Knast, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knast(e)s · Nominativ Plural 1: Knäste · Nominativ Plural 2 (seltener): Knaste
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Knast‹ als Erstglied: ↗Knasti · ↗Knastologe · ↗Knastologie · ↗Knastsprache
 ·  mit ›Knast‹ als Letztglied: ↗Abschiebeknast · ↗Folterknast

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [salopp] Haftstrafe
  2. 2. [salopp] Gefängnis
  3. 3. ⟨Knast haben⟩
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
salopp Haftstrafe
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
zwei Jahre Knast kriegen, hinter sich haben
Knast schieben, jmdm. aufbrummen
Einige Wochen Knast hab ich mir eingefangen [ NellFischer229]
2.
salopp Gefängnis
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
im Knast sitzen
die beiden haben sich im Knast kennengelernt
3.
Knast haben (= großen Hunger haben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knast · Knastologe
Knast m. ‘Haftstrafe’. Der heute umgangssprachliche, vorher gaunersprachliche Ausdruck (Anfang 19. Jh.) stammt vermutlich aus jidd. knass, knast ‘Strafe, Gefängnis’, vgl. hebr. qānas ‘strafen’. Knast ‘Gefängnis, Arrest’ (im Knast sitzen) wird in der Soldatensprache des ersten Weltkriegs üblich. Knastologe m. ‘Strafgefangener’ (überwiegend nach der Haftentlassung), scherzhafte Bildung (19./20. Jh.) aus ↗Knast und ↗-loge (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gefängnis · ↗Haftanstalt · Hafthaus · JVA · ↗Justizvollzugsanstalt · ↗Strafanstalt · ↗Strafvollzugsanstalt · ↗Vollzugsanstalt · ↗Zuchthaus  ●  Häfen  österr. · ↗Kerker  veraltet · ↗Bau  ugs. · ↗Bunker  ugs. · Haftort  fachspr. · ↗Kahn  ugs. · ↗Kiste  ugs. · ↗Kittchen  ugs. · Knast  ugs. · ↗Loch  derb · ↗schwedische Gardinen  ugs., sprichwörtlich
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Knast‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knast‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knast‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt müssen die Babys mit ihrer Mama in den Knast!
Bild, 12.03.2004
Er saß im Knast, und für sie war es endlich vorbei.
Der Tagesspiegel, 30.06.2002
Aber ich war noch nicht so lange aus dem Knast raus, daß ich etwas riskiert hätte.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 258
Es hallt mächtig von einer Wand zur anderen durch den Knast.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 192
Allgemein galt der Paragraph 48 als eine sichere Rückfahrkarte in den Knast.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 25
Zitationshilfe
„Knast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knast#1>, abgerufen am 05.12.2020.

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Knast, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knast(e)s · Nominativ Plural: Knaste
Aussprache 
eWDG, 1969

Bedeutung

norddeutsch Knorren, Astansatz
Zitationshilfe
„Knast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knast#2>, abgerufen am 05.12.2020.

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