Knall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knall(e)s · Nominativ Plural: Knalle · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Knall‹ als Erstglied: ↗Knallbonbon · ↗Knalleffekt · ↗Knallfrosch · ↗Knallgas · ↗Knallkopp · ↗Knallkörper · ↗Knalltüte · ↗knallartig
 ·  mit ›Knall‹ als Letztglied: ↗Böllerknall · ↗Büchsenknall · ↗Donnerknall · ↗Flintenknall · ↗Peitschenknall · ↗Urknall · ↗Überschallknall
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
lautes, sehr kurzes und scharfes Geräusch
Beispiele:
ein lauter, kurzer, scharfer, harter Knall
der dumpfe Knall der Granaten
man hörte den Knall einer Explosion, Detonation, Pistole, eines Schusses, Überschallflugzeuges
er warf die Tür mit einem Knall zu
der Donner folgte dem Blitz mit einem lauten Knall
der Ballon platzte mit lautem Knall
der Knall kam von den Bergen, vom Walde her
übertragen
Beispiel:
salopp du hast einen Knall (= bist verrückt)
2.
umgangssprachlich Knall und Fallsehr plötzlich
Beispiele:
Knall und Fall aufbrechen
jmdn. Knall und Fall hinauswerfen, entlassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knall · knallen · verknallen · verknallt · knallig
Knall m. ‘lautes, kurzes und scharfes Geräusch’, bezeugt seit dem 16. Jh., Rückbildung aus dem im Nhd. untergegangenen starken Verb mhd. -knellen ‘mit einem Knall zerplatzen’ (mhd. erknellen ‘erschallen’, mhd. zerknellen ‘mit Geräusch zerspringen’). Auf eine ähnliche lautnachahmende Grundform gehen zurück nl. knallen, aengl. cnyll ‘Glockenton, -zeichen’, cnyllan ‘läuten’, engl. knell ‘Totenglocke, Grabgeläute’, to knell ‘(besonders die Totenglocke) läuten, einläuten’. Der adverbial gebrauchten Fügung Knall und Fall ‘plötzlich, unerwartet’ (um 1700) geht eine Wendung Knall und Fall war eins, d. h. ‘mit dem Schuß fiel zugleich der Getroffene’ (17. Jh.) vorauf (aus der Jägersprache?). Umgangssprachlich einen Knall haben ‘verrückt sein’ (20. Jh.), wohl vom zu Benommenheit führenden Schlag an den Kopf; dazu das Schimpfwort Knallkopf, meist in nd. Lautung Knallkopp ‘dummer, verrückter Kerl’ (um 1930). knallen Vb. ‘einen Knall erzeugen, schießen, stoßen, fallen, werfen, schlagen, daß es einen Knall gibt’ (16. Jh.), von Knall abgeleitet; jmdm. eine (hinter die Ohren) knallen ‘jmdn. ohrfeigen’ (19. Jh.). verknallen Adj. ‘mit Knall vergehen, verpuffen’, umgangssprachlich ‘wegen einer Straftat gerichtlich verurteilen’ (vgl. verdonnern), reflexiv ‘sich verlieben’ (19. Jh.), verknallt Part.adj. ‘verliebt’. knallig Adj. älter knallicht, ‘auffallend, in die Augen stechend, grell, effektvoll, verblüffend’ (17. Jh.); vgl. knallrot ‘grell, schreiend rot’ (19. Jh., mundartlich wohl älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
Knall · ↗Schlag
Synonymgruppe
Aufsehen · ↗Eklat · ↗Skandal  ●  ↗Paukenschlag  fig. · (großer) Knall  ugs. · ↗Skandalon  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blitz Druckwelle Explosion Peitsche Rauch Sektkorken Wart Zischen aufschrecken betäubend dumpf ertönen explodieren explosionsartig furchtbar fürchterlich gewaltig hörbar hören implodieren laut ohrenbetäubend peitschend platzen verhallen verpuffen zerbersten zerplatzen zerreißen zerspringen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Stunden später hörte sie vor ihrem Haus einen lauten Knall.
Bild, 05.12.2003
Es gab nur einen kleinen Knall und Kabel begannen zu schmoren.
Der Tagesspiegel, 19.07.2000
Schließlich stellte er sie mit einem Knall auf den Tisch zurück.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 32
Ich warte auf den Knall, nicht allzu ängstlich, mehr neugierig.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 375
Aber die Gäste sagen, sie hätten nichts gehört, keinen Knall, keine Explosion.
Heym, Stefan: Ahasver, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1983 [1981], S. 214
Zitationshilfe
„Knall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knall>, abgerufen am 15.10.2019.

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