Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kluft, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kluft · Nominativ Plural: Klüfte
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kluft‹ als Erstglied: kluftig · klüftig  ·  mit ›Kluft‹ als Letztglied: Felsenkluft · Felskluft · Gesteinskluft · Randkluft · Steinkluft
 ·  mit ›Kluft‹ als Grundform: geklüftet
eWDG

Bedeutung

Erdspalte oder Felsenspalte, Riss im Gestein
Beispiele:
die Bergsteiger mussten eine Kluft überspringen
der Felsen war von steilen Klüften zerfurcht
eine gähnende Kluft (= Abgrund) tat sich vor ihm auf
übertragen unüberbrückbarer Gegensatz
Beispiele:
beide trennte eine tiefe Kluft seit ihrem Zerwürfnis
eine abgrundtiefe Kluft bestand zwischen ihren Weltanschauungen
die Kluft zwischen Schein und Wirklichkeit
Ich bin es wohl, der sich inzwischen geändert hat. Zwischen heute und damals liegt eine Kluft […] [ RemarqueIm Westen170]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kluft1 · Kluppe · zerklüftet
Kluft1 f. ‘enger Gebirgseinschnitt, Schlucht, Fels-, Gletscherspalte’, übertragen ‘unüberbrückbarer Gegensatz, scharfe Trennung’, ahd. kluft ‘Zange, (Licht)schere’ (9. Jh.), mhd. kluft ‘Spalte, Felsenhöhle, Gruft, abgespaltenes Stück’, mnd. kluft, klucht ‘Spalte, Riß, Sprung, gespaltenes Holzstück, (Feuer)zange’, mnl. cluft, clucht ‘Gespaltenes, Abteilung’ ist schwundstufig mit ti-Suffix gebildetes Verbalabstraktum (germ. *klufti-) im Sinne von ‘Spaltung’ zu dem unter klieben ‘spalten’ (s. d.) behandelten Verb. Die für das Ahd. bezeugte Bedeutung ‘Zange, Schere’ ist ursprünglich ein ‘gespaltenes Stück Holz mit beweglichen Armen zum Festhalten, Einklemmen’, vgl. noch westfäl. Kluft ‘Herd-, Feuerzange’. Auf derselben Vorstellung beruht die verwandte fachsprachliche Bezeichnung Kluppe f. ‘Werkzeug zum Einspannen von Werkstücken’, ahd. klubba (11. Jh.), mhd. kluppe ‘abgespaltenes Stück’, frühnhd. ‘Zwangholz, Zange’. zerklüftet Part.adj. ‘von Rissen, Spalten durchzogen’ (18. Jh.), zu ungebräuchlichem zerklüften.

Typische Verbindungen zu ›Kluft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kluft‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kluft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun tut sich da eine gedanklich schwer überbrückbare Kluft auf. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 44]
In Rom gab es für entschiedene Männer keinen Weg an dieser Kluft vorbei. [Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1367]
In einem entscheidenden Parlament wäre aber die Kluft auf Dauer unüberbrückbar. [Der Spiegel, 19.10.1992]
Das führte auch zu einer tiefen Kluft zwischen den Schriftstellern. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]]
Notwendig sei es daher, die Kluft zwischen beiden Plänen zu überbrücken. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]]
Zitationshilfe
„Kluft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kluft#1>.

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Kluft, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kluft · Nominativ Plural: Kluften · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kluft‹ als Letztglied: Arbeitskluft · Frontkluft · Sonntagskluft · Stadtkluft · Sträflingskluft
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich Kleidung für den Dienst, Sport, Anzug, Uniform
Beispiele:
er zieht seine Kluft zum Segeln an
du musst dich in deine gute Kluft werfen (= deinen besten Anzug anziehen)
er trägt noch die alte Kluft aus dem Krieg (= die alte Uniform)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kluft2 f. ‘uniformartige, eine Gruppe kennzeichnende Kleidung’. Rotw. Klabot (15. Jh.), Claffot (16. Jh.), Klofft, Klifft, Kluft (17. Jh.) ‘Kleid, Anzug’ gelangt Ende des 18. Jhs. über die Studentensprache (Klüftchen) und Soldatensprache ins Hd. Der Ausdruck stammt vielleicht aus hebr. ḥalīfā ‘Kleid’. Oder ist eher von hebr. qālaf ‘schälen’, qelīfā ‘Schale’ (vgl. rotw. Schale ‘Anzug’) auszugehen?

Typische Verbindungen zu ›Kluft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kluft‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kluft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun tut sich da eine gedanklich schwer überbrückbare Kluft auf. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 44]
In Rom gab es für entschiedene Männer keinen Weg an dieser Kluft vorbei. [Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1367]
In einem entscheidenden Parlament wäre aber die Kluft auf Dauer unüberbrückbar. [Der Spiegel, 19.10.1992]
Das führte auch zu einer tiefen Kluft zwischen den Schriftstellern. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]]
Notwendig sei es daher, die Kluft zwischen beiden Plänen zu überbrücken. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]]
Zitationshilfe
„Kluft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kluft#2>.

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