Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Knalleffekt, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knalleffekt(e)s · Nominativ Plural: Knalleffekte
Aussprache  [ˈknalʔɛˌfɛkt]
Worttrennung Knall-ef-fekt
Wortzerlegung Knall Effekt, knallen Effekt
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich überraschende, verblüffende, oft grobe Wirkung, Pointe
Beispiele:
der Knalleffekt der Zeichnung, Anekdote
der Knalleffekt der Sache war, dass kein Mensch da war, davon Notiz genommen hatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Effekt · effektvoll · Knalleffekt
Effekt m. ‘Wirkung, Erfolg’, entlehnt (15. Jh.) aus lat. effectus ‘Aus-, Durchführung, Wirkung, Erfolg’, zu lat. efficere ‘hervorbringen, bewirken’. Der Ausdruck ist seit dem 17. Jh. allgemein geläufig, im 18. Jh. besonders für ‘Wirkung, Eindruck eines Kunstwerkes’, vgl. einen Effekt (auf jmdn.) machen. – effektvoll Adj. ‘wirkungsvoll, eindrucksvoll’ (Anfang 19. Jh.). Knalleffekt m. ‘überraschende Wirkung, Pointe’, in der Theatersprache (um 1800) von der Wirkung des Feuerwerks auf der Bühne, dann überhaupt ‘starker, verblüffender Eindruck’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unabwägbarkeit · Unvorhersehbarkeit · unerwartetes Ereignis · Überraschung · Überraschungsmoment  ●  Donnerschlag  fig. · Knalleffekt  fig. · Paukenschlag  fig., Hauptform
Assoziationen
  • augenblicklich · blitzartig · im Handumdrehen · im Nu · in einem Wink · innerhalb kürzester Zeit · mir nichts, dir nichts · ruckartig  ●  im Nullkommanichts ugs. · im Nullkommanix ugs. · in null Komma nichts ugs. · mit einem Ruck ugs.
  • Befremden · Erstaunen · Verwunderung
  • Aufsehen · Eklat · Skandal  ●  Paukenschlag fig. · (großer) Knall ugs. · Skandalon geh.
  • (ich bin) überrascht Hauptform · (ach) du kriegst die Tür nicht zu! ugs., regional, sprichwörtlich · (ich glaub') mich trifft der Schlag! ugs., Spruch · (ja) ist das denn die Möglichkeit!? ugs. · Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich. (Zitat) ugs., Spruch · Das hätt(e) ich jetzt (aber) nicht gedacht! ugs. · Donnerlittchen! ugs., regional · Donnerwetter! ugs. · Herrschaftszeiten! ugs. · Ich glaub, mein Schwein pfeift! ugs., sprichwörtlich · Mann Mann Mann! ugs. · Mannomann! ugs. · Mensch Meier! ugs. · Menschenskinder! ugs. · Teufel auch! ugs. · Wahnsinn! ugs. · Was machst du für Sachen!? ugs., ironisch, kommentierend · ach du grüne Neune! ugs. · ach ja? ugs. · ach was! ugs. · also sowas! ugs. · alter Schwede! ugs. · caramba! ugs. · da bin ich (aber) sprachlos! ugs. · da bin ich platt! ugs. · da bleibt einem (ja) die Spucke weg! ugs., sprichwörtlich, fig. · da hört sich doch alles auf! ugs., Spruch · do legst di nieda ugs., bayr. · ei der Daus! ugs., veraltet · fuck! (bewundernd) ugs., salopp · gütiger Himmel! ugs. · hasse (noch) Töne?! ugs., ruhrdt. · heilig's Blechle! ugs., schwäbisch · heiliges Kanonenrohr! ugs., veraltet · holla, die Waldfee! ugs. · hört, hört! ugs., veraltend · ich glaub es nicht! ugs. · ich glaub's ja nicht! ugs. · ich kann dir sagen! ugs. · ich werd' verrückt! ugs. · irre! ugs. · jetzt hör sich das einer an! ugs. · jetzt hört sich aber alles auf! ugs. · krass! ugs. · leck mich anne Täsch! ugs., veraltet, ruhrdt. · leck mich en den Täsch! ugs., kölsch · leck mich fett! ugs. · lecko mio! ugs. · leckofanni! ugs. · mein lieber Herr Gesangsverein! ugs., veraltet · mein lieber Scholli! ugs., ruhrdt. · mein lieber Schwan! ugs. · nein sowas! ugs. · nicht zu fassen! ugs. · nicht zu glauben! ugs. · nun schau sich das einer an! ugs., Spruch · oha! ugs. · oho! ugs. · potz Blitz ugs., veraltet · potzblitz! ugs., veraltet · potztausend! ugs., veraltet · sackerlot! ugs., veraltet · sackerment! ugs., veraltet · sapperlot! ugs., regional, veraltet · sapperment! ugs., veraltet · schau mal (einer) an! ugs. · sheesh! (schüüsch!) ugs., jugendsprachlich · sieh mal (einer) an! ugs. · sowas aber auch! ugs. · unglaublich! ugs. · verdammt juchhe! ugs. · verdammt nochmal! ugs. · voll krass! ugs. · wo sind wir denn hier!? ugs.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · erstaunt (sein) · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein (auf) · nicht gerechnet haben (mit) · nicht vorbereitet (gewesen) sein (auf) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein) Hauptform · (für jemanden / jemandem) sehr plötzlich kommen ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg ugs., fig. · (jemandem) fällt die Kinnlade herunter ugs., salopp · (jemandem) klappt die Kinnlade herunter ugs., salopp · aus allen Wolken fallen ugs., fig. · kalt erwischt werden ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben ugs., fig.
  • Twist · unerwartete Wendung

Typische Verbindungen zu ›Knalleffekt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knalleffekt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knalleffekt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich denke, daß man auch wieder davon abkommen wird, Politiker als Knalleffekte außerhalb der Politik zu verwenden. [Die Zeit, 22.10.1971, Nr. 43]
So betrachtet, ist das bisherige Abschneiden der deutschen Elf lediglich das Anschleichen auf einen sensationellen Knalleffekt gewesen. [Süddeutsche Zeitung, 19.06.2000]
Der Knalleffekt ist so gut wie ausgeschlossen, wenn es doch mal knallt, dann sehr zurückhaltend. [Der Tagesspiegel, 28.12.2001]
Kein einziger Song bleibt penetrant haften, Knalleffekte gibt es nicht. [Der Tagesspiegel, 22.10.1998]
Die anderen sind stets zu hastig und viel zu sehr auf Knalleffekte aus. [Die Zeit, 24.05.1974, Nr. 22]
Zitationshilfe
„Knalleffekt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knalleffekt>.

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