Knorren, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knorrens · Nominativ Plural: Knorren
Aussprache
WorttrennungKnor-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Knorren‹ als Erstglied: ↗knorrig  ·  mit ›Knorren‹ als Letztglied: ↗Astknorren
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
krummgewachsener Teil eines Baumes mit verdickten Auswüchsen
Beispiel:
Ich sah wunderliche Knorren, alraunenhafte Formen [GaiserNascondo45]
2.
Ansatzstelle eines ehemaligen stärkeren Baumzweiges, Ast
Beispiel:
An einigen Stellen [des Stockes] traten die Knorren hervor, er war also nicht ganz eben [SteinbergUhren231]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knorren · Knorz
Knorren m. ‘Auswuchs an Bäumen, unförmiges Holzstück, Baumstumpf, Holzklotz’, mhd. mnd. knorre ‘knotenförmige Verdickung, hervorstehender Knochen, Knorpel, Auswuchs, Buckel’, mnl. cnorre, nl. knor ‘Auswuchs, Buckel, Knoten, Knolle’ sind zu vergleichen mit ahd. kniurīg ‘knochig, stark, muskulös’ (um 1000), mhd. knūr(e) ‘Knoten, Fels, Gipfel’, so daß von einer (allerdings nur im Germ. vertretenen) Erweiterung ie. *gner- der im Germ. vielfach in Erweiterungen auftretenden Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ (s. ↗Knopf, ↗Knoten) ausgegangen werden kann. Eine expressive Weiterbildung ist gleichbed. Knorz m. ahd. (11. Jh.), frühnhd. knorz ‘Verdickung, Auswuchs am Baum’, womit sich auch dän. knort ‘Knorren, Knoten’, schwed. (mundartlich) knort ‘Knorren, unreifes Obst, kleiner Kerl’ verbinden.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So entstehen die harten Knorren in den dicken Brettern, die die Politik bohren muss.
Die Welt, 04.11.2003
Knorren muss aber abwarten, ob es für die Anlagen eine Befreiung vom Denkmalschutz geben wird.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2003
Rolf setzte sich an den Fuß einer Buche, legte den Knorren zwischen die Füße und schnitzte an seinem Stock.
Die Zeit, 11.08.1955, Nr. 32
Das alte Wort »Ast« für Buckel bedeutete früher auch Knorren oder Auswuchs, so wie er auch oft an Bäumen anzutreffen war.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 33
Manchmal war die Schneelage so stabil, dass man sich sogar in den Tiefschneehang unterm Knorren wagen konnte, ohne gleich eine Lawine loszutreten.
Die Zeit, 03.02.2005, Nr. 06
Zitationshilfe
„Knorren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knorren>, abgerufen am 20.09.2019.

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