Knall, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knall(e)s · Nominativ Plural: Knalle · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [knal]
Wortbildung  mit ›Knall‹ als Erstglied: Knallbonbon · Knallcharge · Knalleffekt · Knallgas · Knallkopp · Knallkörper · Knallquecksilber · Knallsilber · Knalltüte · knallartig
 ·  mit ›Knall‹ als Letztglied: Böllerknall · Büchsenknall · Donnerknall · Flintenknall · Peitschenknall · Urknall · Überschallknall

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. lautes, sehr kurzes und scharfes Geräusch
    1. [übertragen] ...
  2. 2. [umgangssprachlich] ⟨Knall und Fall⟩ sehr plötzlich
eWDG

Bedeutungen

1.
lautes, sehr kurzes und scharfes Geräusch
Beispiele:
ein lauter, kurzer, scharfer, harter Knall
der dumpfe Knall der Granaten
man hörte den Knall einer Explosion, Detonation, Pistole, eines Schusses, Überschallflugzeuges
er warf die Tür mit einem Knall zu
der Donner folgte dem Blitz mit einem lauten Knall
der Ballon platzte mit lautem Knall
der Knall kam von den Bergen, vom Walde her
übertragen
Beispiel:
saloppdu hast einen Knall (= bist verrückt)
2.
umgangssprachlich Knall und Fallsehr plötzlich
Beispiele:
Knall und Fall aufbrechen
jmdn. Knall und Fall hinauswerfen, entlassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knall · knallen · verknallen · verknallt · knallig
Knall m. ‘lautes, kurzes und scharfes Geräusch’, bezeugt seit dem 16. Jh., Rückbildung aus dem im Nhd. untergegangenen starken Verb mhd. -knellen ‘mit einem Knall zerplatzen’ (mhd. erknellen ‘erschallen’, mhd. zerknellen ‘mit Geräusch zerspringen’). Auf eine ähnliche lautnachahmende Grundform gehen zurück nl. knallen, aengl. cnyll ‘Glockenton, -zeichen’, cnyllan ‘läuten’, engl. knell ‘Totenglocke, Grabgeläute’, to knell ‘(besonders die Totenglocke) läuten, einläuten’. Der adverbial gebrauchten Fügung Knall und Fall ‘plötzlich, unerwartet’ (um 1700) geht eine Wendung Knall und Fall war eins, d. h. ‘mit dem Schuß fiel zugleich der Getroffene’ (17. Jh.) vorauf (aus der Jägersprache?). Umgangssprachlich einen Knall haben ‘verrückt sein’ (20. Jh.), wohl vom zu Benommenheit führenden Schlag an den Kopf; dazu das Schimpfwort Knallkopf, meist in nd. Lautung Knallkopp ‘dummer, verrückter Kerl’ (um 1930). knallen Vb. ‘einen Knall erzeugen, schießen, stoßen, fallen, werfen, schlagen, daß es einen Knall gibt’ (16. Jh.), von Knall abgeleitet; jmdm. eine (hinter die Ohren) knallen ‘jmdn. ohrfeigen’ (19. Jh.). verknallen Adj. ‘mit Knall vergehen, verpuffen’, umgangssprachlich ‘wegen einer Straftat gerichtlich verurteilen’ (vgl. verdonnern), reflexiv ‘sich verlieben’ (19. Jh.), verknallt Part.adj. ‘verliebt’. knallig Adj. älter knallicht, ‘auffallend, in die Augen stechend, grell, effektvoll, verblüffend’ (17. Jh.); vgl. knallrot ‘grell, schreiend rot’ (19. Jh., mundartlich wohl älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
Knall · Schlag
Synonymgruppe
Aufsehen · Eklat · Skandal  ●  Paukenschlag  fig. · (großer) Knall  ugs. · Skandalon  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Knall‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knall‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich stellte er sie mit einem Knall auf den Tisch zurück. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 32]
Und doch hätten wir das Humane gerne behutsamer schwinden sehen, nicht Knall auf Fall. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 267]
Dann gibt es einen großen Knall, und alle sind tot. [Die Zeit, 19.11.1998, Nr. 48]
Damit ist es nun Knall auf Fall vorbei, und nichts anderes ist die »Wende«. [konkret, 1983]
Ich warte auf den Knall, nicht allzu ängstlich, mehr neugierig. [Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 375]
Zitationshilfe
„Knall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knall>.

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