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Kollektivvertrag, der

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GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kollektivvertrag(e)s · Nominativ Plural: Kollektivverträge
Aussprache  [kɔlɛkˈtiːffɛɐ̯ˌtʀaːk]
Worttrennung Kol-lek-tiv-ver-trag
Wortbildung  mit ›Kollektivvertrag‹ als Letztglied: Betriebskollektivvertrag · Rahmenkollektivvertrag
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
Arbeitsrecht, besonders A überbetrieblich verbindliche, arbeitsrechtliche Vereinbarung zwischen Gewerkschaften (als Vertretern der Arbeitnehmer) und Arbeitgebern bzw. Arbeitgeberverbänden
Synonym zu Tarifvertrag
Beispiele:
Heute halten sich mehr als 50 Prozent der Unternehmen nicht mehr an die in Kollektivverträgen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelten Arbeitsbedingungen, Einstufungen und Löhne. [Aachener Zeitung, 06.03.2019]
Ab 2015 wird in Deutschland ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde eingeführt, bis 2017 dürfen Ausnahmeregelungen in den Kollektivverträgen (in Deutschland: Tarifverträge) bestehen bleiben. [Der Standard, 28.11.2013]
Die Sozialpartner in der Maschinen‑ und Metallbauindustrie können sich heuer schon nach 16 Stunden Verhandlung trennen. Die vierte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag (KV) für 2017 war damit verhältnismäßig kurz[…]. Was herauskam: Die 120.000 Beschäftigten der Maschinen‑ und Metallwarenindustrie erhalten im kommenden Jahr im Schnitt um 1,68 Prozent mehr Lohn und Gehalt[…]. [Der Standard, 04.11.2016]
Die soziale Marktwirtschaft war [nach der Vorstellung Ludwig Erhards] auf den »Kollektivvertrag« zwischen Verbänden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern angelegt, auf den Konsens zwischen Gruppen. [Die Zeit, 17.10.1997]
In nahezu 25.000 volkseigenen Betrieben und staatlichen Einrichtungen werden alljährlich bis 31. Januar Kollektivverträge abgeschlossen. [Neues Deutschland, 01.12.1987]
2.
Medizin vertragliche Vereinbarung zwischen Kassen‍(zahn)‍ärztlichen Vereinigungen (als Vertretern der Kassenärzte) und den Krankenkassen der gesetzlichen Krankenversicherung, der die Vergütung der ärztlichen Leistungen regelt
Beispiele:
Alle wesentlichen Einzelheiten zur Durchführung der vertragsärztlichen Versorgung werden innerhalb des vom Gesetz vorgegebenen Rahmens in öffentlich‑rechtlichen Kollektivverträgen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Verbänden der Krankenkassen geregelt. [BSG, B 1 KR 28/01 R, 30.10.2002, aufgerufen am 25.02.2021]
Dabei [für die Vergütung von ärztlichen Leistungen] schließt die Gesamtheit der Krankenkassen mit den kassenärztlichen Vereinigungen Kollektivverträge ab, in denen die Gesamtvergütung für den jeweiligen Bezirk festgelegt ist. [Thüringer Allgemeine, 04.09.2012]
Der Wettbewerb im gesetzlichen [Gesundheits-]System läuft vor allem über die Zusatzbeiträge, also über den Preis und nicht über die Leistungen. Dazu gibt es auch kaum Möglichkeiten, weil 95 Prozent der Kassenleistungen gesetzlich festgelegt sind und zum Großteil in Kollektivverträgen ausgehandelt werden. [Die Zeit, 07.07.2011]
Je mehr Wettbewerb es im Gesundheitswesen gebe, desto unhaltbarer sei der Kollektivvertrag zwischen Krankenkassen und den Ärzten. […] Grund für diese Entwicklung [der Kassenärztlichen Vereinigungen zu Dienstleistungsfirmen] ist der Umstand, dass immer mehr Krankenkassen eigene Verträge mit einzelnen Ärzten oder Arztgruppen schließen und vom Kollektivvertrag abweichen. [Die Welt, 18.09.2007]
Das System der Kollektivverträge zwischen der regional zuständigen Körperschaft Kassenärztliche Vereinigung (KV) und den Krankenkassenverbänden soll nur noch für Hausärzte, Kinderärzte und schon zugelassene Fachärzte gelten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2003]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Kollektivvertrag‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kollektivvertrag‹.

Zitationshilfe
„Kollektivvertrag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kollektivvertrag>.

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Worthäufigkeit

selten häufig

Wortverlaufskurve

Wortverlaufskurve 1600−1999
Wortverlaufskurve ab 1946

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