Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kommunist, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kommunisten · Nominativ Plural: Kommunisten
Aussprache 
Worttrennung Kom-mu-nist
Wortzerlegung Kommune2 -ist
Wortbildung  mit ›Kommunist‹ als Erstglied: Kommunistenführer · Kommunistin  ·  mit ›Kommunist‹ als Letztglied: Altkommunist · Antikommunist · Edelkommunist · Exkommunist · Jungkommunist · Postkommunist · Salonkommunist
Herkunft vgl. gleichbedeutend communistefrz, communistengl < commūnislat ‘gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein’, commūnelat ‘gemeinschaftlicher Besitz, gemeinschaftliches Vermögen’
eWDG

Bedeutung

Anhänger des Kommunismus, Mitglied einer kommunistischen Partei
Beispiele:
ein alter, bewährter Kommunist
er ist seit seiner Jugend schon Kommunist
als Kommunist auftreten, handeln
die Kommunisten wurden während der Zeit des Faschismus verfolgt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kommunismus · Kommunist · kommunistisch
Kommunismus m. Gesellschaftsformation, die auf dem gesellschaftlichen Eigentum an Produktionsmitteln beruht, sowie die Lehre vom Aufbau, den Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten dieser Gesellschaftsordnung; Kommunist m. ‘wer für den Kommunismus eintritt, für ihn kämpft’. Von vereinzelten Frühbelegen abgesehen (vgl. engl. communists or socialists ‘Personen, die sich für Gemeinbesitz des Kapitals einsetzen’, 1827, frz. communiste ‘Person, die das Weiderecht auf dem Gemeindeland hat’, 18. Jh., bei Mirabeau), beginnt die zusammenhängende Geschichte der hier behandelten Wortgruppe im Frz., Engl. und Dt. um 1840. Frz. communiste, seit 1834 (Lamennais) nachzuweisen, wird vor allem mit É. Cabets Schrift Comment je suis communiste (verfaßt 1840) geläufig, frz. communisme ist seit 1840 belegt. Die frühesten Nachweise für engl. communist, communism stammen von 1843 (engl. communist Adj. bereits 1841, s. unten), der Engländer Barmby hat allerdings nachträglich (1848) für sich in Anspruch genommen, bei einem Besuch in Frankreich 1840 als erster die Bildung auf -ism geschaffen zu haben. In Deutschland werden die Termini Kommunisten und Kommunismus durch Heines Berichte aus Paris (1841) bekannt. Da die Wortprägungen (samt den zugehörigen Begriffen) dem Kreis der französischen und englischen utopischen Sozialisten entstammen, werden Kommunismus bzw. engl. communism zunächst (1843) von Marx und (in einer engl. Veröffentlichung) von Engels noch unterschiedlich akzentuiert gebraucht, von Marx negativ in der Polemik gegen falsche, einseitige Auffassungen, von Engels dagegen positiv als Ausdruck der Erkenntnis von der Notwendigkeit entscheidender gesellschaftlicher Veränderungen. Dazu kommunistisch Adj. Vorauf gehen adjektivisches frz. communiste (1840), engl. communist (1841 gründet Barmby The London Communist Propaganda Society). Danach erscheint das dt. Adjektiv in Weitlings Schrift Die Regierungsform des kommunistischen Prinzips (1842) und bei Marx und Engels in der programmatischen Darstellung Manifest der Kommunistischen Partei (1847/48). Zugrunde liegt der gesamten hier behandelten Wortgruppe lat. commūnis ‘gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein’, dazu das substantivierte Neutrum lat. commūne ‘gemeinschaftlicher Besitz, gemeinschaftliches Vermögen’ (auch ‘Gemeinwesen’, s. Kommune), etymologisch verwandt mit gemein, gemeinsam (s. d.). Die Wortschöpfungen des 19. Jhs. heben also das Gemeineigentum als das entscheidende Moment der künftigen Gesellschaftsordnung hervor. Dazu bereits (doch ohne Auswirkung auf die vorgenannte Entwicklung) nlat. communistae Plur. als Bezeichnung der Angehörigen einer religiösen Gemeinschaft (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kommunist · Linker · Sozialist  ●  Genosse  ugs., DDR · Roter  ugs. · rote Socke  ugs., fig., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kommunist‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kommunist‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kommunist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn Kommunisten waren sie allemal, und wenn schon gesiegt wird, dann gründlich. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 427]
Völlig unverständlich ist für den Kanzler die Haltung der tschechischen Kommunisten. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 99]
Aber äußerlich schienen sich die Kommunisten wie gute Demokraten zu gebärden. [Seton-Watson, Hugh: Rußland und Osteuropa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19480]
Zu dieser Zeit waren die Kommunisten allerdings schon klüger geworden. [konkret, 1999]
Der wäre für ihn wohl immer noch ein verkappter Kommunist. [Die Zeit, 29.10.1998, Nr. 45]
Zitationshilfe
„Kommunist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kommunist>.

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