Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Klumpatsch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klumpatsch(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Klum-patsch
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend formlose Masse, Haufen wertloser Dinge, Zeug
Beispiele:
der ganze Klumpatsch gehört in den Mülleimer
er kann sich [Dativ] seinen Klumpatsch allein abholen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klumpen · Klump · klumpen · klumpig · Klumpfuß · Klumpatsch
Klumpen m. ‘zähe, unförmige, zusammengeballte Masse’, daneben gleichbed. Klump m. (im Nordd. besonders ‘großer Mehlkloß’, heute meist nur noch in Wendungen wie einen Wagen in, zu Klump fahren, alles in, zu Klump schlagen, hauen), frühnhd. Klumpe. Den aus dem Nd. und Md. stammenden Formen geht mnd. klump(e) ‘Klumpen, Haufen, Häufchen, Handvoll’, klumpe, klompe ‘(aus einem Stück gefertigter) Holzschuh’ vorauf; verwandt sind mnl. clompe, nl. klomp ‘Klumpen, Holzschuh’, engl. (aus dem Mnd.) clump ‘Büschel, (Baum)gruppe, Klotz, Klumpen, Haufen, Masse’, schwed. klump ‘Klumpen’. Sie gehören als schwundstufige Bildungen zu der nasalierten Labialerweiterung ie. *glemb(h)- (wozu auch anord. klubba ‘Knäuel, Knüppel’, schwed. klubba ‘Keule, Hammer’, dissimiliert aus anord. klumba ‘Knüppel, Keule’, s. klimmen) der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. kleben). Aus dem ursprünglich schwachen Mask. Klumpe haben sich (durch Abfall des -e) die starken Formen Klump und (aus den obliquen Kasus) Klumpen (beide schon bei Luther) entwickelt. – klumpen Vb. ‘sich (zu Klumpen) zusammenballen’ (17. Jh.). klumpig Adj. ‘voller Klumpen, zusammengeballt’ (18. Jh.), älter klumpicht, klümpericht. Klumpfuß m. ‘mißgestalteter Fuß’ (18. Jh.). Klumpatsch m. ‘Unsinn’ (19. Jh.), ‘Menge, Haufen, wertloses Zeug’ (20. Jh.), zu Klumpen (s. oben) mit einem lautmalenden tsch-Suffix als affektischem Ausdruck der Geringschätzung (ähnlich in Patsch, Quatsch, Knatsch u. a.).

Verwendungsbeispiele für ›Klumpatsch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ihr wollt, könnt ihr gleich den ganzen Klumpatsch mitnehmen! [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 402]
Jetzt werden sie wohl noch beim Teilen sein, und wir kriegen den ganzen Klumpatsch auf einmal. [Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt – Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 193]
Mit meinem geistigen Auge scanne ich den ganzen Klumpatsch ein. [Bild, 03.11.2000]
Was mich betrifft, hätte der Klumpatsch auch von Karlchen Dingsbums und seinen Baumüllmannen in der vergangenen Woche aufgeschüttet worden sein können. [Die Welt, 24.06.2000]
Zitationshilfe
„Klumpatsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klumpatsch>.

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