Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Knüppel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knüppels · Nominativ Plural: Knüppel
Aussprache 
Worttrennung Knüp-pel
Wortbildung  mit ›Knüppel‹ als Erstglied: Knüppeldamm · Knüppelhieb · Knüppelholz · Knüppelpflaster · Knüppelschaltung · Knüppelweg · knüppeldick · knüppeldickevoll · knüppelvoll
 ·  mit ›Knüppel‹ als Letztglied: Birkenknüppel · Eichenknüppel · Gummiknüppel · Milchknüppel · Polizeiknüppel · Schaltknüppel · Steuerknüppel
eWDG

Bedeutungen

1.
derber, dicker Stock
Beispiele:
ein schwerer, dicker Knüppel
jmdn. mit einem Knüppel niederschlagen
er ging mit einem Knüppel auf ihn los
der Hund apportiert einen Knüppel
ein mit Knüppeln befestigter Weg durch das Moor
saloppda möchte man doch gleich, am liebsten den Knüppel nehmen! (= dazwischenschlagen!)
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
jmdm. einen Knüppel zwischen die Beine werfen (= gegen jmdn. intrigieren, jmdm. Schwierigkeiten machen)
da liegt der Knüppel beim Hund (= unangenehme Folgen sind unausbleiblich)
auf eine bestimmte Länge geschnittenes, etwa armdickes Rundholz
Beispiel:
Ja. Holz [ist jmdm. gestohlen]. Zwei Meter kieferne Knüppel [ G. Hauptm.BiberpelzII]
2.
Dinge, die einem Knüppel äußerlich ähnlich sind
a)
Steuerknüppel des Flugzeugs
Beispiele:
sich an den Knüppel einer Maschine setzen
das Flugzeug reagierte auf den Druck des Knüppels
b)
landschaftlich Brötchen in länglicher Form
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knüppel · zusammenknüppeln · Knüppeldamm
Knüppel m. ‘kurzer dicker Stock, Steuer-, Gangschalthebel, Art Brötchen (nach seiner kurzen massiven Gestalt)’. Frühnhd. (omd.) knuppel (15. Jh.), mnd. knüppel ‘Prügel, Knüttel’ (vgl. auch nl. knuppel) setzt sich gegen frühnhd. (obd.) knüpfel ‘Knüttel, Knorren, Geschwulst’ (15. Jh.), das in obd. Mundarten noch heute gilt, in der Literatursprache durch. Beide Formen sind nach dem Muster der Gerätenamen auf germ. -ila- zu dem unter Knopf (s. d.) behandelten Substantiv gebildet, wohl zu dessen alter Bedeutung ‘Knorren, Auswuchs’, so daß Knüppel eigentlich als ‘knorriger Stock’ zu verstehen ist. – nieder-, zusammenknüppeln Vb. (20. Jh.), zu (heute seltenem) knüppeln ‘prügeln, schlagen’ (18. Jh.), vgl. mnd. knüppelen. Knüppeldamm m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Keule · Knüppel · Prügel · Schläger
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Baseballschläger  ●  Baseballkeule ugs.
  • Softballschläger  ●  Softballkeule ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Knüppel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knüppel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knüppel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf diesem Wert bleiben die Bits eine zu der Stellung des Knüppels proportionale Zeit. [C’t, 1990, Nr. 2]
Nach temperamentvollem Schalten vom ersten in den zweiten Gang hat D. plötzlich den Knüppel in der Hand. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Nur falls dies völlig scheitere, komme der Knüppel aus dem Sack. [Die Zeit, 27.08.1998, Nr. 36]
Um so fester gilt es, den eigenen Knüppel zu halten. [konkret, 1986]
Dann stieß er wieder den Knüppel gegen den toten Herrn Horn, um ihn schaukeln zu lassen. [Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 208]
Zitationshilfe
„Knüppel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kn%C3%BCppel>.

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