Knäuel, der oder das

GrammatikSubstantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Knäuels · Nominativ Plural: Knäuel
Aussprache
WorttrennungKnäu-el
Wortbildung mit ›Knäuel‹ als Letztglied: ↗Garnknäuel · ↗Menschenknäuel · ↗Stoffknäuel · ↗Tuchknäuel · ↗Wollknäuel · ↗Zwirnknäuel
eWDG, 1969

Bedeutung

zu einer Kugel aufgewickelter langer Faden
Beispiele:
ein Knäuel Wolle, Bindfaden, Draht
die gekaufte Wolle zu einem Knäuel wickeln
übertragen geballtes Durcheinander
Beispiele:
ein Knäuel von Menschen, Pferden
ein Knäuel dunkler Gedanken, Reden
Baronin von Thünen lag unter einem Knäuel von schreienden Kindern [Kellerm.Totentanz375]
Du glaubst also nicht, daß ein Mensch sich aus diesem Knäuel von Gut und Böse lösen kann? [RinserMitte145]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knäuel · knäueln
Knäuel m. n. ‘zu einer Kugel aufgewickelter Faden (Garn, Wolle)’, übertragen ‘geballte, formlose Masse, Durcheinander, Gewirr’, mhd. knüel (14. Jh.), durch Dissimilation entstanden aus mhd. kliuwel, kliuwelīn, ahd. kliuwilīn (11. Jh.), dem Deminutivum von ahd. kliuwa (8. Jh.), kliuiwi (um 1000), mhd. kliuwe ‘Knäuel, Kugel, kugelförmige Masse’, das mit asächs. kleuwīn, mnd. klūwen, klǖwen, nl. kluwen, aengl. cliwen, cleowen, engl. clew ‘Knäuel’, anord. klē ‘Webstein’, eigentlich ‘Kugel, Knäuel’, und den unter ↗Klaue (s. d.) genannten Formen an ie. *gleu-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’, angeknüpft werden kann. knäueln Vb. ‘zu einem Knäuel zusammenwickeln’, mhd. kniuwelen (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bündel · Knäuel · ↗Konvolut · ↗Sammlung

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Knäuel von abgerissenen Drähten, die an den Häusern herabhingen, verrieten das Geheimnis ihrer Notwendigkeit nicht jedem.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 442
Den Faden, der vom Knäuel kommt, schlingst du zweimal um den linken Zeigefinger.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 96
Auch ein Knäuel von grobem Drahtgeflecht kann für den gleichen Zweck gebraucht werden.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 152
An der nächsten Straßenecke ballten sich die Menschen zu einem schwarzen Knäuel.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1358
Wie kaum zuvor ballen sich die politischen und ökonomischen Probleme zu einem kaum noch entwirrbaren Knäuel.
Süddeutsche Zeitung, 09.01.1996
Zitationshilfe
„Knäuel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knäuel>, abgerufen am 27.05.2019.

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