Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Knappe, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knappen · Nominativ Plural: Knappen
Aussprache 
Worttrennung Knap-pe (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Knappe‹ als Erstglied: Knappschaft  ·  mit ›Knappe‹ als Letztglied: Bergknappe · Erzknappe · Mühlknappe · Schildknappe

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Bergmannssprache] Bergmann
    1. [veraltet] Müllergeselle
  2. 2. [historisch] junger Adliger, der bei einem Ritter das Ritterhandwerk erlernt, Edelknabe
eWDG

Bedeutungen

1.
Bergmannssprache Bergmann
Beispiel:
Knappen in Federtschakos standen überall, und die Grubenkapelle … spielte Märsche [ MarchwitzaJugend37]
veraltet Müllergeselle
2.
historisch junger Adliger, der bei einem Ritter das Ritterhandwerk erlernt, Edelknabe
Beispiele:
der zu einem Ritter geschlagene Knappe
Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, / Zu tauchen in diesen Schlund? [ SchillerTaucher]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knappe · Knappschaft
Knappe m. ‘Bergmann’, historisierend ‘Edelknabe’, mhd. knappe, mit expressiver Konsonantengemination (wie Rappe neben Rabe, s. d.) neben gleichbed. Knabe (s. d.). In der höfischen Ritterzeit bezeichnet mhd. knappe den ‘im Dienste eines Ritters stehenden Edelknaben, den berittenen, aber noch nicht zum Ritter geschlagenen Mann’, in bestimmten Gewerben den ‘Gesellen’, besonders in der Bergmanssprache den gelernten Bergmann, vgl. mhd. bercknappe. Knappschaft f. ‘Gesamtheit der Knappen eines Bergwerks und deren Organisation’ (Mitte 16. Jh.); vgl. mhd. knappeschaft ‘Art und Weise von Knappen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Büttel · Diener · Knappe · Knecht · Lakai · Subalterner
Oberbegriffe
Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Armiger · Edelknabe · Edelknecht · Knappe · Wappner · Wepeling · Wäpeling
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Knappe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knappe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knappe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Tuch zum Trocknen hing um den Hals des Knappen. [Röhrich, Lutz: Wasser. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 27375]
In einem äußerst schwachen Spiel blieben die Knappen vor allem in der Offensive fast alles schuldig. [Die Zeit, 27.08.2013 (online)]
In der Tat sind die „Knappen“ seit dreißig Jahren „am Untergehen“. [Die Zeit, 16.10.1987, Nr. 43]
Diese maximale Ausbeute hatten die Knappen letztmals vor 29 Jahren geschafft. [Süddeutsche Zeitung, 22.08.2000]
Zwar blieben die Knappen im vierten Spiel in Folge sieglos. [Süddeutsche Zeitung, 29.11.1999]
Zitationshilfe
„Knappe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knappe>.

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