Knalleffekt, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache  [ˈknalʔɛˌfɛkt]
Worttrennung Knall-ef-fekt
Wortzerlegung KnallEffekt
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich überraschende, verblüffende, oft grobe Wirkung, Pointe
Beispiele:
der Knalleffekt der Zeichnung, Anekdote
der Knalleffekt der Sache war, dass kein Mensch da war, davon Notiz genommen hatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Effekt · effektvoll · Knalleffekt
Effekt m. ‘Wirkung, Erfolg’, entlehnt (15. Jh.) aus lat. effectus ‘Aus-, Durchführung, Wirkung, Erfolg’, zu lat. efficere ‘hervorbringen, bewirken’. Der Ausdruck ist seit dem 17. Jh. allgemein geläufig, im 18. Jh. besonders für ‘Wirkung, Eindruck eines Kunstwerkes’, vgl. einen Effekt (auf jmdn.) machen. effektvoll Adj. ‘wirkungsvoll, eindrucksvoll’ (Anfang 19. Jh.). Knalleffekt m. ‘überraschende Wirkung, Pointe’, in der Theatersprache (um 1800) von der Wirkung des Feuerwerks auf der Bühne, dann überhaupt ‘starker, verblüffender Eindruck’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unabwägbarkeit · ↗Unvorhersehbarkeit · unerwartetes Ereignis · ↗Überraschung  ●  Knalleffekt  fig. · ↗Paukenschlag  fig.
Assoziationen
  • augenblicklich · ↗blitzartig · ↗eruptiv · im Handumdrehen · im Nu · in einem Wink · innerhalb kürzester Zeit · mir nichts, dir nichts · ↗ruckartig · ↗zusehends  ●  im Nullkommanichts  ugs. · im Nullkommanix  ugs. · in null Komma nichts  ugs. · mit einem Ruck  ugs. · ratz-fatz  ugs.
  • Befremden · ↗Erstaunen · ↗Verwunderung
  • Aufsehen · ↗Eklat · ↗Skandal  ●  ↗Paukenschlag  fig. · (großer) Knall  ugs. · ↗Skandalon  geh.
  • (ich bin) überrascht  Hauptform · (ach) du kriegst die Tür nicht zu!  ugs., regional, sprichwörtlich · (ich glaub') mich trifft der Schlag!  ugs., Spruch · (ja) ist das denn die Möglichkeit!?  ugs. · Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich. (Zitat)  ugs., Spruch · Donnerlittchen!  ugs., regional · Donnerwetter!  ugs. · Herrschaftszeiten!  ugs. · Ich glaub, mein Schwein pfeift!  ugs., sprichwörtlich · Mann Mann Mann!  ugs. · Mannomann!  ugs. · Mensch Meier!  ugs. · Menschenskinder!  ugs. · Teufel auch!  ugs. · Wahnsinn!  ugs. · ach du grüne Neune!  ugs. · ach ja?  ugs. · ach was!  ugs. · also sowas!  ugs. · alter Schwede!  ugs. · caramba!  ugs. · da bin ich (aber) sprachlos!  ugs. · da bin ich platt!  ugs. · da bleibt einem (ja) die Spucke weg!  ugs., sprichwörtlich, fig. · da hört sich doch alles auf!  ugs., Spruch · do legst di nieda  ugs., bair. · ei der Daus!  ugs., veraltet · fuck! (bewundernd)  ugs., salopp · gütiger Himmel!  ugs. · hasse (noch) Töne?!  ugs., ruhrdt. · heilig's Blechle!  ugs., schwäbisch · heiliges Kanonenrohr!  ugs., veraltet · holla, die Waldfee!  ugs. · hört, hört!  ugs., veraltend · ich glaub es nicht!  ugs. · ich glaub's ja nicht!  ugs. · ich kann dir sagen!  ugs. · ich werd' verrückt!  ugs. · irre!  ugs. · jetzt hör sich das einer an!  ugs. · jetzt hört sich aber alles auf!  ugs. · krass!  ugs. · leck mich anne Täsch!  ugs., veraltet, ruhrdt. · leck mich en den Täsch!  ugs., kölsch · leck mich fett!  ugs. · lecko mio!  ugs. · leckofanni!  ugs. · mein lieber Herr Gesangsverein!  ugs., veraltet · mein lieber Scholli!  ugs., ruhrdt. · mein lieber Schwan!  ugs. · nein sowas!  ugs. · nicht zu fassen!  ugs. · nicht zu glauben!  ugs. · nun schau sich das einer an!  ugs., Spruch · oha!  ugs. · oho!  ugs. · potz Blitz  ugs., veraltet · potzblitz!  ugs., veraltet · potztausend!  ugs., veraltet · sackerlot!  ugs., veraltet · sackerment!  ugs., veraltet · sapperlot!  ugs., regional, veraltet · sapperment!  ugs., veraltet · schau mal (einer) an!  ugs. · sieh mal (einer) an!  ugs. · sowas aber auch!  ugs. · unglaublich!  ugs. · verdammt juchhe!  ugs. · verdammt nochmal!  ugs. · voll krass!  ugs. · wo sind wir denn hier!?  ugs.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein auf · nicht gerechnet haben (mit) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (für jemanden / jemandem) sehr plötzlich kommen  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.
  • Twist · unerwartete Wendung

Typische Verbindungen zu ›Knalleffekt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knalleffekt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knalleffekt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So betrachtet, ist das bisherige Abschneiden der deutschen Elf lediglich das Anschleichen auf einen sensationellen Knalleffekt gewesen.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2000
Ich denke, daß man auch wieder davon abkommen wird, Politiker als Knalleffekte außerhalb der Politik zu verwenden.
Die Zeit, 22.10.1971, Nr. 43
Der Knalleffekt, der Seitensprung des Korkens an die Decke, mag manchmal sehr stimmungsvoll sein, gehört aber durchaus nicht zum guten Ton.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28120
Er wird als Vorbereitung für einen Knalleffekt gebraucht, für eine sogenannte Pointe.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 176
Bis 1830 sind nicht nur Signale der feindlichen Heere, Märsche und Hymnen, sondern auch Kanonaden (Kanonenschüsse) als »Knalleffekt« beliebt.
Engel, Hans: Battaglia. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 20450
Zitationshilfe
„Knalleffekt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knalleffekt>, abgerufen am 16.07.2020.

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