Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Knöchel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knöchels · Nominativ Plural: Knöchel
Aussprache 
Worttrennung Knö-chel (computergeneriert)
Wortzerlegung Knochen -el1
Wortbildung  mit ›Knöchel‹ als Erstglied: Knöchelbruch · Knöchelstiefel · knöchelfrei · knöchellang · knöcheltief
 ·  mit ›Knöchel‹ als Letztglied: Fingerknöchel · Fußknöchel · Handknöchel · Schienbeinknöchel
eWDG

Bedeutung

vorspringender Knochen am Fußgelenk, Fußknöchel
Beispiele:
bis an, über die Knöchel im Wasser stehen
der Rock reichte bis an die Knöchel
kleiner Knochen an den Zehen, den Fingergelenken
Beispiel:
da die spitzen Knöchel seiner Faust seine Schulter trafen, daß es schmerzte [ H. MannSchlaraffenland1,220]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knochen · Knöchel · Knöchelchen · knöchern · verknöchern · verknöchert · knochig · Knochenfraß · Knochenmann
Knochen m. ‘Teil des Skeletts’, mhd. knoche ‘Knochen’, mnd. knōke, knāke ‘Knochen, Hirnschale’, mnl. cnōke, nl. knook ‘Knochen, Glied, Gelenkhügel’, schwed. knoge ‘Knöchel’, norw. knoke setzen mit lit. gniáužti ‘(mit der Hand) fest zusammendrücken, quetschen, (aus)pressen’, gniáužta(s) ‘geballte Hand, Pfote, Handvoll’ und wohl auch serbokr. gnjáviti ‘drücken, pressen, quetschen, würgen’, slowen. ‘quälen, belästigen’ ie. *gneug̑- voraus, das sich zusammen mit mehreren anderen Erweiterungen an die Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ anschließt (s. Knopf, Knorren, Knoten, Knust, knabbern, kneipen2). Knochen hat altes Bein (s. d.), das noch Luther bevorzugt, weitgehend zurückgedrängt. Dazu das Deminutivum Knöchel m. ‘Knochenvorsprung an Finger- und Fußgelenken’, mhd. knöchel, knüchel, frühnhd. knöchel, knochel, knuchel, mnd. knȫkel. Mit erneuter Deminuierung (aus dem Md.) Knöchelchen n. ‘kleiner Knochen’ (18. Jh.). – knöchern Adj. ‘aus Knochen bestehend’ (18. Jh.). verknöchern Vb. ‘zu Knochen werden, durch Alter oder Mangel an Bewegung steif, unbeweglich werden’ (18. Jh.); verknöchert Part.adj. auch ‘geistig unbeweglich, starr, spießig’ (19. Jh.). knochig Adj. ‘mit starken, sichtbar hervortretenden Knochen ausgestattet, derb, plump, ungeschlacht’ (15. Jh.). Knochenfraß m. (um 1800), älter Beinfraß. Knochenmann m. ‘Tod’, personifiziert vorgestellt als Skelett (17. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Fessel · Fußgelenk · Fußknöchel · Knöchel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Knöchel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knöchel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knöchel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis zu den Knöcheln kalte Füße sollen die Anwendung nicht hindern. [Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 175]
Dabei schlug er hart mit dem Knöchel des Fingers auf den Tisch. [Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 925]
Der Knöchel schien ihm dabei keine weiteren Probleme zu bereiten. [Die Zeit, 27.08.2013, Nr. 22]
Ich hatte meine Knöchel getapt, das Tape kam dann wieder runter. [Die Zeit, 28.05.2013 (online)]
Seit fast fünf Jahren leidet sie an einem hartnäckigen chronischen Geschwür hinter dem rechten Knöchel. [Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 120]
Zitationshilfe
„Knöchel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kn%C3%B6chel>.

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