Knie, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Knies · Nominativ Plural: Knie
Aussprache
Wortbildung mit ›Knie‹ als Erstglied: ↗Knieabschwung · ↗Knieaufschwung · ↗Kniebeuge · ↗Kniefall · ↗Kniegeige · ↗Kniegelenk · ↗Kniehang · ↗Knieholz · ↗Kniehose · ↗Kniehöhe · ↗Kniekehle · ↗Knieliegestütz · ↗Knieprellung · ↗Knieriemen · ↗Kniescheibe · ↗Knieschützer · ↗Kniestand · ↗Kniestiefel · ↗Kniestrumpf · ↗Kniewelle · ↗Kniewärmer · ↗kniefrei · ↗kniehoch · ↗knielang · ↗knielings · ↗knietief
 ·  mit ›Knie‹ als Letztglied: ↗Gummiknie · ↗Ofenknie · ↗Rohrknie
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Gelenk zwischen Oberschenkel und Unterschenkel
Beispiele:
ein rundes, spitzes, zerschundenes Knie
sein rechtes Knie ist steif
jmdm. zittern die Knie
seine Knie wankten, schwankten
umgangssprachlich seine Knie schlotterten, wurden weich
die Knie durchdrücken, strecken, (ehrfürchtig, demütig) beugen
jmds. Knie umfassen
er hat sich [Dativ] das Knie verletzt
sie lag auf den Knien und scheuerte den Fußboden
auf die Knie fallen
sich vor jmdm. auf die Knie werfen und um Vergebung bitten
umgangssprachlich du kannst Gott auf Knien danken, dass ...
(erschöpft) in die, ins Knie sinken (= zusammensinken)
salopp ein Kind übers Knie legen (= schlagen)
der Rock reicht bis zum, bis ans Knie
den Korb zwischen den Knien halten
Er ging langsam zum Hauptaltar hinunter, beugte dort die Knie [BöllWort39]
ich habe sein Kinn mit dem Schädel von unten erwischt, und er geht langsam in die Knie [RemarqueSchwarzer Obelisk436]
bildlich
Beispiel:
gehoben jmdn. auf die Knie zwingen (= jmdn. unterwerfen)
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich etw. übers Knie brechen (= etw. übereilt tun)
2.
umgangssprachlich Stelle von 1 im Hosenbein
Beispiele:
das Knie ist durchgescheuert
ein neues Knie stricken
3.
Biegung, Krümmung
Beispiele:
das Knie eines Ganges, Rohres, Flusses, einer Straße
Beim Aufgang zur zweiten Etage bildete der Korridor ein Knie [Th. MannBuddenbrooks1,506]
Ich bin der Schweyk aus Budweis, wo die Moldau das Knie macht [BrechtSchweykNachsp.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knie · knien · Kniebeuge · Kniefall · kniefällig · Kniescheibe
Knie n. Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein, auch ‘Biegung, Krümmung’, ahd. kneo, knio (8. Jh.), mhd. knie, asächs. knio, mnd. knē, mnl. cnie, nl. knie, aengl. cnēo(w), engl. knee, anord. knē, schwed. knä, got. kniu (germ. *knewa-). Außergerm. vergleicht sich aind. jā́nu, griech. góny (γόνυ), lat. genū ‘Knie’, so daß der u-Stamm ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ erschließbar ist, s. auch ↗Kinn. Über Versuche, die hier für Knie genannten ie. Ausgangsformen mit den Wurzeln ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ zu verbinden, s. ↗Kind. knien Vb. ‘mit einem Knie oder beiden Knien auf dem Boden ruhen’, (reflexiv) ‘sich auf ein Knie oder die Knie niederlassen’, ahd. gikniuwen (9. Jh.), kniuwen (11. Jh.), mhd. kniewen, knien; daneben mit ableitendem l schweiz. chnülen, mnd. knēlen, mnl. cnielen, nl. knielen, engl. to kneel. Kniebeuge f. ‘das Beugen der Knie’ (18. Jh.) als ehrerbietiger Gruß, auch als Turnübung (vgl. Kniebeugung 1795, Kniebeugen Jahn 1816), älter, heute unüblich, ‘Kniekehle’ (Anfang 17. Jh.); s. ↗Beuge. Kniefall m. ‘das Niederlassen auf die Knie’ (als Zeichen der Ehrerbietung, Huldigung, des flehentlichen Bittens, der Unterwerfung), zum Verb mhd. knievallen ‘auf die Knie fallen’, wozu auch kniefällig Adj. (beide 18. Jh.). Kniescheibe f. scheibenartiger Knochen an der Vorderseite des Kniegelenks, ahd. knioskība (Hs. 12. Jh.), mhd. knieschībe.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Knie · ↗Winkel  ●  ↗Fase  fachspr.
Anatomie
Synonymgruppe
Knie · ↗Kniegelenk
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Kniegelenkscheibe  ●  ↗Meniskus  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bluterguss Bänderdehnung Bänderriss Ellenbogen Entzündung Innenband Innenbandanriss Innenbanddehnung Innenbandriss Knorpelschaden Kreuzband Kreuzbandriss Patellasehne Schmerz beugen erleiden kaputt link lädiert operieren operiert recht schlottern schmerzen verdrehen verletzen weich zittern zuziehen zwingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Traditionell ist sie weit geschnitten und reicht etwas über das Knie.
Die Zeit, 14.08.2013, Nr. 31
Als er einen kurzen Put nicht einlochen konnte, drückte er in einer bizarren Pose die Knie zusammen.
Bild, 12.04.2006
Das Gras reichte den steinernen Göttern, die entlang den Wegen standen, bis ans Knie.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 139
Er saß aufrecht am Tisch, die linke Hand über dem linken Knie.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 15
Vor dem Aufsetzen der Knie müssen die Arme etwas gestreckt werden.
Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 278
Zitationshilfe
„Knie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knie>, abgerufen am 22.10.2019.

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