Knochen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knochens · Nominativ Plural: Knochen
Aussprache
WorttrennungKno-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Knochen‹ als Erstglied: ↗Knochenabszess · ↗Knochenarbeit · ↗Knochenatrophie · ↗Knochenbau · ↗Knochenberg · ↗Knochenbrecher · ↗Knochenbruch · ↗Knochenbrühe · ↗Knochendichte · ↗Knochenentzündung · ↗Knochenfraß · ↗Knochenfäule · ↗Knochengerippe · ↗Knochengerüst · ↗Knochengeschwulst · ↗Knochengestell · ↗Knochenhaut · ↗Knochenkrebs · ↗Knochenleim · ↗Knochenmann · ↗Knochenmark · ↗Knochenmehl · ↗Knochenmühle · ↗Knochenschwund · ↗Knochensplitter · ↗Knochensäge · ↗Knochentransplantation · ↗Knochentuberkulose · ↗knochenbildend · ↗knochendürr · ↗knochenhart · ↗knochentrocken · ↗knöchern
 ·  mit ›Knochen‹ als Letztglied: ↗Armknochen · ↗Backenknochen · ↗Beckenknochen · ↗Brustknochen · ↗Dinosaurierknochen · ↗Eheknochen · ↗Handknochen · ↗Hausknochen · ↗Hüftknochen · ↗Intermaxillarknochen · ↗Kieferknochen · ↗Liebesknochen · ↗Markknochen · ↗Mittelfußknochen · ↗Oberarmknochen · ↗Oberschenkelknochen · ↗Rippenknochen · ↗Röhrenknochen · ↗Schenkelknochen · ↗Schulterknochen · ↗Schwanzknochen · ↗Wangenknochen · ↗Zwischenkieferknochen
 ·  formal verwandt mit: ↗Gehörknöchelchen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
harter, fester Bestandteil des Skeletts des Menschen und der Wirbeltiere
Beispiele:
harte, feste, schwere, zarte Knochen
die Wunde geht bis auf den Knochen
der Hund nagt an einem Knochen
aus Knochen eine Brühe kochen
Fleisch mit, ohne Knochen kaufen
sich [Dativ] (bei einem Unfall) die Knochen brechen
salopp, übertriebenich schlage dir alle Knochen kaputt
umgangssprachlich, übertrieben
Beispiele:
mir tun schon alle Knochen weh
ich fühle alle meine Knochen
sie ist nur noch Haut und Knochen (= völlig abgemagert)
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
die harte Arbeit geht über die Knochen
wenn es an die eigenen Knochen geht, überlegt man es sich schon
Der verfluchte Krieg! Wir müssen unsere Knochen hinhalten [W. DehmelinHammer u. Feder50]
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiel:
saloppkeinen Mumm in den Knochen haben (= energielos, feige sein)
etw. steckt, sitzt, liegt jmdm. in den Knochenjmd. hat etw. noch nicht überwunden
Beispiele:
die Erkältung steckt mir noch in den Knochen
das Gewitter, die Grippe steckt mir schon in den Knochen (= fühle ich schon)
Ernas Beschimpfungen sitzen mir noch in den Knochen [RemarqueSchwarzer Obelisk128]
Schließlich lag den Leuten noch die Schießerei vom Morgen in den Knochen [UhsePatrioten1,37]
etw. fährt jmdm. in die Knochenetw. erschreckt jmdn. sehr
Beispiel:
die Nachricht, der Schreck ist ihm in die Knochen gefahren
bis auf, in die Knochenvöllig, ganz und gar, durch und durch
Beispiele:
er ist durchgeweicht bis auf die Knochen
er hat sich bis auf die Knochen blamiert
jmdn. bis auf die Knochen bloßstellen
mit dem Eisernen Erster an der Front ausgezeichnet, deutsch bis in die Knochen [Kellerm.Totentanz32]
2.
umgangssprachlich Glieder
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
die Knochen zusammenreißen (= strammstehen)
die alten Knochen wollen nicht mehr
ruh dir deine müden Knochen aus!
saloppnimm deine Knochen weg!
er eilte, so gut es seine alten Knochen erlaubten ... vorwärts [DodererLederbeutelchen13]
3.
salopp, abwertend ein alter Knochenein alter Kerl
Beispiele:
ein müder Knochen (= energieloser Mensch)
Schimpfwortdu elender, fauler Knochen!
im Lokal war kein Knochen! (= niemand!)
Ein alter Knochen wie er sollte sich nicht übernehmen [A. ZweigGrischa226]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knochen · Knöchel · Knöchelchen · knöchern · verknöchern · verknöchert · knochig · Knochenfraß · Knochenmann
Knochen m. ‘Teil des Skeletts’, mhd. knoche ‘Knochen’, mnd. knōke, knāke ‘Knochen, Hirnschale’, mnl. cnōke, nl. knook ‘Knochen, Glied, Gelenkhügel’, schwed. knoge ‘Knöchel’, norw. knoke setzen mit lit. gniáužti ‘(mit der Hand) fest zusammendrücken, quetschen, (aus)pressen’, gniáužta(s) ‘geballte Hand, Pfote, Handvoll’ und wohl auch serbokr. gnjáviti ‘drücken, pressen, quetschen, würgen’, slowen. ‘quälen, belästigen’ ie. *gneug̑- voraus, das sich zusammen mit mehreren anderen Erweiterungen an die Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ anschließt (s. ↗Knopf, ↗Knorren, ↗Knoten, ↗Knust, ↗knabbern, ↗kneipen). Knochen hat altes ↗Bein (s. d.), das noch Luther bevorzugt, weitgehend zurückgedrängt. Dazu das Deminutivum Knöchel m. ‘Knochenvorsprung an Finger- und Fußgelenken’, mhd. knöchel, knüchel, frühnhd. knöchel, knochel, knuchel, mnd. knȫkel. Mit erneuter Deminuierung (aus dem Md.) Knöchelchen n. ‘kleiner Knochen’ (18. Jh.). knöchern Adj. ‘aus Knochen bestehend’ (18. Jh.). verknöchern Vb. ‘zu Knochen werden, durch Alter oder Mangel an Bewegung steif, unbeweglich werden’ (18. Jh.); verknöchert Part.adj. auch ‘geistig unbeweglich, starr, spießig’ (19. Jh.). knochig Adj. ‘mit starken, sichtbar hervortretenden Knochen ausgestattet, derb, plump, ungeschlacht’ (15. Jh.). Knochenfraß m. (um 1800), älter Beinfraß. Knochenmann m. ‘Tod’, personifiziert vorgestellt als Skelett (17. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Bein · ↗Gebein  ●  Knochen  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Orthopädie  fachspr.
  • Exostose  fachspr. · ↗Überbein  ugs.
  • Knochenmetastase · Skelettmetastase · ossäre Metastase
  • Knochennekrose · Osteonekrose  ●  Knocheninfarkt  ugs.
  • Knochenszintigrafie · Skelettszintigrafie
Technik
Synonymgruppe
(altes) Mobiltelefon  ●  Knochen  ugs.
Oberbegriffe
  • Funkfernsprecher · ↗Funktelefon · Handtelefon · ↗Mobilfunktelefon · Taschentelefon  ●  ↗Handy  Hauptform, Scheinanglizismus · ↗Mobiltelefon  Hauptform · Ackerschnacker  ugs. · ↗Gurke  ugs. · Natel  ugs., Markenname, schweiz.
Technik
Synonymgruppe
Knochenschlüssel · Zehnlochschlüssel  ●  Knochen (Werkzeug)  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Elfenbein Fleisch Gelenk Geweih Haut Knorpel Muskel Schädel Sehne Skelett Totenkopf Zahn abgenagt abnagen ausgraben blamieren brechen brüchig fossil gebrechen gebrochen gefunden gekreuzt hinhalten menschlich morsch müd schmerzen stecken versteinert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knochen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anschließend verzehren sie die Flügel, die dünnen Beine, den gut genährten Leib mitsamt allen Knochen.
Die Welt, 18.06.2005
Fast bis auf die Knochen abgemagert schleppte sie sich auf den Platz.
Der Tagesspiegel, 06.07.2003
Aber nur Knochen größerer Tiere haben sich erhalten - alle kleineren Dinge nicht.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Als ich am anderen Tag aufwachte, fühlte ich aber meine Knochen.
Wulf, Georg: Aus dem Tagebuch eines Bombenfliegers. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 74
Nun sagte ich zu G.: Wenn ich mir nicht anders helfen kann, so werde ich Ihnen die Knochen entzweischlagen.
Friedländer, Hugo: Ein Presse-Skandal. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 22714
Zitationshilfe
„Knochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knochen>, abgerufen am 13.12.2019.

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