20. Jh.), engl. to clone.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abbild · Ebenbild · Klon
Synonymgruppe
Abbild · Doppelgänger · Ebenbild  ●  (jemandes) Abziehbild  ugs. · Klon  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Klon‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klon‹.

Zitationshilfe
„Klon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klon>, abgerufen am 22.01.2022.

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