Knabe, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knaben · Nominativ Plural: Knaben
Aussprache 
Worttrennung Kna-be
Wortbildung  mit ›Knabe‹ als Erstglied: Knabenalter · Knabenantlitz · Knabenanzug · Knabenchor · Knabenjahr · Knabenliebe · Knabenschule · Knabenschänder · Knabenstimme · Knabenstreich · Knabenzeit · knabenhaft
 ·  mit ›Knabe‹ als Letztglied: Chorknabe · Engelknabe · Engelsknabe · Lustknabe · Messknabe · Prügelknabe · Schulknabe · Sängerknabe · Wunderknabe
Mehrwortausdrücke  alter Knabe

Bedeutungsübersicht+

  1. [veraltend, süddeutsch, österreichisch, schweizerisch, gehoben] Junge
  2. oft in förmlicher Ausdrucksweise
  3. [salopp, scherzhaft] ⟨ein alter Knabe⟩ ein älterer Mann
  4. [vertraulich] Anrede
eWDG

Bedeutungen

veraltend, süddeutsch, österreichisch, schweizerisch, gehoben Junge
Beispiele:
er ... nahm die Erinnerung an den frischen, bescheidenen Knaben mit sich [ HesseGlasperlensp.6,128]
wir sind ja noch Knaben, die das Leben nicht kennen [ FrischNun singen sie wieder5]
hier schloß er manche neue Kameradschaft mit Knaben seines Alters [ StormImmensee1,7]
Sah ein Knab’ ein Röslein stehn [ GoetheHeidenrösl.]
oft in förmlicher Ausdrucksweise
Beispiele:
die Oper sucht stimmbegabte Knaben und Mädchen
in dieser Schule, diesem Chor sind je zur Hälfte Knaben und Mädchen
salopp, scherzhaft ein alter Knabeein älterer Mann
Beispiel:
seine schöne, sehr junge Frau, die der alte Knabe vor einigen Monaten geheiratet hatte [ SchleichVergangenheit236]
vertraulich Anrede
Beispiele:
wie geht's, alter Knabe?
Darum, heraus mit dem Geständnis, alter Knabe [ DürrenmattPanne193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knabe · knabenhaft · Knabenkraut
Knabe m. ‘Kind männlichen Geschlechts, Junge’, ahd. knabo, knabbo ‘Junge, Kind’ (Hs. 12. Jh.), mhd. knabe ‘Junge, Jüngling, Bursche, Knecht, Page, Knappe’, mnd. knābe, aengl. cnafa stehen neben anfrk. knapo ‘Knecht’ (9. Jh.), mnd. knāpe, mnl. cnāpe, nl. knaap, aengl. cnapa, afries. knapa ‘Junge, Jüngling, Knecht’ und mhd. knappe, nhd. Knappe (s. d.), afries. knappa ‘Junge, Jüngling, Knecht’. Sie führen wie das unter Knebel (s. d.) behandelte Substantiv auf germ. *knab-, *knap- bzw. mit expressiver Gemination *knabb-, *knapp- ‘Pflock, Stock, Klotz’; vgl. dazu nhd. (mundartlich) Knabe ‘Stift, Bolzen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten finden sich nicht. Wie bei anderen Bezeichnungen für Holzstücke erfolgt auch hier Übertragung des Ausdrucks auf eine männliche Person (s. Bengel, Flegel, Stift1). Knabe ist heute in seiner Gebrauchsfähigkeit vielfach eingeschränkt durch obd. Bub, nordd. md. Junge. Es gilt noch für ‘Bursche, Kerl’, zumal in der vertraulichen Anrede alter Knabe (Mitte 18. Jh.). knabenhaft Adj. (17. Jh.). Knabenkraut n. einheimische Orchideengattung mit einer Traube rötlicher Blüten (15. Jh.), nach den hodenförmigen Wurzelknollen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · Bube · Jungchen · Kerlchen · Knabe · Knirps · Wicht  ●  Bub  Hauptform, süddt. · Junge  Hauptform, norddeutsch · Pimpf  veraltet · Kleiner  ugs. · Kurzer  ugs. · Steppke  ugs., berlinerisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bursche · Jüngling · junger Mann  ●  Bursch  ugs., süddt. · Knabe  geh., poetisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Knabe‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knabe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knabe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aufgeklärte Pädagogen nötigten die Knaben selbst gegen deren Willen zuzuschauen, denn man rechnete auf die erzieherische Wirkung.
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2001
Erst Knaben, dann auch Mädchen schlossen sich zusammen, wanderten gleichsam aus.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 146
Ich sehe den Knaben, den kleinen Udo, jetzt am Rande der großen Felder stehen, die für ihn noch riesiger sind als für uns.
Die Zeit, 12.09.1946, Nr. 30
Die des Knaben weicht davon nach zwei Richtungen hin ab.
Gesundheit und Erziehung, 1932, Nr. 1, Bd. 45
Da ist ein Mann darin gesessen, der ist gegen die Knaben sehr grob.
Thoma, Ludwig: Tante Frieda. In: ders., Lausbubengeschichten, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1961 [1907], S. 254
Zitationshilfe
„Knabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knabe>, abgerufen am 20.01.2022.

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