Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Klumpen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Klumpens · Nominativ Plural: Klumpen
Aussprache 
Worttrennung Klum-pen (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Klumpen‹ als Erstglied: Klumphand · Klümpchen  ·  mit ›Klumpen‹ als Letztglied: Bleiklumpen · Blutklumpen · Butterklumpen · Dreckklumpen · Eisklumpen · Erdklumpen · Fettklumpen · Fleischklumpen · Goldklumpen · Kohleklumpen · Kohlenklumpen · Menschenklumpen · Salzklumpen · Schneeklumpen · Steinklumpen · Tonklumpen
eWDG

Bedeutung

(feuchte) zähe, unförmige, zusammengeballte Masse
Beispiele:
ein Klumpen Erde, Lehm, Teig, Butter, Blei
der Arbeiter hebt große Klumpen Erde aus
er wirft große Klumpen Mörtel auf die Mauer
der Schnee hat sich zu Klumpen geballt
Brocken
Beispiele:
ein Klumpen Gold, Eisen
umgangssprachlichich habe Füße wie ein Klumpen Eis
bildlich
Beispiele:
in der Dämmerung waren von den Gestalten nur noch dunkle Klumpen zu erkennen
Viele Gruppen lagerten zu dunklen Klumpen geballt am Boden [ KasackStadt446]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klumpen · Klump · klumpen · klumpig · Klumpfuß · Klumpatsch
Klumpen m. ‘zähe, unförmige, zusammengeballte Masse’, daneben gleichbed. Klump m. (im Nordd. besonders ‘großer Mehlkloß’, heute meist nur noch in Wendungen wie einen Wagen in, zu Klump fahren, alles in, zu Klump schlagen, hauen), frühnhd. Klumpe. Den aus dem Nd. und Md. stammenden Formen geht mnd. klump(e) ‘Klumpen, Haufen, Häufchen, Handvoll’, klumpe, klompe ‘(aus einem Stück gefertigter) Holzschuh’ vorauf; verwandt sind mnl. clompe, nl. klomp ‘Klumpen, Holzschuh’, engl. (aus dem Mnd.) clump ‘Büschel, (Baum)gruppe, Klotz, Klumpen, Haufen, Masse’, schwed. klump ‘Klumpen’. Sie gehören als schwundstufige Bildungen zu der nasalierten Labialerweiterung ie. *glemb(h)- (wozu auch anord. klubba ‘Knäuel, Knüppel’, schwed. klubba ‘Keule, Hammer’, dissimiliert aus anord. klumba ‘Knüppel, Keule’, s. klimmen) der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. kleben). Aus dem ursprünglich schwachen Mask. Klumpe haben sich (durch Abfall des -e) die starken Formen Klump und (aus den obliquen Kasus) Klumpen (beide schon bei Luther) entwickelt. klumpen Vb. ‘sich (zu Klumpen) zusammenballen’ (17. Jh.). klumpig Adj. ‘voller Klumpen, zusammengeballt’ (18. Jh.), älter klumpicht, klümpericht. Klumpfuß m. ‘mißgestalteter Fuß’ (18. Jh.). Klumpatsch m. ‘Unsinn’ (19. Jh.), ‘Menge, Haufen, wertloses Zeug’ (20. Jh.), zu Klumpen (s. oben) mit einem lautmalenden tsch-Suffix als affektischem Ausdruck der Geringschätzung (ähnlich in Patsch, Quatsch, Knatsch u. a.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Klumpen · Scholle
Synonymgruppe
Haufen · Klumpen · Masse

Typische Verbindungen zu ›Klumpen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Klumpen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Klumpen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir rannten ohne Verluste, in einen Klumpen zusammengeballt, zum Ziel. [Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 203]
Einstweilen lagerten sie den unförmigen Klumpen auf dem Hof einer katholischen Kirche. [Die Zeit, 15.04.1999, Nr. 16]
Ihnen gelang es, einen anorganischen Klumpen aus fast 2000 Atomen zu formen. [Die Zeit, 20.05.2002, Nr. 20]
Darum haften sie nicht so stark aneinander, können sie also nicht so leicht gefährliche Klumpen bilden. [Die Zeit, 19.08.1988, Nr. 34]
Dann prügeln sie solange auf sie ein, bis die Köpfe nur noch blutige Klumpen sind. [Die Zeit, 05.05.1978, Nr. 19]
Zitationshilfe
„Klumpen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Klumpen>.

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