Knastologe, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungKnas-to-lo-ge
WortzerlegungKnast1-loge
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft jmd., der schon oft im Gefängnis war und sich mit den Verhältnissen dort auskennt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knast · Knastologe
Knast m. ‘Haftstrafe’. Der heute umgangssprachliche, vorher gaunersprachliche Ausdruck (Anfang 19. Jh.) stammt vermutlich aus jidd. knass, knast ‘Strafe, Gefängnis’, vgl. hebr. qānas ‘strafen’. Knast ‘Gefängnis, Arrest’ (im Knast sitzen) wird in der Soldatensprache des ersten Weltkriegs üblich. Knastologe m. ‘Strafgefangener’ (überwiegend nach der Haftentlassung), scherzhafte Bildung (19./20. Jh.) aus ↗Knast und ↗-loge (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arrestant · Gefangener · Gefangengenommener · ↗Gefängnisinsasse · ↗Häftling · Inhaftierter · ↗Insasse · Strafgefangener · ↗Sträfling · Verhafteter · Verurteilter  ●  ↗Knacki  ugs. · ↗Knastbruder  ugs. · ↗Knasti  ugs. · Knastologe  ugs. · Sacklpicker  derb, österr. · ↗Zuchthäusler  ugs., schweiz.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Knastologe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der kleine Ungar ist scherzhaft, umgänglich, schlau, ein versierter „Knastologe“.
Die Zeit, 06.05.1977, Nr. 19
Der „Koffer“ war nach der Sprache der Knastologen ein Päckchen Tabak.
Die Zeit, 25.08.1967, Nr. 34
Ein anderer Stammgast, so ein Knastologe, hat nämlich die Zeche gezahlt und ist rausgegangen.
Bild, 08.02.2001
Er war Stricher und Süchtiger, Dealer und Knastologe, Tunte und Trunkenbold.
Süddeutsche Zeitung, 30.01.1999
Zitationshilfe
„Knastologe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knastologe>, abgerufen am 29.01.2020.

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