Kokarde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kokarde · Nominativ Plural: Kokarden
Aussprache
WorttrennungKo-kar-de (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

metallenes, rundes Abzeichen mit den Nationalfarben, das an Uniformmützen getragen wird
Beispiel:
die steile Mütze mit der silbernen Kokarde [A. ZweigEinsetzung86]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kokarde f. ‘die Nationalfarben oder ein nationales Symbol enthaltendes Abzeichen (an der Uniformmütze)’ ist Entlehnung (Mitte 18. Jh.) von frz. cocarde ‘Federschmuck, Bandschleife, Abzeichen am Hut’. Dieses Substantiv, zuerst bei Rabelais (16. Jh.) bezeugt in der Fügung mfrz. bonnet à la cocarde ‘mit einer hahnenkammähnlichen Patte geschmückte Mütze’ (so FEW 2, 860; annehmbar erscheint jedoch auch die durch NED 2, 568 nahegelegte Auffassung ‘in verwegener Weise nur auf einer Seite getragene Mütze’), beruht auf der femininen Form des Adjektivs mfrz. coquart, coquard ‘dumm, prahlerisch, eitel’, einer Ableitung von afrz. coc, frz. coq ‘Hahn’ (s. auch ↗kokett), das seinerseits auf eine lautmalende Nachahmung des Hahnenschreis zurückgeht (vgl. spätlat. coccus ‘Hahn’ sowie den Schrei ausdrückendes lat. coco coco).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fahne Hut Mütze Trikolore blau-weiß-rot rot schmücken schwarz-rot-golden schwarzrotgolden tragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kokarde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem verkohlten Lack ist noch die grün-weiß-rote Kokarde sichtbar.
Süddeutsche Zeitung, 13.02.1999
Mitunter gehen die Farben auch auf die zum Gesinnungszeichen gewordenen Kokarden zurück.
o. A.: Lexikon der Kunst - F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 2913
Von der Kokarde war an der Rückseite ein winziges Stückchen abgeplatzt, und zwar trug ich daran auch nicht die allermindeste Schuld.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Sie tragen die blau-weiß-rote Kokarde und prügeln sich mit adligen Emigranten.
Die Zeit, 27.07.2012, Nr. 29
Sie trugen weite, vorn offene blaue Mäntel und Seemannskappen mit allerlei Kokarden.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 182
Zitationshilfe
„Kokarde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kokarde>, abgerufen am 19.03.2019.

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