Kohl, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kohl(e)s · Nominativ Plural: Kohle
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kohl‹ als Erstglied: ↗Kohlblatt · ↗Kohlfeld · ↗Kohlgemüse · ↗Kohlkopf · ↗Kohlmeise · ↗Kohlroulade · ↗Kohlrübe · ↗Kohlstrunk · ↗Kohlsuppe · ↗Kohlweißling · ↗kohlschwarz
 ·  mit ›Kohl‹ als Letztglied: ↗Blattkohl · ↗Blumenkohl · ↗Braunkohl · ↗Chinakohl · ↗Federkohl · ↗Gemüsekohl · ↗Grünkohl · ↗Kopfkohl · ↗Krauskohl · ↗Rosenkohl · ↗Rotkohl · ↗Sauerkohl · ↗Sprossenkohl · ↗Weißkohl · ↗Welschkohl · ↗Winterkohl · ↗Wirsingkohl

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. artenreiche Gemüsepflanze aus der Familie der Kreuzblütler
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
  2. 2. [salopp] Unsinn, dummes Zeug
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
artenreiche Gemüsepflanze aus der Familie der Kreuzblütler
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Kohl (an)pflanzen, anbauen
Kohl zubereiten, putzen, kochen
er isst nicht gern Kohl
morgen mittag gibt es Kohl (= ein Gericht aus, mit Kohl)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichdas macht den Kohl (auch) nicht fett! (= das hilft, ändert nicht viel!)
übertragen
Beispiel:
saloppmusst du denn immer wieder diesen alten Kohl aufwärmen? (= diese alten Geschichten immer erneut erzählen?)
2.
salopp Unsinn, dummes Zeug
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
was redest du da für Kohl?
mach keinen Kohl!
glaubt ihm den Kohl nicht
das ist ja alles nur Kohl!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kohl2 · kohlen1 · verkohlen1
Kohl2 m. ‘Geschwätz, Unsinn’, im 18. Jh. wahrscheinlich aus jidd. chaulem, cholem ‘unnützes, wertloses, sinnloses Zeug’, nach hebr. ḥalōm ‘Traum’. Oder aus hebr. qōl ‘Stimme’? Zunächst (Mitte des 18. Jhs.) gaunersprachlich bezeugt in der Wendung Kohl machen ‘blauen Dunst vormachen, schwindeln’, dann mit der heute geläufigen Bedeutung in der Sprache der (Theologie)studenten (Ende des 18. Jhs.). Der Ausdruck erfährt rasche Verbreitung und wird im allgemeinen Sprachempfinden als bildlicher Gebrauch von ↗Kohl1 (s. d.) aufgefaßt. Davon abgeleitet kohlen1 Vb. ‘törichtes Zeug reden, unsinnig schwatzen’ (18. Jh.) und die Präfixbildung verkohlen1 Vb. ‘anführen, zum besten haben’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Kohl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kohl‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kohl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Überschrift macht den Kohl fett, der sonst so fad wäre, daß ihn niemand schlucken möchte.
Tucholsky, Kurt: Die Überschrift. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914]
Wer verkohlt wird, der wird an der Nase herumgeführt, dem wird viel »Kohl« erzählt.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 81
Der Kohl wurde bisher in Steigen verpackt und vom Feld getragen.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 299
Ein Geruch von kaltem Kohl und der offenen Latrine schlug ihm ekelerregend entgegen.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 313
Im Zimmer saß eine ältere, nette Frau am Tisch und schnitt Kohl in eine Schüssel.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 56
Zitationshilfe
„Kohl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kohl>, abgerufen am 23.09.2020.

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