Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Knick, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knick(e)s · Nominativ Plural: Knicke
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Knick‹ als Letztglied: Nachfrageknick · Pillenknick · Stimmungsknick · Wachstumsknick
Mehrwortausdrücke  aus dem Knick kommen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. scharfe Biegung
    1. [übertragen] ...
  2. 2. ...
  3. 3. mit Gebüsch bestandener Erdwall
eWDG

Bedeutungen

1.
scharfe Biegung
Beispiele:
ein Knick in der Röhre, im Buchdeckel
an dieser Stelle macht der Weg, die Fassade der Häuser einen Knick
übertragen
Beispiele:
seine Ausführungen hatten einen gedanklichen Knick
saloppdu hast wohl einen Knick in der Linse (= du hast das nicht richtig gesehen, erkannt)
2.
Beispiel:
das Ei hat einen Knick (= ist eingedrückt)
3.
mit Gebüsch bestandener Erdwall
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

knicken · Knick · Knicker · knick(e)rig · knickern
knicken Vb. ‘in den Knien wanken, scharf umbiegen, falten, halb durch-, anbrechen, einen Riß, Sprung bekommen’, frühnhd. ‘schwankend gehen’ (15. Jh.), wohl Übernahme von mnd. knicken ‘im Knöchel, im Gelenk einknicken, spreizen, abbrechen, halb durchbrechen’, das mit mnl. cnicken ‘knacken, beugen, halb durchbrechen’, nl. knicken und (ablautend) anord. kneikja ‘biegen, zusammendrücken’, schwed. kneka ‘sich beugen’ an ie. *gneig-, eine Erweiterung der unter kneipen2 (s. d.) genannten Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken’, angeknüpft werden kann. knicken steht auch, zumal in älterer Sprache, für ‘die Knie beugen, knicksen’ (s. Knicks), für ‘geizen, knausern’ (s. unten knickern), ferner (wohl unter dem Einfluß von lautmalendem knacken, s. d.) ‘einen hellen, kurzen Laut geben, mit leichtem Geräusch zerdrücken’. Knick m. ‘Sprung, feiner Bruch, scharfe Biegung’, auch ‘heller, kurzer Laut’ (17. Jh.), anfangs auch ‘Knicks’, nordd. ‘mit Büschen bepflanzter Erdwall’ (16. Jh.), mnd. knick ‘Hecke auf einem niedrigen Wall’. Knicker m. ‘wer übertrieben sparsam ist, Geizhals, Knauser’ (17. Jh.). knick(e)rig Adj. ‘übertrieben sparsam, geizig, knauserig’, knickern Vb. ‘knickrig sein’ (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Knick · Stauchung
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Knick‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knick‹.

Verwendungsbeispiele für ›Knick‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der rechte Rand – da gibt es den "Trick mit dem Knick". [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 315]
In etwa zehn Jahren werden wir, wie jeder weiß, vor einem demografischen Knick stehen. [Die Zeit, 11.05.2009, Nr. 19]
Die schöne Geschichte kriegt allerdings einen gewissen Knick durch die neue Platte. [Die Zeit, 04.05.2005, Nr. 19]
Aber wenn es sich denn überhaupt um einen beginnenden Trend handeln sollte, so kann er noch manchen Knick erfahren. [Die Zeit, 08.11.1985, Nr. 46]
Immerhin gab es in der Geschichte dieses geschichtsträchtigen Hauses einmal einen unübersehbaren Knick. [Die Zeit, 05.10.1973, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Knick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knick>.

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