Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Knauser, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knausers · Nominativ Plural: Knauser
Aussprache 
Worttrennung Knau-ser
Wortbildung  mit ›Knauser‹ als Letztglied: Erzknauser
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmd., der knauserig ist
Beispiel:
Er soll trinken, saufen, das Zeug soll ihm den Geizkragen aufweichen, dem Knauser [ SchallückWenn man aufhören könnte83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knauser · knaus(e)rig · knausern · Knauserei
Knauser m. ‘Geizhals’ dringt vom 17. Jh. an aus dem Omd. (Schles.) in die Schriftsprache ein. Vielleicht abgeleitet von dem untergegangenen Adjektiv frühnhd. knaus ‘hochfahrend’, mhd. knūʒ ‘vermessen, waghalsig’, auch ‘hochfahrend gegenüber den Armen’, das im Ablaut zu aengl. cnēatian ‘streiten’ steht, vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 42. Daher wohl zu der unter Knoten (s. d.) angeführten Dentalerweiterung ie. *gneut- der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’. – knaus(e)rig Adj. ‘geizig, übertrieben sparsam’, knausern Vb. ‘übertrieben sparsam, geizig sein’, Knauserei f. (alle 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Filz · Knicker  ●  Sparfuchs  positiv · Geizhals  ugs., Hauptform · Geizkragen  ugs. · Knauser  ugs. · Knauserer  ugs. · Pfennigfuchser  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  Unsympath männl. · Unsympathin weibl. · unangenehmer Patron ugs., männl.
Assoziationen
  • knauserig · knausrig  ●  geizig Hauptform · filzig ugs. · knickerig ugs. · knickrig ugs. · kniepig ugs., norddeutsch · schrappig ugs., ruhrdt. · sitzt auf seinem Geld ugs. · zugeknöpft ugs., fig.
  • Raffke ugs. · Raffzahn ugs. · Schrapphals ugs., ruhrdt., rheinisch, abwertend
  • alles für sich (selbst) behalten · nicht teilen können · nichts abgeben  ●  nichts herausrücken ugs.

Verwendungsbeispiele für ›Knauser‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Knauser kaufen nur den Band, in dem die eigene Familie verzeichnet ist. [Die Welt, 14.09.2002]
Er befahl einem Beamten, das Ehepaar Knauser zum Verhör vorzuführen. [Die Zeit, 23.02.1996, Nr. 9]
Wenn es darum gehe, ihr Eigentum zu schützen, seien viele Menschen richtige Knauser. [Süddeutsche Zeitung, 19.11.1997]
Nicht mal die lächerlichen vier Milliarden Euro für den geplanten Ausbau von Ganztagsschulen hätte der Knauser rausrücken wollen. [Die Welt, 11.10.2002]
Schuld daran ist das Elternhaus, wer sonst – Papa, der Knauser, und Mama, die Verschwenderin. [Die Zeit, 21.11.1997, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Knauser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knauser>.

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