Knebel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knebels · Nominativ Plural: Knebel
Aussprache
WorttrennungKne-bel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Knebel‹ als Erstglied: ↗Knebelbart
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Stoffknäuel, der einem Überfallenen in den Mund gesteckt wird, um ihn am Schreien zu hindern
Beispiele:
der Knebel erstickte den Gefesselten
Die muffige Luft war ihm würgend wie ein Knebel in den Mund gefahren [UhsePatrioten1,172]
2.
Querholz
a)
zum Tragen verschnürter Pakete
b)
zum Drehen und Spannen von Seilen und Schnüren
3.
länglicher Knopf
Beispiel:
der Verschluss des Sportmantels ist mit Knebeln versehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knebel · knebeln · Knebelbart
Knebel m. ‘Querholz’ (zum Spannen, Festziehen), ‘Holzpflock’ (zum Tragen, als Verschluß), ‘zusammengedrehtes Stoffknäuel’ (um jmdm. den Mund zu verstopfen und ihn am Schreien zu hindern), ahd. knebil ‘Holzstück, Querholz (zum Fesseln), Pferdekummet’ (11./12. Jh.), mhd. knebel ‘Knöchel, Holzstück, Querholz, grober Kerl, Bengel’, asächs. kneƀil, mnd. knēvel ‘Pflock (auch als Mantelverschluß), Querstange, plumper Kerl, Flegel, gedrehte Spitze des Schnurrbarts’, nl. knevel ‘Holzstück, Knebel, Knebelbart’, anord. knefill ‘Baumast, Querstange’, dän. knevel, knebel ‘Mundknebel’ führen auf eine deminutive l-Ableitung von germ. *knab- ‘Pflock, Stock, Klotz’ (wozu auch ↗Knabe, s. d.). Außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten finden sich nicht. knebeln Vb. ‘fesseln, binden, mit einem Knebel den Mund verstopfen’ (17. Jh.). Knebelbart m. ‘gedrehter Schnurrbart’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fessel Mund abnehmen befreien ersticken stecken stopfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knebel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er das Mädchen tot glaubte, nahm er ihr den Knebel ab.
Die Zeit, 30.11.2007 (online)
Und sie vermochte den Knebel, an dem sie fast erstickt wäre, aus dem Munde zu entfernen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 316
Der Knebel hätte nicht allzuschwer durch Ausspucken aus dem Munde entfernt werden können.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 04.03.1905
Da ging Rudi Knebel, der schon lange kochte, in die Offensive.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 123
Er beugte sich über sie und nahm ihr den Knebel ab.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 175
Zitationshilfe
„Knebel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knebel>, abgerufen am 26.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Knautschzone
Knautschleder
Knautschlackleder
Knautschlack
Knautschkommode
Knebelbart
knebeln
Knebelung
Knebelvertrag
Kneblung