Knecht, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knecht(e)s · Nominativ Plural: Knechte
Aussprache
Wortbildung mit ›Knecht‹ als Erstglied: ↗Knechtsdienst  ·  mit ›Knecht‹ als Letztglied: ↗Ackerknecht · ↗Altknecht · ↗Bauernknecht · ↗Brauknecht · ↗Dienstknecht · ↗Edelknecht · ↗Folterknecht · ↗Fuhrknecht · ↗Fürstenknecht · ↗Großknecht · ↗Gutsknecht · ↗Hausknecht · ↗Henkersknecht · ↗Hofknecht · ↗Holzknecht · ↗Kleinknecht · ↗Kriegsknecht · ↗Landsknecht · ↗Mädchenknecht · ↗Ochsenknecht · ↗Pferdeknecht · ↗Rechenknecht · ↗Reitknecht · ↗Schinderknecht · ↗Schindersknecht · ↗Stallknecht · ↗Stiefelknecht · ↗Weiberknecht
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
veraltend männliche Person, die auf einem Bauernhof in einem Arbeitsverhältnis steht und die niederen, schweren Arbeiten verrichtet
Beispiele:
sich als Knecht verdingen
die Knechte und Mägde auf dem Bauernhof
2.
gehoben Abhängiger, Unfreier
Beispiele:
Knechte der Gesellschaft, öffentlichen Meinung
Wie das vor jedem Schnösel salutiert! / Beseligt, daß sie wieder Knecht sein dürfen [WeinertRufe75]
3.
veraltet Diener, Untergebener
Beispiele:
ein Knecht Gottes
[der Herzog] bleibt doch, schlecht und recht, / Wie wir alle, des Kaisers Knecht [SchillerWallenst. Lager11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knecht · knechtisch · Knechtschaft · knechten
Knecht m. ehemals ‘in einem Arbeitsverhältnis bei einem Bauern stehender Landarbeiter’, auch ‘Diener, Untergebener, Unfreier, Unterdrückter’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. kneht ‘Knabe, Jüngling, Bursche, junger Mann in lernender und dienender Stellung, Diener, Knappe, Krieger, Held, Lehrling, Geselle’, mnd. knecht, mnl. cnecht, nl. knecht ‘Diener, Knecht, Geselle’, aengl. cniht ‘Knabe, Jüngling, Diener, Krieger, Held’, engl. knight ‘Ritter’. Herkunft ungewiß. Man sieht darin gewöhnlich eine Bildung mit t-Suffix, die man (im Hinblick auf eine vergleichbare Bedeutungsentwicklung von ‘Stock, Knüppel’ zur männlichen Personenbezeichnung in ↗Knabe, ↗Bengel, s. d.) mit mnd. knagge ‘dickes Holzstück, Pflock’, nd. Knagge ‘Pflock, Knorren im Holz’, engl. knag ‘Knorren, Ast’, schwed. knagg ‘Knoten, Knorren, Höcker’, (mundartlich) ‘untersetzter starker Kerl’, anord. (mit germ. kk) knakkr ‘(Tisch-, Stuhl)bein, Schemel’ verbinden kann. Dann ließe sich ie. *gnegh- erschließen, das als Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ (s. ↗kneipen) angesehen werden kann. In zahlreichen älteren Zusammensetzungen sind frühere Bedeutungen des Wortes noch erkennbar, vgl. Fuß-, Kriegs-, Landsknecht, Brau-, Müllerknecht, Amts-, Stadtknecht, Folter-, Fuhr-, Haus-, Reit-, Ruderknecht; ferner in Gerätebezeichnungen wie Licht-, Stiefelknecht. knechtisch Adj. ‘unterwürfig, kriecherisch, sklavisch’ (um 1500). Knechtschaft f. ‘Unfreiheit, (Leben in) Unterdrückung’ (16. Jh.). knechten Vb. ‘unter seine Herrschaft bringen, unterdrücken’ (um 1830; bei Stieler 1691 als ungebräuchlich angeführt); mhd. knehten (reflexiv) ‘den Knecht spielen’, mhd. beknehten, frühnhd. knechten (reflexiv) ‘sich mit einem Knechte versehen’ sind wohl singuläre Verwendungen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Büttel · ↗Diener · ↗Knappe · Knecht · ↗Lakai · Subalterner
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Reisiger · reisiger Knecht
Assoziationen
Synonymgruppe
Paladin · ↗Vasall · ergebener Anhänger · treuer Gefolgsmann  ●  Ergebener  abwertend · Getreuer  spöttisch · Knecht  abwertend · ↗Hofschranze  ugs., abwertend · ↗Lakai  derb, abwertend · ↗Marionette  ugs., abwertend · ↗Sklave  ugs., abwertend · ↗Trabant  ugs., abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Marionettenpolitiker · Politmarionette
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Christenmensch Christkind Dialektik Diener Freie Fremdling Gutsbesitzer Henker Herr Herrin Hilfsarbeiter Hirte Knecht Kutscher Magd Nikolaus Ritter Rute Tagelöhner Vasall Weihnachtsmann beritten dienstbar gehorsam getreu leibeigen treu unnütz verdingen Überwinder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knecht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er steht fest zu Knecht, das sagt er auch deutlich.
Der Tagesspiegel, 06.11.2001
Dazu sind auch ihre Argumente gegen den Vorsitzenden Knecht zu gut.
Die Zeit, 17.06.1966, Nr. 25
Eben hatte Frau Anna dem Knecht sich zugeneigt, ihn zu bitten, dort anzuhalten.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 122
Und wenn sie uns das Leben lassen, werden wir ihre niederen Knechte sein!
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 972
Diesmal verfing sie sich gar in den Netzen ihres jüngsten Knechtes.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 259
Zitationshilfe
„Knecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knecht>, abgerufen am 22.01.2019.

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