Kohlrübe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungKohl-rü-be
WortzerlegungKohlRübe
Wortbildung mit ›Kohlrübe‹ als Erstglied: ↗Kohlrübeneintopf
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Kulturpflanze mit verdickter, fleischiger, gelber oder weißer Wurzel, die besonders als Viehfutter dient, aber auch für die menschliche Ernährung verwendet wird
2.
salopp, scherzhaft Kopf
Beispiel:
und wenn er die Kohlrübe dafür hergeben muß [FalladaJeder stirbt367]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kohl1 · Kohlrübe · Kohlrabi
Kohl1 m. Name einer in vielen Arten vorkommenden Gemüsepflanze, ahd. kōl (8. Jh.), mhd. kōl, kœl(e), asächs. kōli, mnd. kōl, mnl. cōle, cool, nl. kool, aengl. cāwel, cāul sind entlehnt aus lat. caulis (bzw. dessen Varianten spätlat. caulus, vlat. cōlis, cōlus) ‘Stengel, Stiel, Strunk, Kohl’ (verwandt mit ↗hohl, s. d.). Die Germanen übernehmen hier wie bei zahlreichen anderen Gemüsesorten Sache und Bezeichnung von den Römern. Ital. cavolo rapa, aus spätlat. caulus (s. oben) und lat. rāpa (s. ↗Rübe), besonders dessen mundartliche Formen cavolo rapone, calarabi, colrabi, cauliravi für verschiedene Arten und Unterarten des Kohls, führt zu den Entlehnungen Kohlrübe f. (bezeugt 18. Jh., doch wohl älter) für eine als Viehfutter oder Kochgemüse verwendete Kohlart (‘Steckrübe’) mit fleischig verdickter Wurzel (unter Anlehnung des zweiten Wortbestandteils an Rübe) und Kohlrabi m. (bezeugt 17. Jh.), das teils für ‘Steckrübe’ (landschaftlich Kohlrabi unter der Erde, Unterkohlrabi), teils (vor allem literatursprachlich) für eine Unterart des Kohls mit über der Erde knollenartig verdicktem Stengel gilt (landschaftlich Kohlrabi über der Erde, Oberkohlrabi).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Bodenkohlrabi · Erdkohlrabi · Kohlrübe · ↗Steckrübe  ●  ↗Wruke  nordostdeutsch · gelbe Rübe  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kohlrübe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kartoffel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kohlrübe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kohlrübe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kohlrüben schlugen gut an und gaben Viehfutter für einige Monate.
Die Zeit, 12.08.1954, Nr. 32
Zu Unrecht ist die Kohlrübe in den Ruf eines minderwertigen, gewöhnlichen Gemüses gekommen.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 363
Er konnte sich nicht mehr zurechtfinden in dem nach Kohlrüben riechenden Deutschland.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 25
Zugleich wurde durch Bereitstellung von Kohlrüben für eine Streckung der Vorräte in den Wintermonaten gesorgt.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 13.03.1917
Freigegeben sei bereits der Verkehr mit Kohlrüben, Runkelrüben, Sauerkraut, Salzgemüse.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 02.04.1919
Zitationshilfe
„Kohlrübe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kohlr%C3%BCbe>, abgerufen am 24.01.2020.

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