Kolorit, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kolorit(e)s · Nominativ Plural: Kolorite
Aussprache 
Worttrennung Ko-lo-rit
Herkunft Italienisch
Wortbildung  mit ›Kolorit‹ als Letztglied: ↗Lokalkolorit · ↗Zeitkolorit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Farbgebung
    1. Hautfarbe
  2. 2. [übertragen] Eigenart, Atmosphäre
  3. 3. Klangfarbe
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Farbgebung
Beispiele:
ein natürliches, düsteres, freundliches, kräftiges Kolorit
die besondere Kunst, Wärme, der Realismus des Kolorits
Das Bild glänzt in einer lauten Farbe, es ist das jubelnde Kolorit des venezianischen Dürer [ WölfflinDürer149]
Hautfarbe
Beispiele:
die Sonne vertiefte ihr braunes Kolorit
sein kräftiges Kolorit verdankte er dem täglichen Aufenthalt im Freien
2.
übertragen Eigenart, Atmosphäre
Beispiele:
Berlin soll nichts von seinem besonderen Kolorit verlieren
er schreibt einen Roman mit historischem Kolorit
das sprachliche Kolorit der Stadt
3.
Klangfarbe
Beispiele:
das slawische Kolorit dieses Volkstanzes
das unverwechselbare Kolorit dieses Streichquartetts von Beethoven
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kolorieren · Kolorit · Koloratur · Koloratursopran
kolorieren Vb. ‘mit Farben ausmalen, bemalen’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. colōrāre ‘färben’ (zu lat. color ‘Farbe’) oder ital. colorire (s. unten). Kolorit n. ‘Farbgebung, Farbwirkung, Klangfarbe’, entlehnt (17. Jh.) aus ital. colorito (zu ital. colorire ‘färben, ausschmücken’, einer Nebenform von ital. colorare). Koloratur f. ‘virtuose Verzierung des Gesangs’, heute nur Fachwort der Gesangskunst, im 16. Jh. in der doppelten Bedeutung ‘Tonverzierung’ und ‘Färbung, Farbgebung’ entlehnt aus ital. coloratura, spätlat. colōrātūra ‘Färbung’. Koloratursopran m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Farbe · ↗Farbton · Kolorit · ↗Nuance · ↗Schattierung · ↗Schimmer · ↗Ton · ↗Tönung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kolorit‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kolorit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kolorit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wieder einmal beschwört Edgar Lawrence Doctorow den Geist, die Atmosphäre, das Kolorit eines Amerika von gestern.
Der Spiegel, 22.06.1987
Das erfordert umfangreiche Nachforschungen, Ortsbesichtigungen, Befragungen von Zeitgenossen, Aufspüren des Zeitgeistes und seines Kolorits in seinen vielfältigen Manifestationen.
konkret, 1988
Um wenigstens ein wenig fernöstliches Kolorit zu inszenieren, sind einige spanische Palmen auf dem britischen Ruinengrundstück eingepflanzt worden.
konkret, 1986
Die Sprache versucht das Kolorit des fünfzehnten Jahrhunderts zu halten wirkt aber auf die Dauer von über fünfhundert Seiten in ihrer altertümlichen Breite ermüdend.
Vossische Zeitung (Sonntags-Ausgabe), 02.03.1930
Doch müsse die Hamburger Arena auch mit hanseatischem Kolorit versehen werden.
Die Welt, 28.12.2000
Zitationshilfe
„Kolorit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kolorit>, abgerufen am 02.12.2020.

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