Knöchel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knöchels · Nominativ Plural: Knöchel
Aussprache
WorttrennungKnö-chel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Knöchel‹ als Erstglied: ↗Knöchelstiefel · ↗knöchelfrei · ↗knöchellang · ↗knöcheltief
 ·  mit ›Knöchel‹ als Letztglied: ↗Handknöchel
eWDG, 1969

Bedeutung

vorspringender Knochen am Fußgelenk, Fußknöchel
Beispiele:
bis an, über die Knöchel im Wasser stehen
der Rock reichte bis an die Knöchel
kleiner Knochen an den Zehen, den Fingergelenken
Beispiel:
da die spitzen Knöchel seiner Faust seine Schulter trafen, daß es schmerzte [H. MannSchlaraffenland1,220]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knochen · Knöchel · Knöchelchen · knöchern · verknöchern · verknöchert · knochig · Knochenfraß · Knochenmann
Knochen m. ‘Teil des Skeletts’, mhd. knoche ‘Knochen’, mnd. knōke, knāke ‘Knochen, Hirnschale’, mnl. cnōke, nl. knook ‘Knochen, Glied, Gelenkhügel’, schwed. knoge ‘Knöchel’, norw. knoke setzen mit lit. gniáužti ‘(mit der Hand) fest zusammendrücken, quetschen, (aus)pressen’, gniáužta(s) ‘geballte Hand, Pfote, Handvoll’ und wohl auch serbokr. gnjáviti ‘drücken, pressen, quetschen, würgen’, slowen. ‘quälen, belästigen’ ie. *gneug̑- voraus, das sich zusammen mit mehreren anderen Erweiterungen an die Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ anschließt (s. ↗Knopf, ↗Knorren, ↗Knoten, ↗Knust, ↗knabbern, ↗kneipen). Knochen hat altes ↗Bein (s. d.), das noch Luther bevorzugt, weitgehend zurückgedrängt. Dazu das Deminutivum Knöchel m. ‘Knochenvorsprung an Finger- und Fußgelenken’, mhd. knöchel, knüchel, frühnhd. knöchel, knochel, knuchel, mnd. knȫkel. Mit erneuter Deminuierung (aus dem Md.) Knöchelchen n. ‘kleiner Knochen’ (18. Jh.). knöchern Adj. ‘aus Knochen bestehend’ (18. Jh.). verknöchern Vb. ‘zu Knochen werden, durch Alter oder Mangel an Bewegung steif, unbeweglich werden’ (18. Jh.); verknöchert Part.adj. auch ‘geistig unbeweglich, starr, spießig’ (19. Jh.). knochig Adj. ‘mit starken, sichtbar hervortretenden Knochen ausgestattet, derb, plump, ungeschlacht’ (15. Jh.). Knochenfraß m. (um 1800), älter Beinfraß. Knochenmann m. ‘Tod’, personifiziert vorgestellt als Skelett (17. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Fessel · ↗Fußgelenk · ↗Fußknöchel · Knöchel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenband Außenbandriss Bluterguss Bänderanriss Bänderdehnung Bänderriss Bänderverletzung Ermüdungsbruch Haarriss Innenbandriss Kapselriss Kapselverletzung Prellung Sehne anschwellen bandagiert gebrechen gebrochen geschwollen laborieren link lädiert operiert schmerzend schwellen umknicken verknacksen verstauchen verstaucht zuziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knöchel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es sind die Finger, die erschrecken, die graue Haut über den weißen Knöcheln.
Die Welt, 08.01.2001
Doch über Nacht wurden sie unerträglich und der Knöchel dick.
Bild, 27.11.1997
Seit fast fünf Jahren leidet sie an einem hartnäckigen chronischen Geschwür hinter dem rechten Knöchel.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 120
Dabei schlug er hart mit dem Knöchel des Fingers auf den Tisch.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 925
Bis zu den Knöcheln kalte Füße sollen die Anwendung nicht hindern.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 175
Zitationshilfe
„Knöchel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knöchel>, abgerufen am 19.08.2019.

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