Kohl, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kohl(e)s · Nominativ Plural: Kohle
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kohl‹ als Erstglied: Kohlblatt · Kohlfeld · Kohlgemüse · Kohlkopf · Kohlmeise · Kohlraupe · Kohlroulade · Kohlrübe · Kohlstrunk · Kohlsuppe · Kohlweißling · kohlschwarz
 ·  mit ›Kohl‹ als Letztglied: Beißkohl · Blattkohl · Blaukohl · Blumenkohl · Braunkohl · Chinakohl · Federkohl · Gemüsekohl · Grünkohl · Herzkohl · Kopfkohl · Krauskohl · Markstammkohl · Meerkohl · Palmkohl · Rosenkohl · Rotkohl · Rübkohl · Sauerkohl · Savoyerkohl · Spitzkohl · Sprossenkohl · Stammkohl · Weißkohl · Welschkohl · Winterkohl · Wirsingkohl

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. artenreiche Gemüsepflanze aus der Familie der Kreuzblütler
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
  2. 2. [salopp] Unsinn, dummes Zeug
eWDG

Bedeutungen

1.
artenreiche Gemüsepflanze aus der Familie der Kreuzblütler
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Kohl (an)pflanzen, anbauen
Kohl zubereiten, putzen, kochen
er isst nicht gern Kohl
morgen mittag gibt es Kohl (= ein Gericht aus, mit Kohl)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichdas macht den Kohl (auch) nicht fett! (= das hilft, ändert nicht viel!)
übertragen
Beispiel:
saloppmusst du denn immer wieder diesen alten Kohl aufwärmen? (= diese alten Geschichten immer erneut erzählen?)
2.
salopp Unsinn, dummes Zeug
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
was redest du da für Kohl?
mach keinen Kohl!
glaubt ihm den Kohl nicht
das ist ja alles nur Kohl!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kohl2 · kohlen1 · verkohlen1
Kohl2 m. ‘Geschwätz, Unsinn’, im 18. Jh. wahrscheinlich aus jidd. chaulem, cholem ‘unnützes, wertloses, sinnloses Zeug’, nach hebr. ḥalōm ‘Traum’. Oder aus hebr. qōl ‘Stimme’? Zunächst (Mitte des 18. Jhs.) gaunersprachlich bezeugt in der Wendung Kohl machen ‘blauen Dunst vormachen, schwindeln’, dann mit der heute geläufigen Bedeutung in der Sprache der (Theologie)studenten (Ende des 18. Jhs.). Der Ausdruck erfährt rasche Verbreitung und wird im allgemeinen Sprachempfinden als bildlicher Gebrauch von Kohl1 (s. d.) aufgefaßt. Davon abgeleitet kohlen1 Vb. ‘törichtes Zeug reden, unsinnig schwatzen’ (18. Jh.) und die Präfixbildung verkohlen1 Vb. ‘anführen, zum besten haben’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Kohl‹ (berechnet)

anbauen arm bauen dick eingelegt essen ewig fermentiert gekocht grün machen pflanzen sauer vergoren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kohl‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kohl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seitdem verbindet ihn sein beruflicher Weg mehr als manch anderen mit zum Kohl. [Der Tagesspiegel, 08.02.2000]
Kohl saß meistens von sieben Uhr bis 23 Uhr im Büro. [Der Tagesspiegel, 04.12.2003]
Kohl regt »bald im neuen Jahr« ein informelles Treffen an. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 179]
Kohl hält ein Angebot von 350000 Mann für zu gering. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 630]
In der Öffentlichkeit hat Kohl jedenfalls für den Euro getrommelt. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Zitationshilfe
„Kohl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kohl>.

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