Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kokotte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kokotte · Nominativ Plural: Kokotten
Aussprache 
Worttrennung Ko-kot-te
Herkunft aus cocottefrz ‘artiges, galantes junges Mädchen’, abschätzig ‘gefallsüchtiges, leichtfertiges Mädchen’, eigentlich ‘Huhn, Hühnchen’ < coqfrz ‘Hahn’
eWDG

Bedeutung

abwertend Dame, die zur Halbwelt gehört
Beispiele:
sie ist eine Kokotte
Soupers, bei denen die vornehmsten Pariser Kokotten … mit ihren Reizen und Künsten nicht geizen [ St. ZweigBalzac354]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kokett · Kokette · Koketterie · kokettieren · Kokotte
kokett Adj. ‘gefallsüchtig’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. coquet, fem. coquette, das zu frz. coq ‘Hahn’ gebildet ist, also eigentlich ‘hahnenhaft, eitel wie ein Hahn’ bedeutet (s. auch Kokarde). Früher (Anfang 17. Jh.) ist das entsprechende Substantiv Kokette f. ‘gefallsüchtige Frau’ bezeugt, frz. coquette. Weitere Entlehnungen (18. Jh.) sind Koketterie f. frz. coquetterie, und kokettieren Vb. frz. coqueter. Ebenfalls zu frz. coq ‘Hahn’ gehört die deminutive Ableitung frz. cocotte ‘Huhn, Hühnchen’, dann ‘artiges, galantes junges Mädchen’; auf dessen abschätzigem Gebrauch ‘gefallsüchtiges, leichtfertiges Mädchen’ beruht die Entlehnung Kokotte f. ‘(elegante) Dirne, Halbweltdame’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dirne · Escort · Frau für spezielle Dienstleistungen · Freudenmädchen · Kurtisane · Liebesdame · Liebesdienerin · Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · Straßendirne · Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  Callgirl  engl. · Escortgirl  engl. · Gunstgewerblerin  scherzhaft · Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  verhüllend, altertümelnd · Anbieterin für sexuelle Dienstleistungen  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon · Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · Hetäre  geh. · Horizontale  ugs. · Hure  ugs. · Metze  geh., historisch · Musche  ugs. · Nutte  derb, abwertend · Professionelle  ugs. · Schnepfe  ugs., abwertend · Sexarbeiterin  fachspr. · Straßenmädchen  ugs. · Strichmädchen  ugs. · betreibt das älteste Gewerbe der Welt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kokotte‹ (berechnet)

pariser

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kokotte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kokotte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie die Kokotten, die ich malte, ist man jetzt selbst. [Süddeutsche Zeitung, 14.03.2002]
Für den Showdown auf dem Ball verkleidet sie sich als rothaarige Kokotte, als grünes Gift. [Süddeutsche Zeitung, 04.08.1994]
Drei Kokotten auf der rechten Seite der Bank, die bisher miteinander getuschelt haben, lachen laut auf. [Sorge, Reinhard Johannes: Der Bettler. In: Bertram, Matthias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11065]
Man hat in Berlin noch nie so viel Kokotten gesehen, die gar keine sind. [Tucholsky, Kurt: Drei Generationen. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922]]
Und wie muß doch so manche geborene Kokotte im seichten Gewässer ehelicher Niederungen verkümmern. [Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 350]
Zitationshilfe
„Kokotte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kokotte>.

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