Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kobold, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kobold(e)s · Nominativ Plural: Kobolde
Aussprache  [ˈkoːbɔlt]
Worttrennung Ko-bold
Wortbildung  mit ›Kobold‹ als Erstglied: Koboldmaki · koboldhaft  ·  mit ›Kobold‹ als Letztglied: Bergkobold · Hauskobold · Schiffskobold · Waldkobold · Wasserkobold
eWDG

Bedeutung

zwergenhafter, harmlos-neckischer, zu Streichen aufgelegter Geist des Volksaberglaubens, der aber auch tückisch-schadenfroh sein kann, wenn er erzürnt wird
Beispiele:
hier muss ein Kobold seine Hand im Spiel haben
in diesem Haus sollen Kobolde ihr Wesen treiben
er lachte, kicherte wie ein Kobold
übertragen
Beispiel:
der Junge ist ein kleiner Kobold (= ein unruhiger und listiger kleiner Bursche)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kobold m. ‘übermütiger Hausgeist, Wichtel’, mhd. kobolt (mit Betonung auf der ersten oder der zweiten Silbe) bezeichnet einen übermütigen, teils freundlichen, teils heimtückischen Hausgeist. Es handelt sich offenbar um ein Kompositum, dessen erster Bestandteil in der Bedeutung ‘Hütte, Haus, Gemach’ zu dem unter Koben (s. d.) behandelten Wort gehört, während der zweite Teil entweder (wie bei Unhold) zu hold (s. d.) oder zu walten (s. d.) gebildet ist, so daß Kobold eigentlich als ‘Hausgeist’ oder ‘Hauswalter, Haushüter’ zu verstehen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gnom · Klabautermann · Poltergeist · Troll · Unhold  ●  Kobold  Hauptform · Fips  ugs.
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aurora · Kobold · Nordlicht · Polarlicht · atmosphärisches Leuchten  ●  Blue Jet  engl.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Däumling · Gnom · Heinzelmännchen · Kobold · Wicht · Wichtel · Wichtelmann · Wichtelmännchen · Winzling · Zwerg  ●  Fips  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kobold‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kobold‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kobold‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den gefährlichen Kobolden ist der Benutzer allerdings nicht schutzlos ausgeliefert. [C’t, 1996, Nr. 5]
Er wirkt wie ein staunender Kobold, der gerade die Welt entdeckt, und siehe: sie ist schlecht. [konkret, 1983]
Die Kinder verbrüdern sich mit dem Kobold, der sich alles herausnehmen darf. [Süddeutsche Zeitung, 16.03.2002]
Ein Kobold, der an menschlichen Dingen kleben bleibt, wird sichtbar – das ist nun mal so. [Die Welt, 02.01.2001]
Sie war vom Weinen bereits so blasig und rot wie ein Kobold. [Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 52]
Zitationshilfe
„Kobold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kobold>.

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