Kniefall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKnie-fall (computergeneriert)
WortzerlegungKnieFall1
Wortbildung mit ›Kniefall‹ als Grundform: ↗kniefällig
eWDG, 1969

Bedeutung

das Fallen auf die Knie als Zeichen der Unterwerfung, bei demütiger Bitte
Beispiele:
(vor jmdm.) einen Kniefall tun
er tat einen Kniefall vor, bei seinem Vater und bat um finanzielle Hilfe
Kaiser Franz empfing ihn bedeckten Hauptes ... Trenck vollführte den dreimaligen Kniefall [B. FrankTrenck183]
bildlich
Beispiel:
der große Kniefall der Opposition vor der Regierungspolitik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knie · knien · Kniebeuge · Kniefall · kniefällig · Kniescheibe
Knie n. Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein, auch ‘Biegung, Krümmung’, ahd. kneo, knio (8. Jh.), mhd. knie, asächs. knio, mnd. knē, mnl. cnie, nl. knie, aengl. cnēo(w), engl. knee, anord. knē, schwed. knä, got. kniu (germ. *knewa-). Außergerm. vergleicht sich aind. jā́nu, griech. góny (γόνυ), lat. genū ‘Knie’, so daß der u-Stamm ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ erschließbar ist, s. auch ↗Kinn. Über Versuche, die hier für Knie genannten ie. Ausgangsformen mit den Wurzeln ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ zu verbinden, s. ↗Kind. knien Vb. ‘mit einem Knie oder beiden Knien auf dem Boden ruhen’, (reflexiv) ‘sich auf ein Knie oder die Knie niederlassen’, ahd. gikniuwen (9. Jh.), kniuwen (11. Jh.), mhd. kniewen, knien; daneben mit ableitendem l schweiz. chnülen, mnd. knēlen, mnl. cnielen, nl. knielen, engl. to kneel. Kniebeuge f. ‘das Beugen der Knie’ (18. Jh.) als ehrerbietiger Gruß, auch als Turnübung (vgl. Kniebeugung 1795, Kniebeugen Jahn 1816), älter, heute unüblich, ‘Kniekehle’ (Anfang 17. Jh.); s. ↗Beuge. Kniefall m. ‘das Niederlassen auf die Knie’ (als Zeichen der Ehrerbietung, Huldigung, des flehentlichen Bittens, der Unterwerfung), zum Verb mhd. knievallen ‘auf die Knie fallen’, wozu auch kniefällig Adj. (beide 18. Jh.). Kniescheibe f. scheibenartiger Knochen an der Vorderseite des Kniegelenks, ahd. knioskība (Hs. 12. Jh.), mhd. knieschībe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kniefall · ↗Niederwerfung · ↗Proskynese
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Beugemann · ↗Bückling · ↗Ergebenheitsbekundung · Kniefall · ↗Kotau · ↗Kratzfuß · ↗Selbsterniedrigung · ↗Unterwerfung  ●  ↗Unterwerfungsgeste  Hauptform · ↗Proskynese  geh., veraltet, historisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundeskanzler Denkmal Ferse Geste Getto Ghetto Ghetto-Denkmal Handkuß Hetzkampagne Jahrestag Kanzler Lobby Mahnmal Ostpolitik Papst Pharmaindustrie Symbol Terror Terrorist Warschauer berühmt gleichkommen historisch kollektiv kritisieren peinlich symbolisch verweigern zwingen üben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kniefall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine große Koalition sei nichts anderes als ein "Kniefall vor den Konservativen".
Die Welt, 27.08.2005
Auch vom Kanzler gab es keine Kniefälle vor dem Mann aus dem Weißen Haus.
konkret, 1982
Ich will ihm beistehen und schlage durch Zuruf Kniefall vor.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 257
Dr. Müller-Castell übrigens war nach seinem Kniefall ein durchaus gerngesehener Kunde.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 266
Die Altarlichte flackerten bei den Kniefällen der Ministranten, bei den hastigen Bewegungen des langen, bleichen Pfarrers.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 36
Zitationshilfe
„Kniefall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kniefall>, abgerufen am 19.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Kniebundhose
Kniebuckel
Kniebreche
Kniebeuge
Kniebank
kniefällig
kniefrei
Kniegeige
Kniegelenk
Kniegelenkbänder