Knolle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Knolle · Nominativ Plural: Knollen
WorttrennungKnol-le
Wortbildung mit ›Knolle‹ als Erstglied: ↗Knollenblätterpilz · ↗Knollengewächs · ↗Knollennase · ↗Knöllchen · ↗knollenförmig
eWDG, 1969

Bedeutung

rundliches, unter der Erde wachsendes Gebilde an Pflanzen, das der Speicherung von Nährstoffen und bei einigen Pflanzen der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dient
Beispiel:
die Knollen der Dahlie
landschaftlich, umgangssprachlich Kartoffel
Beispiel:
Sie kauerten bei der Alten um den Kartoffelhaufen ... und halfen ihr die Knollen abkeimen [ViebigSchlafendes Heer50]
umgangssprachlich, übertragen knolliges Gebilde, Klumpen, Kloß
Beispiel:
da sah er unter ihrem Stuhl die nassen Knollen schwarzer Gartenerde liegen [FusseneggerAntlitz24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knolle · Knollen · knollig · Knollenblätterpilz
Knolle f. Knollen m. ‘Auswuchs, Klumpen, Wurzelverdickung’, ahd. knollo ‘Riff, Klippe’ (8. Jh.), ‘Klumpen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. knolle ‘Klumpen, Erdscholle, plumper Mensch’, mnd. knolle, knul ‘kleine Anhöhe’ (nur als Ortsname), mnl. cnol ‘kleine Anhöhe’, nl. knol ‘Knolle, Rübe’, aengl. cnoll, engl. knoll ‘Hügel, Kuppe, Bergspitze, Gipfel’, anord. knollr ‘Bergkuppe’ setzen bei Entwicklung von ll aus germ. zl oder ðl germ. *knuzla- bzw. *knuðla- ‘zusammengeballte Masse, Klumpen’ voraus, führen also entweder auf ie. *gneus- (s. ↗knüllen, ↗Knust) oder auf ie. *gneut- (s. ↗Knoten), beides Erweiterungen der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’. knollig Adj. ‘knorrig, klumpig, verdickt’ (18. Jh.), älter knollicht (15. Jh.). Knollenblätterpilz m. (20. Jh.), Knollenblätterschwamm (19. Jh.), künstlich geprägter Name für mehrere giftige Pilzarten mit einer kugeligen Verdickung (Knolle) am Grunde des Stiels.

Thesaurus

Synonymgruppe
Strafmandat · ↗Strafzettel  ●  Bußenzettel  schweiz. · Datenermittlungsbeleg  fachspr. · Knolle  ugs. · ↗Knöllchen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Duft Erde Frucht Kartoffel Pflanze Same Samen Sorte Wurzel Zwiebel abschneiden anbauen braun dick ernten essbar frisch gekocht graben kostbar riesig scharf schmecken toll unansehnlich weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knolle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die rohe Knolle schäle ich und schneide sie in kleine Schnitzel.
Die Zeit, 07.12.2009, Nr. 49
Die Pflanze blüht in unregelmäßigem Rhythmus, hat eine 36 Kilo schwere Knolle.
Bild, 10.07.2000
Die schorfigen Stellen vergrößern sich, reißen auf, und schließlich fault die Knolle.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 401
Beim nachträglichen Einschlagen des Stabes wird sonst die Knolle meist verletzt.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 294
Man lege die flachkuglige Knolle in eine recht sonnige, trockene geschützte Nische und gebe guten Winterschutz.
Schacht, Wilhelm: Der Steingarten und seine Welt, Ludwigsburg: Ulmer 1953, S. 136
Zitationshilfe
„Knolle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knolle>, abgerufen am 20.02.2019.

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