Kloppe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kloppe · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈklɔpə]
Worttrennung Klop-pe
Grundform kloppen
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

D-Nordost , D-Mittelost , D-Nordwest , D-Mittelwest , salopp eine Tracht Prügel, Schläge
Synonym zu Dresche, Haue (1)
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: Kloppe kriegen
Beispiele:
Anfangs hat er sich noch eingemischt, aber dann selber Kloppe bezogen. [Die Zeit, 19.09.1997]
Der Junge befand sich gegen 15 Uhr auf dem Weg nach Hause. Der [im Bus] hinter ihm sitzende Mann drohte ihm zunächst mit Kloppe. Dann strich er ihm wiederholt über den Kopf. Als der Schüler sich zum zweiten Mal umdrehte, schlug der Mann mit der Faust gegen dessen Hinterkopf. [Rhein-Zeitung, 19.12.2011]
»Immer krieg ich Kloppe«, jammert er […] leicht sächselnd. [Dresdner Neueste Nachrichten, 06.03.2013]
»Bei uns gibt es, wie an jeder anderen Schule, auch mal Kloppe[…] Nach Angaben mehrerer Eltern und Kinder gebe es an der Neuen Schule Hamburg massive Probleme mit Gewalt und organisatorisches Chaos. [Die Welt, 28.03.2008]
In den Lokalteilen der Ruhrgebietszeitungen wird ein Alltag beschrieben, der Kinder und Jugendliche als gefährliche Zeitgenossen erscheinen lässt. So prügelten in Recklinghausen 15‑ bis 18‑Jährige ein paar junge Männer aus purer »Lust auf Kloppe« spitalreif. [Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2007]
seltener, bildlich Zurechtweisung, harsche Kritik; deutliche, manchmal demütigende Niederlage
Beispiele:
Dortmund verliert im Viertelfinale der Champions League 0:3 bei Real Madrid[…]! Königliche Kloppe für [Trainer] Jürgen Klopp und seinen Champions‑League‑Finalisten 2013. [Bild, 03.04.2014]
Sigmar Gabriel ist genervt. Jetzt muss er sich auch noch fragen lassen, wie viel »Kloppe« er denn gerade kassiert habe in der Vorstandssitzung der Partei. [Die Zeit, 10.09.2012]
Jens B[…] wird jetzt Chefredakteur und der bekommt Kloppe für jeden Mist – es war immer so und wird immer so bleiben. [Der Spiegelfechter kriegt Nachwuchs, 02.04.2011, aufgerufen am 31.08.2020]
0:3‑Kloppe! […] Nix zu holen für St. Paulis Amateure! Beim BV (= Ballspielverein) Cloppenburg gabs […] vor 700 Fans reichlich »Kloppe« – 0:3. [Bild, 27.09.1999]
Erst muß er [ein dem Bremer Innensenator unterstellter Staatsrat] sich die Kloppe vom Finanzressort abholen, dann wird er vom Sessel geschubst. Nicht schön. Und zumindest die Kloppe hat er allein der Fettlebe seines Senators zu verdanken. [die tageszeitung, 22.02.1997]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klopfen · bekloppt · Kloppe · verkloppen · Klopfer
klopfen Vb. ‘leicht schlagen, pochen, rhythmisch schlagen’. Das lautnachahmende Verb, ahd. klophōn (9. Jh.), mhd. klopfen, mnd. mnl. kloppen steht im Ablaut zu ebenfalls lautnachahmendem klaffen und klappen (s. d.). Im Nd. und Md. ist unverschobenes kloppen gebräuchlich; dazu vgl. in der Umgangssprache bekloppt Adj. ‘beschränkt, nicht ganz bei Verstand, verrückt’ (20. Jh.), eigentlich ‘von einem Schlag auf den Kopf benommen’, Kloppe f. ‘Prügel, Schläge’, verkloppen Vb. ‘verprügeln, verhauen’, auch ‘unter der Hand (billig) verkaufen’ (um 1800), wohl nach dem Zuschlagen des Hammers bei Versteigerungen. Klopfer m. ‘Gerät zum Klopfen’ (16. Jh.); vgl. mhd. klopfære ‘Klopfender’.

Typische Verbindungen zu ›Kloppe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kloppe‹.

Zitationshilfe
„Kloppe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kloppe>, abgerufen am 05.08.2021.

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