Kommiss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kommisses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungKom-miss
HerkunftLatein
Ungültige SchreibungKommiß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Kommiss‹ als Erstglied: ↗Kommiss-Stiefel · ↗Kommissbrot · ↗Kommissgeist · ↗Kommisshengst · ↗Kommissknopf · ↗Kommissstiefel · ↗Kommisston · ↗Kommisszeit
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Militärdienst
Beispiele:
vom Kommiss genug haben
zum Kommiss gehen
er war lange beim Kommiss (= Militär)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kommiß · Kommißbrot
Kommiß m. ehemals (umgangssprachlich, teils geringschätzig, teils scherzhaft) ‘Militär, Truppe, Militärdienst’, zuvor ‘Heeresvorräte’, besonders ‘Soldatenverpflegung, Proviant’ (vgl. in die Commiß greiffen, aus der Commiß geben, 16. Jh.), speziell ‘Brot’ (vgl. Commiß backen, 17. Jh.). Wahrscheinlich entlehnt aus mlat. commissa Plur. ‘das Anvertraute, Übertragene, Verliehene’, hier ‘Auftrag zur Unterhaltsbeschaffung (für die Truppe)’, lat. commissum ‘das Anvertraute, das Geheimnis’, dem substantivierten Neutr. des Part. Perf. von lat. committere ‘zusammenbringen, zur Ausführung, Anwendung bringen, anvertrauen, anheimgeben’. Kommißbrot n. ‘Soldatenbrot’ (16. Jh.).

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Dienst an der Waffe · ↗Kriegsdienst · ↗Wehrdienst  ●  ↗Konskription  veraltet · ↗Militärdienst  Hauptform · Dienst am Vaterland  ugs. · Kommiss  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

preußisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kommiss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon beim Kommiß hatte ich häufig darüber nachgedacht, ob es für mein späteres Fortkommen nicht vielleicht besser sei, mein Heil als Industriearbeiter zu versuchen.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Ich glaube, bis er sich an den Kommiß gewöhnt hat, da ist der Krieg vorbei.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 18.01.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
So trieb er sich in allen möglichen Garnisonen herum, bis er genug vom Kommiß wußte, um sich auf eigene Füße stellen zu können.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 96
Für sie war der Kommiß allein eine Bastion der Unterordnung.
Der Tagesspiegel, 12.06.1997
Ich habe doch vom Bürokratismus überhaupt keine blasse Ahnung, und dann ist der ganze schriftliche Rummel bei der Reichsbahn viel umständlicher als beim Kommiß.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 04.07.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Kommiss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kommiss>, abgerufen am 21.05.2019.

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